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Abschied nehmen gegen den Angstgegner

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Eine symbolische Stabsübergabe wird es an diesem Samstagabend in Bönnigheim nicht geben. Denn eine Nachfolge für das scheidende TSV-Trainergespann Benjamin Koch und Tobias Naumann ist für die Oberliga-Frauen auch weiterhin nicht gefunden. 

Auf Trainer-Suche

Ein letztes Mal sitzt das Duo gegen die HSG St. Leon/Reilingen ab 18 Uhr auf der Trainerbank. Wenn die Schlusssirene durch die Bönnigheimer Halle schrillt, dann ist nicht nur die Arbeit von Chef- und Co-Trainer beendet, sondern auch die Hinrunde. Hinter den Kulissen wird es in Bönnigheim allerdings trotz Winterpause heiß weitergehen.

"Wir sind nach wie vor auf der Suche“, sagt TSV-Abteilungsleiter Christof Weis. Kurzfristig einen Kandidaten zu finden, hat er bereits aufgegeben: "Es bleibt so schwierig, wie wir es erwartet haben. Bis Ende der Saison werden wir aller Voraussicht nach intern überbrücken müssen.“ Noch vor Weihnachten soll diese interne Übergangslösung mit dem bestehenden Trainerbestand gefunden sein, hofft Weis. Namen will er noch keine nennen, "aber die C-Lizenz halte ich in diesem Klassement für absolut erforderlich“. Beim Trainingspensum der TSV-Frauen glaubt er dabei nicht an eine Einzelperson, sonder eher an ein Gespann. 

Angespannte Stimmung 

Der Posten des Chefcoaches ist allerdings nicht die einzige Baustelle im Bönnigheimer Kader. Die Verletzung von Alkje Ziegler hat sich als Abriss des Syndesmosebandes herausgestellt. Für den Rückraum-Motor ist die Saison beendet. Ein kleiner Trost: Alexandra Zäh, vielen noch besser unter ihrem Mädchennamen Tittes bekannt, gibt nach der Geburt ihres Kindes gegen die HSG wohl ihr Comeback, wie Coach Benjamin Koch verrät: "Es war schon toll, sie wieder im Training zu sehen. Sie hat sich gefreut wie ein kleines Kind.“ Ansonsten sei die Stimmung aber in den vergangenen Tagen und Wochen nicht besonders gut gewesen: "Das ist ein blödes Gefühl, mitten in der Runde aufzuhören. Auch ich bin ziemlich traurig, aber alle kennen ja die Gründe, warum wir gehen. Trotzdem sind gerade einfach sehr viele Fragezeichen da.“

Abschied mit Ausrufezeichen

Völlig klar ist, wie sich Koch von Bönnigheim verabschieden möchte: mit einem Ausrufezeichen. "Klar will ich gewinnen. Ich will immer gewinnen. Und mit einem Sieg statt einer Niederlage gehen, ist etwas anderes.“ Zwei Punkte sind Koch/Naumann in ihren eineinhalb Jahren bei Bönnigheim gegen St. Leon/Reilingen allerdings noch nicht gelungen.

Nur gegen Vorjahresmeister Metzingen II hat Koch eine noch schlechtere Bilanz. Beim jüngsten Aufeinandertreffen mit der HSG im März reichte es immerhin zu einem 27:27. "Das ist bisher nicht so unser Gegner gewesen“, weiß Koch natürlich um den Angstgegner-Status des kommenden Kontrahenten: "Die sind sehr aggressiv und teilen konsequent aus, da müssen wir dagegenhalten und den Kampf annehmen.“ 
Ob Koch nach dem Kampf auf dem Parkett nach der Schlusssirene mit den Tränen kämpft? "Niemand ist sauer. Jeder weiß, warum die Entscheidung so gefallen ist. Ich gehe schon davon aus, dass es eine schöne Verabschiedung werden wird.“

Eine symbolische Stabsübergabe wird es hingegen nicht geben. Dafür eine arbeitsreiche Vorweihnachtszeit für Weis und Co.

 

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