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Gewohnt gut, aber nicht wie erhofft noch besser

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Es war eine sehnsüchtig erwartete E-Mail, die Cecilia Ghe von der Spielergewerkschaft ATP am Montag an Metehan Cebeci verschickte: Die offizielle Meldeliste für den 5. Heilbronner Neckar-Cup. "Auf den ersten Blick stehen nicht so namhafte Spieler drauf, sind auch die Rankings nicht so gut“, sagt der Turnierdirektor des vom 12. bis 20. Mai an der Krummen Steige stattfindenden Tennis-Challengers. Aber natürlich schlage da wieder Weltklasse auf, freute sich Metehan Cebeci auf viele deutsche Profis sowie erfahrene ältere Spieler und zwei junge Hüpfer der sogenannten Next Gen. Und dann ist da ja noch die in der Region altbekannte Nummer eins Jiri Vesely. Aber trotz der vielen Namen mit Ausrufezeichen bleiben einige Fragezeichen. Warum ist das Teilnehmerfeld wie gehabt bemerkenswert gut – aber rätselhafterweise nicht so gut, wie es das Rekordpreisgeld von 85 000 Euro vermuten ließ? 

Casper Ruud als "nächster Paradiesvogel" 

Metehan Cebeci freut sich. Unter anderem auf die sechs fix im Hauptfeld aufschlagenden Deutschen Matthias Bachinger, Dustin Brown, Yannick Hanfmann, Yannick Maden, Mats Moraing und Oscar Otte. Thomaz Bellucci (Brasilien) und Lukas Rosol (Tschechien) haben klangvolle Namen, standen einst auf Platz 21 (Bellucci) und 26 (Rosol) der Weltrangliste, müssen am Trappensee aber in die Qualifikation. Der Slowake Norbert Gombos, Finalist des Vorjahres, ist wieder dabei. Auch der 19 Jahre alte Norweger Casper Ruud und erstmals US-Boy Michael Mmoh. "Das wird der nächste Paradiesvogel auf der Tour“, sagt Metehan Cebeci über den 20-Jährigen. "Das ist ein super Junge, der super Tennis spielt und ein richtig gutes Auge hat.“ 

Millman ist mit dabei

Die Augen werden in Heilbronn aber vor allem auf Jiri Vesely gerichtet sein. Der 1,98-Meter-Mann aus Tschechien ist die Nummer eins der Meldeliste und trotz seiner erst 24 Jahre ein alter Bekannter. Vesely spielte als Junior für den TC Lauffen, schlug zuletzt vor vier Jahren bei den Heilbronn Open in Talheim auf. "Er ist im Unterland bekannt“, freut sich Cebeci auf die Nummer 78 der Weltrangliste, die sogar schon 43 Plätze besser platziert war. Zweiter Top-100-Mann ist der Australier John Millman (94). 

Als Metehan Cebeci Mitte Januar bekannt gab, dass er und sein Team mit Mine Cebeci und Tom Bucher das Preisgeld erneut erhöhen werden – um 21 000 Euro auf nun erstmals 85 000 Euro –, hoffte er bei der fünften Turnierauflage auf "zwei, drei Spieler aus den Top 70 bis 50“. Die werden nicht da sein. Noch überraschender: Der Cut Off ist schlechter geworden; er ist der Indikator für die Qualität eines Turniers, markiert die Weltranglistenposition, mit der ein Profi gerade noch ins Hauptfeld kommt.

Der Cut Off liegt beim Neckar-Cup diesmal bei 205. Die Zahlen der Vorjahre: 180 (2017), 157 (2016), 163 (2015) und 171 (2014). "Ja“, das findet auch Metehan Cebeci kurios. "Ich frage mich mit Blick auf die Meldelisten der anderen Turniere: Wo sind die Spieler zwischen Platz 60 und 100? Die müssen kurz vor den French Open doch auf Sand spielen, egal wo.“

Parallel-Turnier 

Vielleicht machen es einige Profis wie Maximilian Marterer. Die deutsche Nummer sieben (Weltrangliste 74) mache eine "Erschöpfungspause“, weiß Metehan Cebeci: "Kurios, ja. Wenn du zu diesem Zeitpunkt in der Saison eine Pause brauchst, ist etwas schief gelaufen.“

Zumindest interessant ist, dass Heilbronn einen Konkurrenten hinzubekommen hat. Wie gehabt laufen parallel Challenger in Busan (Südkorea/150 000 US-Dollar), Samarkand (Usbekistan/75 000 US-Dollar), Bordeaux (Frankreich/106 000 Euro) und erstmals in Lissabon (Portugal/43 000 Euro). "Wieso haben wir nochmal ein Sandplatz-Challenger in Europa? Ich weiß nicht, wie es dazu kam. So haben wir uns das nicht vorgestellt“, sagt Cebeci. Das beste Feld habe übrigens Bordeaux mit vier Profis aus den Top 100 und einem Cut Off von 166. 

Metehan Cebeci ist verwundert, aber auf den zweiten und dritten Blick "sehr erfreut“ über die Meldeliste seines Turniers. Spätestens während des Neckar-Cups gehe er den Antworten auf die Fragen "wieso, weshalb, warum?“ auf den Grund. Die vermutlich spannendste Frage lautet: Wer wird Nachfolger von Turniersieger Filip Krajinovic?

Tickets

Karten für den Neckar-Cup gibt es im Tennisshop Trappensee sowie beim Medienunternehmen Heilbronner Stimme.

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