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Frank Stäbler bleibt den Red Devils treu

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Er ist ein Publikumsliebling in der Neckargartacher Römerhalle, ein Aushängeschild für den VfL Neckargartach im SV Heilbronn am Leinbach und ein Punktegarant für die Red Devils Heilbronn. Frank Stäbler, Weltmeister im griechisch-römischen Stil bis 66 Kilogramm 2015 und im 71-Kilo-Limit 2017, hat am Donnerstagvormittag in Heilbronn im Besprechungsraum der Arta Hornung Malerbetrieb GmbH zu einer Pressekonferenz eingeladen. 

Neuer Vertrag

Der Klassik-Spezialist, der bei Einzelmeisterschaften für seinen Heimatverein TSV Musberg auf die Matte geht, verkündet in der Firma von Ringer-Abteilungsleiter Jens Petzold seine Zukunftsplanungen. Stäbler lächelt, als er um 11 Uhr Platz nimmt. Es ist ein freundliches Lächeln, ein positives. Neben ihn sitzt ein entspannter Jens Petzold. Positive Vorzeichen, die gute Nachrichten erahnen lassen. Um 11.30 Uhr ist es dann soweit. Stäbler unterschreibt den Vertrag für die Saison 2018/2019.

"Ein Riesenpublikum, volle Halle und eine tolle Mannschaft“: Stäbler ist voll des Lobes, was das Umfeld seines alten und neuen Vereins betrifft. „Er hatte gut dotierte Angebote aus der Bundesliga, fühlt sich bei uns aber wohl, das ist ihm wichtig. Das Drumherum im Verein und die Stimmung in der Römerhalle haben es ihm angetan“, hebt Petzold hervor. Doch der Wohlfühlfaktor ist nur ein Grund, der die Entscheidung zu Gunsten der Red Devils erleichterte. "Es wird eine starke Mannschaft geben. Man steht zwar allein auf der Matte, aber mitentscheidend sind der Teamspirit und die Euphorie“, weiß Stäbler, dass eine funktionierende Truppe den Einzelnen motivieren und pushen kann.

Ein weiterer Faktor, der den Ausschlag für Neckargartach gab: Kurz Wege zwischen seinem Wohnort Musberg, der Römerhalle in Neckargartach und den Lehrgangsorten der deutschen Nationalmannschaft. Das ist ihm wichtig, da bald eine neue familiäre Situation für die eine oder andere schlaflose Nacht sorgen wird. 

Teamspirit

"Ich werde Anfang Mai Papa“, erzählt Frank Stäbler und verzichtet für dieses private Highlight gerne auf ein sportliches, die zeitgleich stattfindende EM in Russland. Der Blick geht daher schon nach Budapest, wo im Oktober die Weltmeisterschaften ausgetragen werden. "Da will ich erneut nach den Sternen greifen. Die Geschichte muss weitergeschrieben werden“, plant Stäbler den WM-Hattrick. Auch seine Ziele mit den Red Devils sind ambitioniert. "Im ersten Jahr haben wir das Viertelfinale erreicht, sind in zwei Kämpfen bei einem Sieg gegen den späteren Meister Burghausen ausgeschieden. Das verlangt nach mehr“, sagt Stäbler. "Wenn alles passt, die Mannschaft vom Teamspirit beflügelt wird, ist das Halbfinale drin. Und wer im Halbfinale steht, der kann alles erreichen.“

Stäbler bleibt. Jens Petzold tut sich nun leichter bei Vertragsverhandlungen mit anderen Eckpfeilern aus dem aktuellen Kader und möglichen Neuverpflichtungen. Allen voran Stäblers Nationalmannschaftskollegen, der WM-Dritte Pascal Eisele und der Olympia-Fünfte Eduard Popp. "Dass Eddi als Eigengewächs des VfL im Verein gehalten werden kann, ist keine Selbstverständlichkeit. Auch er hat finanziell und sportlich lukrative Angebote anderer Teams vorliegen“, macht Petzold aber deutlich, dass man den Griechisch-Römisch-Spezialisten im Schwergewicht unbedingt halten will. "Er ist seit Jahren ein Aushängeschild des Vereins und ein Markenzeichen in der Region.“ 

Unterschrieben für die Saison 2018/2019 haben bereits Stefan Kehrer, Valentin Lupu, Julian Meyer, Christian Maier, Andre Timofeev, Bogdan Eismont und Michele Rauhut. Zudem die Nachwuchstalente Konstantin Schmidt, Nico Breischaft und Stefan Kamockij, die alle drei langsam an die erste Mannschaft herangeführt werden sollen. Der bisher einzig feststehende Abgang ist Etka Sever, der eine Gewichtsklasse hoch geht und zum Liga-Rivalen ASV Mainz wechselt.

Beifall für Freund

Nach dem offiziellen Teil der Pressekonferenz gab es für Frank Stäbler kein Halten mehr. Die deutschen Kombinierer liefen dem Staffelgold entgegen. Schlussläufer Johannes Rydzek und der Ringer-Weltmeister kennen sich. Beide haben denselben Manager. "Wir sind sehr gute Freunde, er war auch zu meiner Hochzeit eingeladen“, erzählt Stäbler und jubelt, als Rydzek mit der deutschen Fahne in der Hand über die Ziellinie läuft. Rydzek wurde mit Sicherheit zum Dopingtest eingeladen.

Stäbler kennt das. Erst Anfang der Woche wurde er am frühen Morgen getestet. Um 5.45 Uhr klingelten die Kontrolleure der Nada (Nationale Anti-Doping-Agentur), wenig später standen zwei Vertreter des United World Wrestling (UWW) vor der Türe. Auch der Weltringerverband wollte eine Probe. Über so viel "Fürsorge“ war selbst Frank Stäbler überrascht, nahm es aber gelassen und meinte mit einem trockenen Augenzwinkern: "So viel Urin kann ich gar nicht pinkeln.“ tok

 

 

 

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