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A-Team oder Karriereende?

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Mit neuem Boot, neuem Paddel und neuem Mut startet Kanute Felix Landes ins Rennjahr 2018. Der Athlet von der Neckarsulmer Sport-Union hat viel umgestellt für die neue Saison, die am Samstag mit der ersten nationalen Qualifikation für die Nationalmannschaft des Deutschen Kanu-Verbandes in Duisburg beginnt. "Die vergangene Saison, in der nicht alles rund lief, ist abgehakt“, sagt der 24-Jährige. Landes ist nun der U 23 entwachsen. Deshalb heißt es: "A-Nationalmannschaft oder ich bin raus“, sagt er. 

Übertrainiert 

In der Vorsaison war er raus. In Sachen Trainingssteuerung lief einiges schief. Seine Lehre: "Viel hilft nicht immer viel. 2017 ging es von Trainingslager zu Trainingslager. Vom Lehrgang mit der Nationalmannschaft in Florida flog er nach Sevilla, um mit dem Landeskader zu trainieren. "Ich habe immer gedacht, es passiert nur den anderen, übertrainiert zu sein“, sagt Landes. Als es darauf ankam, war die Form nicht da – und Landes war raus aus dem A-Team. "Zwei Kilometer mehr zu trainieren als die anderen ist nicht immer zielführend“, sagt Landes nun. Was drin ist in dieser Saison? Das ist schwer einzuschätzen“, sagt seine Neckarsulmer Heimtrainerin Ilona Müller.

Bundeswehr

Dieses Jahr muss es nun wieder laufen für Felix Landes. Denn auch finanziell ist einiges an den Erfolg geknüpft. Seine Zugehörigkeit zur Sportfördergruppe der Bundeswehr ist vom Status als A-Kader-Athleten abhängig. Ist Landes nicht dabei, ist im September Schluss mit der Bundeswehr. Dann wären 80 Prozent meines monatlichen Einkommens weg“, sagt Landes, der auch von der Sporthilfe Unterland gefördert wird. Mit dem neuen Material hat Landes auf dem Neckarwasser in Mannheim viel gearbeitet. Ich habe nach drei Jahren etwas Neues gebraucht, mit dem ich arbeiten kann“, sagt er zur Materialumstellung. In Mannheim arbeitet er mit dem Landestrainer. "Hier kann ich viel individualisieren“, sagt Landes zu seinen Beweggründen nicht ins Leistungszentrum nach Potsdam zu wechseln. 

Das verkorkste Jahr 2017 endete mit einer Leisten-Operation. Nun fühlt sich der Student der Politikwissenschaften wieder fit – seine Form muss er am Wochenende in Duisburg unter Beweis stellen. "Ich habe ein gutes Gefühl. Besonders, was die kurzen Strecken anbelangt“, sagt er. Heute ist Landes bei der nationalen Qualifikation über die 250 Meter gefordert, dann über 2000 Meter. In drei Wochen stehen die 500 und 1000 Meter an. Alle Ergebnisse fließen in eine Rangliste ein. Danach weiß Felix Landes, ob es für einen Platz im A-Kader reicht.

Ziel

Sein langfristiges Ziel ist es, in den Vierer auf einer der olympischen Strecken zu kommen. "Es wird schwer, ich sehe aber eine geringe Chance, deshalb probiere ich es auch“, sagt Landes, der U 23-Vize-Weltmeister im K2 über 1000 Meter aus dem Jahr 2016. Der hohe Trainingsaufwand soll 2018 schließlich zu mehr führen als zu einer Teilnahme bei der Studenten-WM.

Ohne Nationalmannschaftszugehörigkeit wird sich die Zukunftsfrage bei Landes stellen. Bald steht die Bachelorarbeit im Studium an. "Für viele ist es dann attraktiver, ins Berufsleben zu wechseln“, sagt Landes. Heißt: Klappt es dieses Jahr nicht mit dem Nationalteam, dann rückt auch der Traum von Tokio 2020 in weite Ferne – und das Karriereende womöglich schneller näher als geplant. "Olympia wäre das Größte. Als Sportler will man genau das mal erleben“, sagt Landes, der 2015 mit dem Vierer einen deutschen Olympia-Startplatz um einen Rang verpasste.

Doping 

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass das vor dem deutschen Boot platzierte rumänische Team gedopt war. "So etwas bringt einem dann hinterher auch nichts mehr“, beklagt Landes das Leid als betrogener Sportler. Weltklassezeiten seien auch ohne Doping zu fahren, davon ist er fest überzeugt. "Ansonsten würde ich den Sport sofort aufgeben“, sagt Landes, der im Februar Rang zwei bei der Unterländer Sportlerwahl 2017 belegte. 

 

 

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