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Rote Teufel bieten Weltklasse

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Am Samstagabend stand in der Neckargartacher Römerhalle nicht nur das Geschehen auf der Matte im Vordergrund. Den letzten Heimkampf der Hauptrunde in der Bundesliga Nordwest gegen den TV Aachen-Walheim nutzte der Tabellenführer Red Devils Heilbronn für eine Spendenaktion. Die Ringer sammelten im Rahmen der Aktion "Große Hilfe für kleine Helden“ Geld für die sozialmedizinische Familiennachsorge der Kinderklinik Heilbronn.

Musik in der Pause

Das Sportliche hatte jedoch keine sekundäre Bedeutung, zu gut waren die Gäste aufgestellt und nahezu in Bestbesetzung angereist. Was die Roten Teufel jedoch nicht daran hinderte, sich mit 24:6 souverän durchzusetzen. "Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt, das waren geile Kämpfe, eine super Atmosphäre und ein tolles Drumherum“, sagt Red Devils-Abteilungsleiter Jens Petzold.

Der Unterhaltungswert für die rund 680 Zuschauer war hoch, was auch den Open Doors zu verdanken war. Der weit über die Region hinaus bekannte Chor gab in der Pause wie auch nach dem Kampfende etliche Lieder zum Besten und stellte sich somit ebenfalls in den Dienst der guten Sache.

Erneutes Aufeinandertreffen

Der Heilbronner Youngster Konstantin Schmidt kam kampflos zu vier Mannschaftspunkten, da sein Gegner zu viele Kilo auf die Waage brachte. Stefan Kehrer (0:2) und Bogdan Eismont (0:15) unterlagen, während Recep Topal und Abdolmohammad Papi jeweils mit Überlegenheitssiegen für eine 12:5-Pausenführung der Red Devils sorgten. Den zweiten Kampfabschnitt eröffnete für die Hausherren Christian Maier mit einem 6:6. Der Mannschaftspunkt ging auf Grund der höheren Wertung (4) an den Gegner. Christian Fetzer siegte 15:0 zum 16:5-Zwischenstand.

Ein Highlight war der Kampf zwischen Pascal Eisele und dem Walheimer Polen Edgar Babayan. Es war eine Neuauflage des EM-Finales von 2016, das Eisele 8:0 gewonnen hatte. Der Odenwälder im Devils-Trikot siegte in einem sehr intensiv geführten Kampf mit 16:5. Bei einer 19:6-Führung war der Kampfabend damit für die Red Devils entschieden.

Außergewöhnliche Aufholjagd

"Das war ein besonderer Sieg und gut für das Selbstvertrauen“, sagte Pascal Eisele, der noch immer mit seinem frühen WM-Aus hadert. Jetzt wieder einem Kampf auf höchstem Niveau gewonnen zu haben, ist Balsam für seine Seele. "So deutlich wie diesmal habe ich gegen Babayan noch nicht gewonnen. Das zeigt, das ich doch Vieles richtig gemacht habe.“ 2017 war er dem Polen bei einem Turnier unterlegen.

War schon Pascal Eiseles Kampf das Eintrittsgeld wert, so setzte Frank Stäbler ordentlich einen drauf. Der Weltmeister lag gegen den Ungarn Robert Fritsch 0:3 hinten, siegte dann aber noch unter tosendem Beifall der Zuschauer in letzter Sekunde 4:3. Oleg Motsalin hatte es im Anschluss rekordverdächtig eilig, feierte bereits nach sechs Sekunden einen Schultersieg zum Endstand von 24:6.

Nicht aufgegeben

Auf die Frage, wo er die mentale Stärke, seinen unbändigen Siegeswillen hernimmt, scheinbar ausweglose Situationen immer wieder in letzter Sekunde ins Positive zu drehen, antwortete Stäbler völlig abgekämpft und mit einem gequältem Lächeln: "Diese Mentalität hatte ich diesmal schon verloren geglaubt, ich war so fertig.“

Sechs Wochen Kampfpause mit einem Trip nach Nepal und der Höhenkrankheit sowie ein nicht enden wollender Medien-Marathon, auch an einem dreimaligen Weltmeister geht das nicht spurlos vorüber. "Christian Fetzer hat mir kurz vor Kampfende zugerufen, Frank du hast den stärksten Kopf der Welt.“ Es hat funktioniert.

Auch Cheftrainer Andrej Puscas sagte: "Was Pascal und Frank gezeigt haben, war Weltklasse.“ Jens Petzold meinte mit glänzenden Augen: "Wegen solchen Kämpfen mache ich hier alles bei den Devils.“

 

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