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Und plötzlich Profi

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Vor knapp zwei Wochen saßen Gerd Hofele und Christian Schöne bei Heymanns im Wohnzimmer. Der Geschäftsführer und der Nachwuchskoordinator des Bundesligisten FrischAuf Göppingen waren extra nach Horkheim gekommen, um TSB-Toptalent Sebastian Heymann und dessen Eltern davon zu überzeugen, dass der 18-Jährige bereits jetzt einen Profivertrag beim Traditionsverein unterschreiben sollte. Der persönliche Einsatz hat sich gelohnt – gestern unterschrieb der Unterländer Sportler des Jahres einen Vierjahresvertrag.

"Es ist eine große Ehre für mich, dass mich dieser Topverein nach nur einem Probetraining unbedingt verpflichten wollte“, sagte Heymann gestern. "Ich bin froh, dass die Verpflichtung geklappt hat. Wir freuen uns, mit dem jungen Riesentalent zusammenarbeiten zu können und möchten unseren Teil zu seiner zukünftigen Entwicklung beitragen“, erklärte Göppingens Trainer Magnus Andersson laut einer Mitteilung des Vereins.

Eine ganze Reihe von Bundesligisten hatte zuletzt die Fühler nach dem Talent ausgestreckt. Der TSB-Kooperationspartner Göppingen stand entsprechend unter Zugzwang und hat den Jugend-Nationalspieler daher mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet. Das Gehalt ist allerdings nicht mit dem eines jungen Profifußballers vergleichbar. "Den Großteil werde ich wohl zur Seite legen. Ich wohne ja noch zu Hause und habe kaum Ausgaben“, verleugnet der Jungprofi keinesfalls seine schwäbische Herkunft.

Die Horkheimer Anhänger müssen aber keine Sorge haben, obwohl Heymanns Vertrag beim TSB aufgelöst wurde: der 1,98 Meter große Rückraumlinke wird die Saison 2016/2017 beim Unterländer Drittligisten spielen. Voraussichtlich zwei Mal in der Woche wird Heymann in Göppingen mittrainieren, Einsätze in der Bundesligamannschaft sind nach Maßgabe von TSB-Trainer Jochen Zürn und Andersson möglich.

"Vielleicht darf Sebastian das eine oder andere Mal reinschnuppern. Das wäre schon toll“, sagt sein Vater Martin Heymann. Nachdem sein Sohn kürzlich das Abitur erfolgreich bestanden hat, wird er sich fortan komplett auf den Sport konzentrieren. Für ein zunächst anvisiertes Freiwilliges Soziales Jahr bleibt aufgrund des riesigen Trainingspensums vorerst keine Zeit. Eventuell soll Heymann im kommenden Jahr zumindest das eine oder andere Praktikum absolvieren, um eine berufliche Perspektive zu entwickeln. "Das ist auch ein Findungsjahr, ob ich mir das überhaupt vorstellen kann, dauerhaft als Profihandballer zu leben“, erklärte Sebastian Heymann.

Kaum Pause

Lediglich eine gute Woche Pause hatte der Horkheimer seit Saisonende und den Abiturprüfungen. Mit dem TSB steckt er bereits seit zwei Wochen wieder in der Vorbereitung auf die neue Runde, mit der U18-Nationalmannschaft geht es vom 11. bis 21. August zur Europameisterschaft nach Kroatien. Saisonstart in der 3. Liga Süd ist bereits am 3. September. "Klar, wäre eine längerer Urlaub ganz schön. Mit der Europameisterschaft habe ich aber ein großes Ziel vor Augen, daher ist das nicht so schlimm“, sagte Heymann. Profisport bedeutet eben auch, auf viele Annehmlichkeiten verzichten zu müssen.

 

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