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Korrektur eines Betriebsunfalls

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Wer mal sehen wollte, wie es um den Nachwuchs für das Neckarsulmer Bundesligateam bestellt ist, der war am Sonntag in der Ballei am richtigen Ort. In einer Art Endspiel um die Württembergische Meisterschaft standen sich dort die A-Juniorinnen der JSG Neckar-Kocher und des TuS Metzingen gegenüber. Auch wenn beide Teams in dieser Saison nur in der Württembergliga spielen, das Duell hätte sich auch in der Oberliga nicht verstecken müssen. Dank der breiter besetzten Bank ging der Sieg mit 30:23 (14:14) an die Gastgeberinnen. Angesichts von zwei Punkten Vorsprung, dem gewonnenen direkten Vergleich gegenüber Metzingen und nur noch drei ausstehenden Begegnungen, dürfte dem Team des Trainerduos Sven Fischer und Tobias Gärttner die Meisterschaft kaum mehr zu nehmen sein, auch wenn Sven Fischer betont: "Ich nehme Glückwünsche erst entgegen, wenn uns der erste Platz nicht mehr zu nehmen ist.“

Erfolg nach Verletzungssorgen

Der Titel in der Württembergliga wäre die Korrektur eines Betriebsunfalls. Denn eigentlich wollte sich die JSG Neckar-Kocher mit Göppingen, Bietigheim und Nellingen in der A-Juniorinnen-Bundesliga messen. Doch große Verletzungssorgen während des Qualifikations-Marathons im Sommer und etwas Pech führten dazu, dass die JSG weder die Bundesliga- noch die Oberliga-Zugangsvoraussetzungen erfüllte. Andere ambitionierte Jugendmannschaften neigen dann schon mal dazu, eine solche Saison eher mit Minimalaufwand über die Bühne zu kriegen. Bei der JSG haben sie aus der Not aber eine Tugend gemacht. "Letztlich war es so gar nicht schlecht. Erstens haben die Mädels Erfolgserlebnisse gehabt, zweitens hatten wir genügend Zeit, die verletzten Spielerinnen langsam wieder aufzubauen“, erklärt Sven Fischer.

Eine dieser Rekonvaleszentinnen ist Trixi Hanak, die wegen eines Kreuzbandrisses im Sommer gefehlt hatte, gegen Metzingen aber stark aufspielte. "Wir haben ein bisschen gebraucht, um ins Spiel zu finden. Als die Abwehr funktionierte, konnten wir auch vorne richtig loslegen“, sagte die mit acht Treffern beste Torschützin. In ihrem zweiten A-Juniorinnen-Jahr will sie aber ebenso wie ihre Mitspielerinnen tatsächlich auf höchster Ebene spielen. "Wir werden einen neuen Anlauf in Sachen Bundesliga-Qualifikation unternehmen“, kündigte auch Sven Fischer an.

Der Weg in die Bundesliga

Die Mannschaft bleibt nahezu komplett zusammen. Lediglich Nina Wieland und Larissa Krebs dürfen nächste Saison keine A-Jugend mehr spielen. Sina Häberlen wechselt zum Oberligisten TSV Bönnigheim, allerdings ist in ihrem Fall eine Doppelspielrechts-Regelung angedacht. Auf der Tribüne in der Ballei fieberte mit Isabel Tissekker eine Neckarsulmer Erstligaspielerin mit, die den Sprung aus der Jugend bis auf die höchste Ebene geschafft hat.

"Natürlich ist es für die Mädels noch ein weiter Weg bis ins Bundesligateam. Talent ist aber zweifellos vorhanden“, sagte die 23-jährige Rückraumspielerin, die mit der Neckarsulmer B-Jugend 2011 die deutsche Meisterschaft gefeiert hatte. Dieser Titel dürfte angesichts der großen Konkurrenz für die JSG Neckar-Kocher auch nächste Saison nicht erreichbar sein, aber im Konzert der Großen mitspielen, das sollte möglich sein.

 

 

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