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Das gewisse Etwas in den Genen

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Sie waren die Stars der regionalen Szene. Damals, vor knapp 30 Jahren. 1989 sind die Neckarsulmer Handball-Männer in Deutschlands dritthöchste Spielklasse aufgestiegen. Die Brüder Jürgen und Jens Kaufmann zählten genauso zum Erfolgskader wie Volker Häberlen und Reiner Kazmeier. Familiennamen, die bei den Aktiven der Sport-Union bis heute nicht an Klang verloren haben.

Denn Felix Kazmeier tritt von der nächsten Saison an in die Fußstapfen seines Vaters, wenn er für den Drittligisten TSB Horkheim aufläuft. Bei den Württembergliga-Männern aus Neckarsulm hat der 18-Jährige in seinen ersten zwölf Spielen als Aktiver mit durchschnittlich fast zehn Toren pro Partie bereits in dieser Runde für Furore gesorgt. Anders als der Papa mit rechts, statt mit links. "Die alten Neckarsulmer sagen aber, er läuft übers Feld wie ich“, sagt Reiner Kazmeier schmunzelnd: "Allerdings deutlich schneller und besser.“

Stolz

Ziemlich stolz ist er auf den momentan überragend spielenden Sohn. Aber auch ein bisschen traurig, dass er die Neckarsulmer Familie jetzt sportlich verlässt. Sein Vorbereitungsjahr nach dem Abitur im Mai wird er allerdings bei der Sport-Union, die ihm bei seiner Weiterentwicklung nie Steine in den Weg gelegt hat, machen. Und ein talentierter Kazmeier bleibt den Neckarsulmern bei der JSG Neckar-Kocher auch sportlich erhalten. Der 16-jährige Luca "ist genauso talentiert, nur vom Körperlichen eben noch der Kleine“, verrät Papa Reiner – das gewisse Etwas der Talente scheint in den Genen zu liegen.

Denn auch der Name Häberlen lebt auf dem Feld weiter. Zwar laboriert Youngster Sina Häberlen momentan an Knieproblemen, in den ersten Spielen der Neckarsulmer Bundesliga-Reserve war sie aber ein entscheidender Faktor im Rückraum. Ihre Anlagen sind auch Emir Hadzimuhamedovic, Trainer der NSU-Bundesligafrauen, nicht verborgen geblieben. Deshalb trainiert Häberlen junior schon bei der ersten Mannschaft. Gemeinsam mit Svenja Kaufmann, die in Deutschlands Eliteliga für die Sport-Union an den Ball geht.

"Natürlich ist die Affinität eher da, wenn man als kleines Kind durch die Eltern schon immer in der Halle ist“, sagt Papa Jürgen Kaufmann, dem nicht nur die Tochter, sondern auch der Sohn nachgeeifert hat. Der 25-jährige Jonas legt studienbedingt allerdings nicht mehr die ganz große Energie ins Handballspielen. Auch Svenja Kaufmann wollte zunächst lieber Turnen und Tanzen, ehe sie in der C-Jugend durch eine Lehrerin doch beim Lieblingssport der Familie landete. Denn Cousin Joschua hat die Hände ebenfalls nicht vom Ball lassen können, ehe der Sohn von Jens Kaufmann seit dieser Saison bei den Württembergliga-Männern kürzer trat.

Die meisten der Neckarsulmer Talente wurden auch von ihren Eltern trainiert. Sowohl Jürgen Kaufmann als auch Volker Häberlen und Reiner Kazmeier waren oder sind als Trainer ihrer Kinder aktiv. "Es gibt noch viel mehr Talente. Wenn die Väter dann aber das Training übernehmen, hat das schon eine gewisse Qualität“, sagt Kazmeier, 25 Jahre lang als Betreuer in der Jugend tätig.

Nicht bevorzugen

Auch Kaufmann weiß: "Mögliche Jugendtrainer rennen den Vereinen nicht gerade den Laden ein.“ Wie es so ist, wenn dann der Papa coacht? "Wahrscheinlich immer etwas strenger, um das eigene Kind ja nicht zu bevorzugen“, befindet er aus persönlicher Erfahrung grinsend. Trainiert hat er sowohl die Tochter, als auch den Sohn: "Jonas musste mich aber deutlich länger ertragen.“ Geschadet hat das keinem der 89er-Erben. 

 

 

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