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Gekommen, um zu bleiben

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Manchmal sind diese feinen kulturellen Unterschiede dann doch spürbar. Als Alexander Mellitzer am Freitagmorgen zum Frühstück einen Verlängerten bestellt, schaut die Bedienung den neuen Trainer der Heilbronner Falken leicht irritiert an. Der 38-Jährige erkennt die Situation sofort. "Americano ginge auch“, sagt er. Am Ende einigen sie sich auf einen Kaffee, schwarz. Mellitzer nimmt es mit Humor. "Ich bin halt ein Österreicher in Deutschland.“ Längst nicht der erste. 

Fühler ausstrecken

Bei den Heilbronner Falken soll er die Arbeit seines Freundes Gerhard Unterluggauer fortsetzen. Ab Sommer offiziell. Denn noch ist Mellitzer für den Nachwuchs des Klagenfurter AC im Einsatz, gerade erst war er mit der U14 bei einem großen Turnier in Schweden. Räumlich lassen sich die alte und künftige Aufgabe noch gut trennen, da gerade ohnehin kaum ein Falken-Spieler in Heilbronn weilt. Im Moment brauche er nur Telefon und Internet, das Falken-Abenteuer hat ihn schon fest im Griff. "Wir müssen unsere Fühler jetzt ausstrecken, da die Spieler von Qualität jetzt auf dem Markt sind und sich umschauen.“ Die zwei Tage, die er diese Woche in Heilbronn ist, hat er genutzt, um mit Manager Atilla Eren und Co-Trainer Marco Schütz die Köpfe zusammenzustecken. "Das ist ja keine One-Man-Show“, sagt er mit Blick auf die Planung der neuen Saison. Zwar will sich Mellitzer keine Deadline setzen, bis Ende Mai jedoch soll der Kader der Falken möglichst stehen. Das würde ihm auch den Start erleichtern.

Vertrauen aufbauen

"Noch ist es ja nicht mein Team, das macht es etwas schwieriger“, sagt der Trainer, der durch Gespräche erst einmal Vertrauen aufbauen will. Je früher er anfangen kann: desto besser. Denn nach der Zusammenstellung des Kaders sieht es der Österreicher als seine wichtigste Aufgabe an, ein Umfeld zu schaffen, das für seine Spieler motivierend ist. "Ich möchte jedem das Gefühl geben, dass er wichtig ist.“ 

Denn bei allem Reden über modernes Eishockey: am Ende sei die mentale Stärke ausschlaggebend für den Erfolg. "Ich will Spieler, die sich auch was trauen“, sagt Mellitzer, der sich viel mit Sportpsychologie beschäftigt. Ansonsten ließe sich seine Philosophie auf Puckbesitz und Tempo reduzieren. "Aber welcher Trainer will das heutzutage nicht?“ Die kulturellen Unterschiede seien da doch gering – nicht nur zwischen Österreich und Deutschland.

Umzug 

Die Luftveränderung mache ihm keine Sorgen, wenngleich Mellitzer im Moment an allen Fronten im Einsatz ist: alles und alle kennenlernen, Kaderplanung, Vorbereitung. Hinzu kommt dann bald die Suche nach einer Wohnung. Zumal seine Frau und die drei Kinder nach Heilbronn mitkommen. "Ich muss jetzt erst einmal eine Schule für unseren Ältesten finden, meine Frau macht Druck“, sagt Mellitzer.

Er selber hatte das Thema relaxter gesehen, hat die Priorität inzwischen aber erhöht. "Mir ist wichtig, dass sich die Familie wohlfühlt. Heilbronn soll unser zweites Zuhause werden.“ Denn auch das Projekt bei den Falken darf, wenn es nach ihm geht, gerne länger als das vertraglich vereinbarte Jahr dauern. "Ich weiß zwar nicht, was in fünf Jahren ist, ich möchte mich hier aber länger empfehlen.“ Dass der Standort Heilbronn Potenzial hat, steht für Mellitzer außer Frage. Zumal sich eine Kooperation mit den Mannheimer Adlern abzeichnet.

Zusammenarbeit 

Am Freitag waren Eren und Mellitzer in Mannheim, um sich mit den Verantwortlichen der Adler zu treffen. Eine Zusammenarbeit würde für die Falken sportlich neue Perspektiven eröffnen. "Die kommen ja nicht, um hier ihre Zeit abzusitzen, die wollen sich empfehlen.“ Anpassungsprobleme sind da ausgeschlossen. Fast wie bei ihm.

 

 

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