Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Jung, spritzig, risikofreudig

Übersicht

Von Druck auf seine jungen Spielerinnen möchte Coach Benjamin Koch eigentlich nichts wissen. Auch wenn der Verein die zweite Frauenmannschaft der Neckarsulmer Sport-Union als klaren Titelfavoriten sehe. Und Jugendkoordinator Sven Bühler vor wenigen Wochen noch forderte, die zweite Mannschaft müsse nach vorne gepusht werden. Zu groß ist in den Augen vieler der Abstand zwischen der ersten Mannschaft, die sich in dieser Runde auf Kurs in Richtung 1. Bundesliga befindet, und den Frauen II, die am Ende der vergangenen Saison von der Landesliga in die Bezirksliga abgestiegen sind.

Wundertüte

"Klar, wir sind verdammt zum Aufstieg", weiß Koch, dessen Mannschaft nach dem 28:17 (13:9)-Sieg gegen den TSV Nordheim II mit 14:2 Punkten auf Tabellenplatz eins rangiert. Zwölf Begegnungen stehen allerdings noch bevor. "Ich sehe den Weg nach oben auf jeden Fall", betont der NSU-Trainer, "aber es ist auch okay, wenn wir jetzt erstmal ein Jahr lang in der Bezirksliga Pause machen und Kräfte sammeln. Auch wenn wir hier eigentlich nicht hingehören." Die Truppe sei eben noch recht jung. Viele der Mädels sind erst 16, 17 Jahre alt. "Daher ist das ein bisschen eine Wundertüte."

Eine Pause in der Bezirksliga? Die "Wundertüte" selbst denkt offensichtlich nicht im entferntesten daran. Am Samstag triumphierten die Neckarsulmerinnen in der Pichterichhalle über den TSV Nordheim II und setzten damit ihre Siegesserie ungebremst fort.

Allenfalls kurz dürften sich die NSU-Frauen verwundert die Augen gerieben haben, als sie zu Beginn der Partie den Nordheimerinnen hinterherlaufen mussten. 5:3 lagen die Gäste nach zehn Minuten vorne. Mit klasse Paraden verzögerte TSV-Torfrau Tanja Schächinger ein ums andere Mal zunächst die Aufholjagd der Neckarsulmerinnen. Ihre Kollegin Victoria Hays am anderen Ende der Platte brauchte hingegen ein bisschen länger, bis sie ihre Form fand. "Wir mussten uns heute erst rauskämpfen, das hat eine Weile gedauert", erklärte Coach Koch im Nachgang.

Ab dem 5:5-Ausgleichstreffer von Sina Häberlen lief es jedoch plötzlich. Einen Fünf-Tore-Vorsprung spielte sich die NSU bis zur 25. Minute heraus. Mit 13:9 ging’s wenig später in die Kabine.

Risiko

Was sich im ersten Durchgang abzeichnete, setzte sich auch in der zweiten Hälfte fort. Nordheim agierte zu fahrig, verlor zu oft den Ball. Neckarsulm hingegen wurde zusehends mutiger, spielte weite, riskantere Bälle. Die Risikobereitschaft zahlte sich aus. Elf Tore betrug der Vorsprung der Heimmannschaft in der 49. Minute bereits. Nordheim mobilisierte daraufhin seine letzten Kräfte und begann zu verkürzen. Beim 23:15 unterbrach eine Auszeit der NSU den Lauf der Gäste. Toptorschützin Sina Häberlen drehte nochmal kräftig auf. In den letzten acht Minuten erzielte sie allein vier ihrer acht Treffer und stellte den 28:17-Endstand her.

Konzept

"Wir haben den Faden verloren und vorne nicht mehr konsequent weitergearbeitet", sagte Nordheims Interimstrainerin Yvonne Schott am Ende der Partie. Sie sprang für Jessica Popken ein, die sich derzeit im Urlaub befindet. "Letztlich ist es uns heute nicht gelungen, gegen junge, spritzige Spielerinnen ein Konzept zu finden."

 

Galerien

Regionale Events