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Regen-Weltmeisterin auf Trockenrollen

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Den ersten Tag in der Heimat verbrachte Katharina Rumpus auf der heimischen Couch in Flein. 16 Tage Reise- und Rennstress lagen hinter der 22-Jährigen. Hinzu kamen die schmerzhaften Folgen eines schlimmen Sturzes. Die Schürfwunden und Prellungen waren aber zum Glück nicht das Einzige, was die Mathematik- und Sportstudentin von den Weltmeisterschaften in Taiwan mitbrachte. Ihre erste Medaille bei einer Aktiven-WM entschädigte für Stress und Schmerz.

"Ich bin superglücklich. Damit habe ich ein Lebensziel erreicht", sagte Rumpus im Gespräch mit der Heilbronner Stimme. Im Staffelrennen über 5000 Meter gewann die von der Sporthilfe Unterland geförderte Skaterin des SSF Heilbronn die Silbermedaille. Das deutsche Team mit Rumpus, Sabine Berg und Laethisia Schimeck musste sich nur den überragenden Kolumbianerinnen geschlagen geben. "Wir sind super aufeinander eingespielt, weil wir ja für das gleiche Profiteam starten. Nachdem wir den schweren Vorlauf gut überstanden hatten, war die Hoffnung auf eine Medaille schon da", sagte Rumpus.

Nationenwertung

Es war die einzige Silbermedaille für den Deutschen Rollsport- und Inlineverband in Kaohsiung. Hinzu kamen drei Bronzemedaillen, was Platz zwölf in der Nationenwertung bedeutete. "Wir hatten viele Top-zehn-Platzierungen. Für Gold braucht man immer das Quäntchen Glück", war Bundestrainer Bernd Rumpus mit der Bilanz nicht unzufrieden.

Ebendieses Quäntchen fehlte seiner Tochter über ihre Paradestrecke 10 000 Meter Punkte für die erste WM-Einzelmedaille im Aktivenbereich. "Der sechste Platz war eine herausragende Leistung", lobte Bernd Rumpus, "schließlich ist Kathi quasi mit Trockenreifen im Regen gefahren". Am Finalabend vergangenen Freitag waren dichte Wolken aufgezogen. Nicht zum ersten Mal, seit das deutsche Team am 7. November in Taiwan angekommen war. "Es hat aber nie geregnet", sagte Katharina Rumpus. Daher entschied sie sich gemeinsam mit dem Trainerteam gegen die Regenrollen. "Durch bestimmte Chemikalien in den Rollen hat man damit bei nasser Strecke mehr Grip. Im Trockenen stirbt man damit aber, weil es nicht von der Stelle geht", erklärte Katharina Rumpus.

Doch kaum war das Rennen gestartet, öffnete der Himmel seine Schleusen. Kurz bestand die Hoffnung, das Rennen würde abgebrochen. Doch die Organisatoren entschieden sich für die Fortsetzung. "Ich bin froh, dass ich das ohne Sturz überlebt habe, da ich nonstop gerutscht bin. Das ist wie im Auto bei Aquaplaning. Einmal zu schnell in die Kurve und du fliegst raus", sagte Rumpus.

Noch nicht abgehakt

Die Medaillen in diesem Rennen gingen allesamt an Läuferinnen auf Regenrollen. Rumpus war als Sechste sozusagen Regen-Weltmeisterin auf Trockenrollen. "Kathi ist eine der besten Regenläuferinnen der Welt. Mit der richtigen Rollenwahl wäre wohl eine Medaille drin gewesen", sagte Bernd Rumpus.

Die im Nachhinein falsche Entscheidung hat seine Tochter ebenfalls noch nicht abgehakt. "Das geht mir schon noch im Kopf rum", gibt Katharina Rumpus zu. Doch sie blickt schon nach vorne. "Die WM-Einzelmedaille bleibt mein Ziel. Ich bin nicht weit entfernt davon. Es muss nur mal alles passen."

 

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