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Abschalten, konzentrieren, treffen

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Hoch konzentriert fasst Katharina Müller die Schießscheibe in zehn Meter Entfernung ins Auge. Die Beine fest auf dem Boden, hält die 13-Jährige das Luftgewehr sicher in den Händen. Dann drückt sie ab. Pfeilschnell flitzt die kleine Kugel über die Schießbahn, reißt ein kleines Loch in die Pappscheibe.

Erfolgreiches Quartett

Katharina Müller ist das Nachwuchstalent bei der Schützengilde Massenbachhausen und hat sich in der vorigen Saison sogar für die Deutsche Meisterschaft in München qualifiziert. 172 Teilnehmer gingen in ihrer Altersklasse an den Start. Katharina schoss 193 von 200 möglichen Ringen und erreichte Platz 14. "Das ist ein super Ergebnis“, sagt ihre Trainerin Uschi Meyer-Brennenstuhl stolz. Doch Katharina geht es nicht nur um gute Ergebnisse. In der Jugendgruppe der Schützengilde fühlt sie sich unter lauter Jungs pudelwohl.

Auf der Schießanlage im Schützenheim trainieren die Jugendlichen einmal in der Woche. Sie werden dabei von Jugendleiter Heiko Lock betreut und von Trainerin Uschi Meyer-Brennenstuhl gefördert. Sie bringt den Jugendlichen die richtige Technik bei, drückt bei den Wettbewerben alle Daumen und ist nicht selten Seelentröster und Kummerkasten für ihre Schützlinge.

Katharina Müller, Felix Lamnek (16), dessen Cousin Yannik Lamnek (14) und Florian Pühler (14) sind in der Jugendrunde im Schützenkreis Heilbronn ein starkes Team, haben bei Meisterschaften schon so manchen der vorderen Plätze belegt. Doch bis nach München, zur Deutschen Meisterschaft, schaffte es von den vieren bislang nur Katharina.

Konzentration herauskitzeln

Uschi Meyer-Brennenstuhl weiß, was den Schießsport so schwierig macht: "Es ist die Konzentration. Die muss man manchmal herauskitzeln.“ Abschalten, die Anspannung des anstrengenden Schultages hinter sich lassen, sich auf einen Punkt konzentrieren – das sei der Erfolgsgarant, sagt die Expertin.

"Manchmal habe ich das Gefühl, dass bei viel Stress das Abschalten besser funktioniert“, meint Felix. Und Yannik hat festgestellt, dass er sich an Tagen, an denen er sich viel bewegt hat, beim Schießen besser konzentrieren kann. Doch auch Katharina gelingt nicht immer ein Treffer ins Schwarze. "Aber wenn's darauf ankommt, dann klappt's.“

Der spezielle Anzug, dessen stabile Hose bis über die Taille geht, verschafft einen festen Stand. Der ist nötig, denn das Gewehr mit über vier Kilogramm Gewicht liegt nur auf dem Handballen auf. Die Klappe über dem Auge sorgt dafür, dass der Schütze zweidimensional sieht und so das Ziel besser trifft. Und natürlich, so Jugendleiter Lock, gehört jedes Mal auch noch ein Quäntchen Glück dazu.

Langer Weg zum Erfolg

Auch Katharina musste für ihren Erfolg viel trainieren. "Am Anfang habe ich, wie alle Anfänger, fast nichts getroffen.“ Doch von Training zu Training wurde sie besser, hat sich bei der Kreismeisterschaft für die Teilnahme an der Bezirksmeisterschaft, dort für die Landesmeisterschaft und hier wiederum für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. "Heute dauert es maximal zehn Sekunden, bis ich abdrücke“, sagt Katharina.

So wurde auch der Landesverband auf die talentierte Schützin aufmerksam, wollte Katharina in den Kader holen. Auch wenn das verlockend klang, hat sie sich dagegen entschieden. "Man ist dann fast jedes Wochenende in Ruit, an der Sportschule. Das wäre mir zu viel.“

Die Jugendliche legt ihren Schwerpunkt auf einen guten Schulabschluss, hat schon ein Berufsziel vor Augen. "Ich möchte Ärztin werden. Das Schießen ist und bleibt für mich Hobby.“ Ehrgeizig ist sie trotzdem. Und so fasst Katharina zielstrebig die nächste "Deutsche“ ins Visier.

 

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