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Besonderes Heimspiel

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Das nennt man dann wohl frühkindliche Prägung: Als Viktoria, Rebecca und Julia Merz noch im Baby- und Kleinkind-alter waren, da legten ihre Eltern sie an den Wochenenden mitunter auf eine dieser blauen Weichbodenmatten in den Sporthallen der Region – und die beiden Erziehungsberechtigten spielten Tischtennis. "Wir waren damals in derselben Mannschaft aktiv und haben die Kinder dann halt einfach krabbeln lassen“, erzählt Torsten Merz.

Hochgesteckte Ziele

Durchaus mit Wirkung. Alle drei Töchter haben ein Talent fürs Tischtennisspielen entwickelt. Mit zwei Jahren hatten sie zum ersten Mal den Tischtennisschläger in der Hand, später kamen erneut Turnmatten zum Einsatz: um über den Tisch schauen zu können.

An diesem Wochenende kommt es für die 14-jährige Viktoria und ihre zwei Jahre jüngere Schwester Rebecca zu einem Heimspiel der besonderen Art. Beide nehmen an den baden-württembergischen Tischtennismeisterschaften teil, die von ihrem Verein, der TGV Eintracht Abstatt, ausgerichtet werden. Papa Torsten Merz hilft bei der Organisation der 150-Teilnehmer-Veranstaltung mit. Er ist zudem Bezirksjugendvorsitzender und Sportwart des TGV Eintracht Abstatt.

"Die Top drei sind das Ziel“, sagt Viktoria über die U 15-Konkurrenz bei den Baden-Württembergischen. Ihre Schwester Rebecca peilt dies in der U 13 an, ist aber auch bei der U 15 qualifiziert. Ein Platz auf dem Treppchen könnte dann auch schon für das Ticket zu den deutschen Meisterschaften genügen.

Starke Konkurrenz

Doch die Konkurrenz, besonders aus dem eigenen Bezirk, ist groß. Gerade bei den U 15 Mädchen. Acht Starterinnen aus dem Bezirk Heilbronn – da kann kein anderer Tischtennis-Bezirk in Baden-Württemberg mithalten. So schwingt bei der U 15 ein Hauch von Bezirksmeisterschaften mit, wenn Mia Hofmann, Thi Minh Nguyen, Min-Thao Nguyen, Bao Ngoc Nguyen, Anna Gumbrecht (allesamt Neckarsulmer Sport-Union) und Melanie Schraag (TSV Erlenbach) um die Plätze bei den Landesmeisterschaften kämpfen.

Das Heimspiel ist für die beiden Merz-Mädchen etwas Besonderes. "Wir wohnen ja nur drei Minuten von der Halle entfernt“, sagt Rebecca. Trainiert wird allerdings meist in Heilbronn-Sontheim, wo Andreas Dörner gerade einen besonders talentierten U 15-Jahrgang zehn Stunden die Woche unter seinen Fittichen hat. "Aktuell kommen die Nummer zwei, drei und vier in Baden-Württemberg aus unserem Bezirk“, sagt Viktoria Merz.

Keine Handballer

In Abstatt ist Handball eigentlich die dominante Sportart. "Da sind beide aber körperlich nicht so gut geeignet“, sagt Papa Torsten Merz und lacht. Groß sind beide in Sachen Tischtennis. Zu groß für Abstatt? Beide spielen mit den Abstatter Mädchen in der höchsten Jugendklasse, bei den Damen zudem in der Landesliga, wo der TGV Eintracht die Tabelle anführt. "So lange wir mit der Mannschaft immer aufsteigen, passt das noch“, sagt Vater Merz.

Das Problem dabei: Die individuelle Entwicklung geht rasanter voran als die der Abstatter Frauen-Mannschaft. Für beide Töchter lassen sich Schule (Herzog-Christoph-Gymnasium Beilstein) und der Sport unter einen Hut bringen, auch weil Viktoria in neun Jahren das Abitur (G9) macht, der Papa zudem als Fahrer fungiert. Kaum sind die beiden großen Töchter an diesem Montagabend in Sontheim abgeliefert, muss die zehnjährige Julia zum Tischtennis-Training nach Neckarsulm gebracht werden.

Mama betreut

Am Wochenende beim Heimspiel in Abstatt wird Gunter Schmidt Viktoria als Trainer betreuen, Mama Friederike Merz Töchterchen Rebecca. Warum? "Die schaut mich nicht immer so kritisch an, wenn ich einen Fehler mache“, sagt Rebecca Merz und grinst ihren Vater an.

Ihre Mutter hat schließlich dem Rest der Familie etwas voraus. Im vergangenen Mai holte sie bei den deutschen Pokalmeisterschaften der Verbandsklassen in Baiersbronn im Bereich Damen C den Titel. Am Start war dabei aus jedem der 20 Landesverbände des Deutschen Tischtennis-Bundes eine Mannschaft.

 

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