Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Nachwuchs gewinnt an Sicherheit

Übersicht

Immer wieder holt Kathrin Hessenthaler tief Luft, legt ihren Lockenkopf schief und fixiert konzentriert den Ball. Nach zwei Sätzen steht es unentschieden, mit einem 4:5-Rückstand sind die Tischtennisspielerinnen der Neckarsulmer Sport-Union dem VfL Sindelfingen dicht auf den Fersen. Gelingt es Hessenthaler diesen Satz für sich zu verbuchen, kann sie mit einem Gewinn des nächsten Satzes die Partie entscheiden. Es steht 10:10, in der Halle herrscht absolute Stille. Der Druck ist der Neckarsulmerin anzusehen, doch sie bewahrt einen kühlen Kopf. Es ist Maria Schuller, die den Ball zweimal weit über Hessenthalers Tischkante donnert. Den vierten Satz meistert Hessenthaler dann souverän, mit 11:5 zieht sie Schuller davon und macht den 5:5-Endstand klar.

"Kathrin hat heute auf jeden Fall über ihrem Niveau gespielt", lobte Trainer Bernd Krey seinen Schützling im Anschluss an die Partie. Und auch Isabell Wursts Aufholjagd zum 4:4 verlief ganz nach dem Geschmack des NSU-Trainers. "Erst liegt sie 0:2 in Rückstand, dann gewinnt sie 3:2, weil sie sich einfach einen guten Ball raussucht und Zeit lässt. Das hat sie hervorragend gemacht."

Spielpraxis

Immerhin war eine solche Leistung nicht unbedingt zu erwarten. In der letzten Runde spielten Kathrin Hessenthaler, Isabell Wurst und Lisa Mayer noch zwei Ligen tiefer. Statt in dieser Saison den Aufstieg anzuvisieren, ist es Krey darum viel wichtiger, dass die Neckarsulmerinnen erstmal Spielpraxis sammeln. "Alles andere wäre vermessen", so Krey.

Umso glücklicher ist der NSU-Trainer aber gerade deswegen über den einen Punkt, den die drei Mädels zusammen mit Rebecca Matthes der Mannschaft sicherten. Zumal die Voraussetzungen noch aus einem anderen Grund nicht zum Besten standen: Neckarsulm startete ersatzgeschwächt in den Wettkampf. Martina Korbelova, die Tschechin, fiel krankheitsbedingt aus. "Unsere Spitzenspielerin fehlte, Sindelfingen hingegen trat mit seiner Spitzenspielerin, der Chinesin, an. Damit waren zwei Dinge ungünstig für uns", erklärte Krey.

Die Nachwuchsspielerinnen zeigten aber, dass sie sich von Sindelfingen nicht unterkriegen ließen und angesichts eines Rückstandes nicht aufsteckten. Schneller als erwartet gewinnen sie in der dritten Bundesliga Sicherheit.

Keine Überraschung

Weniger spannend, dafür punktemäßig erfolgreicher verlief die zeitgleiche Begegnung der NSU-Männer gegen den FC Bayern München. Alles andere als ein Sieg gegen den Tabellenletzten sei für ihn eine Überraschung, ließ Trainer Alex Mohr im Vorfeld verlauten. Dementsprechend unaufgeregt wirkte er im Anschluss an den 6:2-Erfolg seiner Männer. Beide Doppel entschieden die Neckarsulmer für sich, danach bauten sie ihren Vorsprung konsequent in den Einzeln weiter aus.

"Wir sind einen Tick stärker als letzte Saison, das hat man gemerkt, auch am Auftreten des Gegners heute", gab sich Mohr selbstbewusst. Der Ärger über die 4:6-Niederlage gegen den Tabellenersten Grünwettersbach – er verblasst allmählich. Dennoch sah der NSU-Coach auch Anlass zur Kritik: "Die Spielerei heute war durchwachsen." Während er selten so einen guten Christian Back gesehen habe, missfielen Mohr hingegen kleine Nuancen im Spiel von Josef Braun und ein zu hektischer und angriffslustiger Auftritt von Roland Krmaschek.

"Man muss aber jedem mal zugestehen, dass er in so einem Spiel schwächelt." Wenn gegen Mannschaften, die in der ersten Tabellenhälfte stehen, wieder optimale Leistung komme, kann Mohr solche Ausrutscher ganz gut verzeihen. Mit derzeit Rang vier in der 3. Bundesliga Süd befinden sich die NSU-Männer jedenfalls auf einem guten Weg. "Die Marschroute ist klar: Punkte holen, um vorne mitzuspielen."

 

Galerien

Regionale Events

Heilbronn kocht

Am 8. November können sich alle Interessierten quer durch Heilbronn kochen.