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Auf dem Sprung

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Es ist später Nachmittag im Reit- und Fahrstall Birkenhof in Eppingen. Es herrscht Hochbetrieb. Hier noch Futter nachfüllen, dort noch bürsten und putzen. Schließlich soll es den Vierbeinern gut gehen. Hinter ihrem Pony versteckt ist Anne Götter gerade bei der Pflege ihres Vierbeiners. Für die 15-Jährige wird es mal wieder ein langer Abend.

Während andere Jugendliche in ihrem Alter in ihrer Freizeit Videospiele spielen, shoppen gehen oder vielleicht einfach nur vor dem Fernseher faulenzen, geht bei der Zehntklässlerin der Eppinger Hellbergschule der Großteil der Zeit für die Tiere drauf. Vier Pferde betreut Götter auf dem Reiterhof ihres Onkels. Der muss ihr da schon des öfteren unter die Arme greifen, weil die Zeit einfach begrenzt ist. "Es ist ein sehr großer Aufwand, den man betreiben muss", sagt Onkel Patrick Blösch. Doch Anne Götter bekommt auch etwas zurück. Die Schülerin ist erfolgreiche Springreiterin auf dem Pony, holte unter anderem im September die süddeutsche Meisterschaft im bayerischen Pöttmes.

Umbruch

Im kommenden Jahr steht ein Umbruch an. Dann wird Anne Götter 16 Jahre alt und muss vom Pony auf die Großpferde wechseln. Dass ihr dabei durchaus etwas zuzutrauen ist, hat die Schülerin aber schon bewiesen.

Erst in dieser Saison hat sie angefangen, auf dem Großpferd Turniere zu reiten. Die M-Springen in Weingarten und im Mai und in Pforzheim im Juni entschied sie für sich. "Für mich ist das keine große Umstellung auf die großen Pferde, weil ich es gewohnt bin. Das geht von jetzt auf nachher", sagt die 15-Jährige. Dass Götter aufgrund des Sport auf den größten Teil ihrer Freizeit verzichten muss und nur wenig Zweit mit den Schulfreunden verbringen kann, ist zwangsläufig, stört die Schülerin aber nicht wirklich. "Meine Freunde in der Schule wissen, dass ich nicht so viel Freizeit habe. Aber sie finden es gut, dass ich den Sport mache", sagt sie. "Wenn man auf so vielen Turnieren unterwegs ist, dann trifft man immer wieder die gleichen Leute. Dabei entstehen dann auch Freundschaften", sagt Onkel Patrick Blösch. Entsprechend pflichtet Anne bei: "Turniere mit Übernachtung sind die schönsten." Glück hat sie dabei mit der Gestaltung des Stundenplans. "Ich habe zweimal die Woche Nachmittagsunterricht. Das geht noch. Mehr Nachmittagsunterricht würde es dann doch kompliziert machen."

Beruf

Dass die in Sinsheim geborene und in Eppingen aufgewachsene Götter mal beim Reitsport landen würde, dazu gab es quasi keine Alternative. Bereits der Opa, ihr Vater, die Mutter und der Onkel sind auf Turnieren geritten. Aufgewachsen ist sie auf dem Reiterhof ihres Onkels Patrick Blösch. "Sie war schon mit zwei Jahren zum ersten Mal auf dem Pferd. Quasi in dem Moment, in dem sie sitzen konnte", erzählt dieser stolz.

So ist es auch wenig verwunderlich, dass die 15-Jährige ihr Hobby zum Beruf machen will: "Ich will später mal mein Hobby zum Beruf machen: sprich die Reiterausbildung und damit dann Geld verdienen."
Doch vorher steht noch eine sportliche Herausforderung an: "Ich will nächstes Jahr die ersten S-Springen reiten und gut abschneiden."

 

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