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Junge Sportart startet im Leintal

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Der nach oben offene Glas- und Gitterkäfig mit dem blauen Kunstrasen und den vier schräg stehenden Flutlichtmasten wirkt auf den ersten Blick ein wenig befremdlich. Doch beim TC Schwaigern können sie es kaum erwarten, ihre neue Anlage am Samstag, dem 29. April um 10 Uhr zu präsentieren. Alles im Rahmen der Aktion "Deutschland spielt Tennis“.

Padel heißt die in Deutschland noch junge Sportart. Sie ist eine Mischung aus Tennis und Squash. Die Regeln sind nahezu identisch mit jenen im Tennis. Gespielt wird im Doppel. Allerdings dürfen die Wände miteinbezogen werden wie beim Squash. Die Anlage in Schwaigern ist die erste in Württemberg, die nun in Betrieb geht.

Antreiber war der Württembergische Tennis-Bund (WTB), der seine Vereine in Zeiten sinkender Mitgliederzahlen animiert, die neue Sportart zu entwickeln. Beim TC Schwaigern interessierte die Aktion. "Unsere Mitgliedszahl drohte von 220 auf unter 200 zu fallen“, sagt der Vereinsvorsitzende Uwe Mewes.

Hand angelegt

Der Verein handelte und baute im vergangenen Sommer in viel Eigenarbeit einen zwanzig mal zehn Meter großen Court auf seinem Gelände. Der Bausatz kam von einer Firma aus Karlsruhe. Ein Großteil der Kosten in Höhe von 70.000 Euro ist durch Spenden der Mitglieder bereits abgedeckt. 

Es scheint, als hätte der TC Schwaigern die Zeichen der Zeit erkannt. Denn Padel wächst rasant. Gab es vor einem Jahr bundesweit gerade einmal elf Standorte, sind es mit dem neuen in der Leintalstadt schon 26. Darunter sind drei im Raum Karlsruhe, die zeitgleich mit Schwaigern eröffnet werden und einer in Baden-Baden. In Spanien spielen zwei Millionen Menschen diese Sportart. Angeblich hat sie damit bereits das Tennis überholt. Der Deutsche Padel-Verband beschreibt sie als eine Sportart mit den weltweit stärksten Wachstumsraten. 

Begeisterung und Mitgliederanzahl steigen

Der TC Schwaigern ist dank Padel auf 250 Mitglieder angewachsen. Viele Neue haben Erfahrungen mit Ballsportarten wie Squash oder Fußball. Da der Court mit einer Flutlichtanlage ausgestattet ist, kann er auch bei Dunkelheit genutzt werden. Mewes: "Unsere Mitglieder haben die Anlage ausgiebig getestet.“

Einige Tennisvereine in der Umgebung interessiert die Anlage. "Unser Ziel ist es, in naher Zukunft eine Liga zu bilden. Doch dazu müssten sich im Unterland oder der weiteren Region sechs bis acht Vereine finden, die Anlagen bauen und Teams stellen“, sagt Mewes. "Wenn die Entwicklung so weitergeht, könnten wir in ein bis zwei Jahren auch eine Präsentation für Interessenten anbieten.“ Wer spielt Padel? Laut Mewes sind es alle Altersklassen. "Kinder sind begeistert. Wir haben aber auch Spieler über 70 Jahre.“

Der Vereinschef nennt Padel das "Spiel der vielen Chancen, weil der Ball immer von der Wand zurückkommt und weitergespielt wird“. Es gibt daher lange Ballwechsel, die Leistungsunterschiede seien geringer als beim Tennis. Daher könnten Männer und Frauen auch gut gemeinsam spielen. Im Verein selbst sind laut Mewes die Skeptiker verstummt: "Die Kritiker sehen unsere Anlage inzwischen auch positiv.“

 

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