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Schwitzen für Flüchtlinge

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Mit angestrengtem Blick und roten Backen läuft Nicolai Janda reichlich schnell durch einen großen Torbogen und kämpft sich Schritt für Schritt die Steigung hinauf. "Puh, das ist anstrengend. Ich bin zwar im Fußballverein, aber wenn man so viele Runden läuft, schlaucht das ganz schön“, sagt der Zwölftklässler. "Aber ich finde es super, mit einer solchen Veranstaltung Spendengelder zu sammeln.“ Gemeinsam mit seinen Mitschülern des Schlossgymnasiums in Künzelsau nimmt Nicolai Janda beim sechsten 24-Stunden-Lauf am Semi teil.

Fahrradhelme

Einen ganzen Tag sind Schüler aller Klassenstufen auf der 500 Meter langen Strecke rund um das Schulgelände unterwegs. Unter dem Motto "Flüchtlinge helfen – Wir helfen Flüchtlingen“ kamen bei der Spendenaktion insgesamt knapp 2000 Euro zusammen.

Die Idee für das Motto kam von den Schülern. Nach dem schweren Unwetter Ende Mai, von dem auch Künzelsau betroffen war, packten viele der Schüler bei den Aufräumarbeiten mit an. "Viele Jungs und Mädels waren erstaunt und beeindruckt, als sie gesehen haben, dass auch viele Flüchtlinge tatkräftig dabei waren. Schnell war klar, dass wir mit dem Geld die Flüchtlinge unterstützen wollen“, sagt Lehrerin Hannelore Gloger, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit am Schlossgymnasium. Die Startgebühr, und damit die Spendensumme, konnte von den Eltern frei bestimmt werden. 

Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Asyl aus Künzelsau und dem Integrationsbeauftragten der Stadt, Lutz Engelhardt, wurde die Idee entwickelt, von dem gesammelten Geld Fahrradhelme zu kaufen.

"In letzter Zeit gab es viele schwere Fahrradunfälle. Dabei waren auch viele Flüchtlinge betroffen“, erklärt Hannelore Gloger. "Es kommen inzwischen immer mehr junge Familien nach Deutschland. Wir wollen besonders den Kindern beibringen, dass es wichtig ist, beim Fahrradfahren einen Helm zu tragen.“ Sollte die Spendensumme ausreichen, planen die Organisatoren zudem ein gesondertes Fahrradtraining für Flüchtlinge.

Für die Schüler gab es beim Spendenlauf einen weiteren Ansporn. Die Schulleitung des Schlossgymnasiums bot den Schülern eine Wette an: Gelingt es den Läufern, die Anzahl der Runden vom letzten Lauf zu überbieten, wird die Spendensumme um 500 Euro aufgestockt. Im Jahr 2014 legten die Schüler 12 867 Runden zurück. Diemsal packten die jungen Läufer noch eine Schippe drauf und schafften 12 946 Runden. Wette gewonnen.

Spar-Menüs

Auch Nicolai Janda gibt in seiner neongrünen Laufmontur noch einmal alles. Auch bei dem Zwölftklässler geht es um eine Menge: "Ich habe mit einem guten Freund gewettet, dass ich unter die drei besten Läufer der Schule komme.“ Der Wetteinsatz? Gleich drei Spar-Menüs bei einer Fastfoodkette. "Da strengt man sich besonders an“, grinst der Schüler. Wie oft er die Strecke inzwischen schon gelaufen ist? "Das weiß ich eigentlich schon gar nicht mehr. Aber es werden mit Sicherheit noch einige Runden dazu kommen.“

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