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Eine eingeplante Niederlage

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Erschöpft sitzt Reiss Beckford auf der Bank, tippt auf seinem Handy herum. Mit 9:72 Punkten unterlag seine Mannschaft, das KTT Heilbronn, gerade gegen die Siegerländer KV. In allen sechs Disziplinen hatte der 23-Jährige versucht, gegen den Tabellenführer der zweiten Bundesliga Land zu gewinnen. Am Ende wurden es nach einem verpatzen Auftritt am Boden sieben Punkte, die Beckford seinem Team sicherte – vier am Pferd gegen Sebastian Spies, drei an den Ringen gegen Philipp Herder. Die restlichen beiden Punkte erkämpften Marcello Catalfamo am Pferd gegen Sebastian Bock und Stefan Payer am Sprung gegen Falk-Daniel Uhlig.

Mehr war für das KTT und Beckford nicht drin. Zu sehr steckte dem gebürtigen Engländer die Weltmeisterschaft in Schottland noch in den Knochen. "Ich bin sehr müde, da ich direkt aus Glasgow komme." Erst wochenlanges Vorbereiten auf den einen Punkt hin, dann das Messen mit dem Weltbesten: "Jetzt hatte ich keine Zeit, um runterzukommen."

Voraussetzungen

Trainer Kai Werner erklärt: "Wir haben versucht, Reiss das turnen zu lassen, was er sicher auf die Bühne bekommt." Klar habe man gemerkt, dass hintenraus die Kräfte schwinden. "Das ist völlig verständlich. Man kann Reiss aber keinen Vorwurf machen." Ohnehin starteten die Heilbronner nicht mit den besten Voraussetzungen in den Wettkampf: Fabian Geyer fiel verletzungsbedingt aus, Carlo Hörr war für die Jugendnationalmanschaft im Einsatz. Während das Siegerland in voller Besetzung anreiste, setzte das KTT auf jeden verfügbaren Mann. Neben Reiss Beckford sprang noch Lukas Vieyra der Mannschaft bei, obwohl er doch eigentlich schon nach der Begegnung mit Groß-Linden seinen Hut genommen hatte. Seine Weltreisepläne verschob Vieyra kurzerhand.

Dennoch glaubte im Vorfeld niemand an einen Sieg. In Mannschaftskreisen sprach man vielmehr von einem "Test für die letzten beiden Wettkämpfe" gegen Grünstadt und Vinnhorst.

Die Flinte einfach so ins Korn werfen? Trainer Kai Werner sieht das anders: "Das war einfach eine realistische Einschätzung. Die Siegerländer sind in dieser Saison das Maß der Dinge. Unsere Ziele waren es, zweistellig zu sein und den Gegner hier und da zu ärgern." Das erste Ziel verfehlten die Heilbronner knapp. Das zweite "gelang uns am Pferd ganz gut".

Klassenerhalt

Eine "eingeplante Niederlage" hatte zuvor auch KTT-Präsident René Lachmund angekündigt. Die Saison habe man abgehakt, jetzt gehe es ausschließlich darum, sich ordentlich zu verabschieden. Für die Begegnung mit dem Tabellenzweiten, der TSG Grünstadt, mobilisiert das KTT darum nochmals alle Ressourcen. Geplant ist ein weiterer Einsatz von Eddie Penev aus den USA und Daniil Kazachkov aus Russland. Denn langsam wird es eng am Tabellenende. Die Heilbronner betreiben viel Aufwand, um den Klassenerhalt zu sichern. Einen Aufwand, den Kai Werner allerdings verteidigt: "Es ist von der Qualität und dem Leistungsstandard her einfach nötig, dass wir ausländische Unterstützung haben. Mit den eigenen Kräften ist das neben Ausbildung, Studium und Arbeit nicht zu bewerkstelligen." Noch hat das KTT Heilbronn den Klassenerhalt in der eigenen Hand.

 

 

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