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Springer hadern mit ihren Höhen

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Auch im 22. Jahr ist das traditionelle Sprung-Meeting in Eppingen noch immer für eine Überraschung gut. Obwohl diesmal einige Spitzenathleten abgesagt hatten, gab es doch noch eine große Show. Die boten Martin Günther und Tobias Potye: Die beiden Topathleten lieferten sich im Feld der Männer am Ende ein ganz privates Duell auf hohem Niveau – und nahmen dafür sogar eine Verlängerung in Kauf. Sehr zur Freude des Publikums, das die Springer den Tag über trotz großer Hitze im Kraichgau Stadion so tapfer unterstützt hatte.

Flüchtigkeitsfehler 

Eigentlich hatte Günther den Wettkampf mit seinen 2,16 Meter schon gewonnen, obwohl auch Potye dieselbe Höhe geknackt hatte. Aber da sich Potye bei seinem Einstieg über 2,08 Meter einen Flüchtigkeitsfehler erlaubt hatte – während Günther zumindest anfangs fehlerfrei blieb –, war der 31-Jährige vom VfB Stuttgart am Ende obenauf. Zufrieden aber waren beide Springer nicht und setzten ihr Duell außerhalb des Wettkampfes spontan fort. "Ich wollte es nochmal wissen“, sagte Potye, der im Training schon die 2,25 Meter überquert hatte.

Also ließ er sich die Latte noch einmal auflegen und schaffte im vierten Versuch dann locker-leicht die 2,20 Meter. "Mein Problem ist, dass ich von mir erwarte, dass ich das aus dem Ärmel schüttele, was ich im Training schon geschafft habe.“ Doch zwischen Training und Wettkampf sei speziell zu diesem frühen Zeitpunkt in der Saison doch noch ein Unterschied. Umso wichtiger war der letzte, wenngleich nicht mehr gültige Versuch, schließlich hat der Springer der LG Stadtwerke München in diesem Jahr noch Großes vor.

In Reichweite

Die Europameisterschaft Anfang August in Berlin ist sein Ziel, dafür muss er aber die geforderte Norm von 2,29 Meter noch abliefern. "Das ist sicher nicht außer Reichweite“, sagt der 23-Jährige, der wie die anderen Starter nicht damit gerechnet hatte, die Qualifikation schon beim ersten Wettkampf in Eppingen einzusacken. "In der Regel ist es immer mehr eine Jagd nach der Norm.“ Die erwartet auch sein Widersacher Martin Günther, der sich von Potyes Ehrgeiz und den dankbaren Zuschauern auf der Anlage nicht lumpen lassen wollte und auch einen vierten, am Ende jedoch erfolglosen Sprung über die 2,20 Meter wagte.

So wusste Günther, der seit vielen Jahren gerne nach Eppingen kommt ("Bei meinem ersten Start hatte ich jedenfalls noch Haare“), auch nicht recht, wie er seinen Saisonstart einordnen sollte. "Ich bin ein bisschen zufrieden, aber auch unzufrieden“, sagte er. Den Sieg nahm er zwar gerne mit. "Aber es geht hier nicht ums Gewinnen, sondern um Höhe.“ Und die war mit 2,16 Meter gerade noch okay. Ähnlich erging es auch Anne Klebsch, die nach ihrem Erfolg bei den Frauen beinahe schon unglücklich wirkte. "Für mich ist das keine Höhe“, sagt sie über die übersprungenen 1,76 Meter. "Da bin ich letzte Saison mit eingestiegen.“

An Feinheiten wird noch gearbeitet

Bei vielen Athleten stimmten die Abläufe schlicht noch nicht – was zu dem Zeitpunkt aber normal ist. Während Günther noch Anlaufprobleme hatte, verlor Klebsch mit ihrem letzten Schritt ihre Anlaufgeschwindigkeit. "Ich muss mich daran erinnern, dass es noch wahnsinnig früh in der Saison ist“, sagte die 22-Jährige vom LAZ Ludwigsburg. Im Vergleich zum Vorjahr lag das Meeting in Eppingen noch einmal gute zwei Wochen früher und erreichte am Ende auch deswegen vielleicht nicht ganz das Niveau vergangener Tage. "Dieses Jahr haben wir ein bisschen Pech“, fasste die Organisatorin Andreas Pottiez das Springen etwas enttäuscht zusammen. "Aber das ist einfach unser Los.“ Immerhin hatte auch sie ihre Freude an der speziellen Einlage von Günther und Potye.

 

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