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Auf den Riesensatz folgt eine Rüge

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In Peter Bergdolt steckt ein Pädagoge. Obwohl sein Schützling gerade seine Bestleistung deutlich gesteigert hatte, wollte er sich nicht uneingeschränkt freuen. Er mahnte vielmehr, gab sich streng. "Verdient hast Du es nicht“, warf der Trainer des TV Eppingen Ruven Renz entgegen. Dabei hatte der 17-Jährige beim 22. Sprung-Meeting in Eppingen gerade einen Riesensatz von 14,26 Meter in die Grube gezimmert. 52 Zentimeter mehr, als ihm bis dato gelungen waren. Ein Quantensprung, der dem jungen Dreispringer immerhin Platz acht im Klassement aller Springer einbrachte. 

Enormes Potenzial 

Und natürlich war auch Bergdolt begeistert. Dass er seine Freude im ersten Moment im Zaum hielt, hatte einen einfachen Grund. Der Trainer ist mit der Trainingsmoral von Renz nur bedingt zufrieden. Zu selten war der in den vergangenen Wochen zum Training gekommen. "Der Kerl weiß gar nicht, was für ein enormes Potenzial er hat“, sagte der Coach fast schon bewundernd. Bereits bei seinen drei ersten Versuchen hatte Renz die 14-Meter-Marke ins Visier genommen und mit 13,90 Metern seine persönliche Bestleistung schon einmal verbessert, ehe Anlaufschwierigkeiten zu zwei Fehlversuchen führten. Das Beste aber hatte sich Ruven Renz für den Schluss aufgehoben.

Überrascht

"Ich wollte schon die 14 Meter knacken, aber damit habe ich nicht gerechnet“, sagte der 17-Jährige selbst ein wenig überrascht. Und doch scheint bei Renz noch weitaus mehr möglich. Bei der Landung verschenkt er eine noch bessere Weite, weil er den Unterschenkel nach hinten hängen lässt. Auf 20 bis 30 Zentimeter schätzt er selber das Potenzial, das bei perfekter Landung noch in ihm steckt. "Das müssen wir im Training besser machen, wenn Du denn mal kommst“, foppte ihn Bergdolt, bei dem doch die Freude überwog. Daran hatte natürlich auch Olivia Tzschach ihren Anteil: Die junge Athletin des TV Eppingen lieferte eine nicht weniger starke Vorstellung ab, landete mit 12,20 Metern knapp unter ihrer Bestmarke. 

Bereits mit ihrem ersten Versuch über 11,99 Meter hatte die Eppingerin die Quali für die deutsche Meisterschaft abgeräumt. "Ich bin ziemlich glücklich, mir war es sehr wichtig, heute hier zu springen“, meinte Tzschach, die noch vor vier Wochen mit Knieproblemen zu kämpfen hatte. Zufrieden waren auch die Trainer Bergdolt und Martin Löwer mit Tzschachs erstem Wettkampf. "Man darf bei allem auch nicht vergessen, wo wir herkommen“, erklärte Bergdolt. Zudem sei es noch recht früh in der Saison.

Ungültige Sprünge 

Das war auch daran zu merken, dass die Dreispringer noch nach dem richtigen Timing suchten. Sofern sie am Brett nicht wertvolle Zentimeter verschenkten, erlaubten sich viele Starter durch Übertreten reihenweise ungültige Sprünge – so wie Favorit Martin Jasper, der nur einen gültigen Versuch abliefert. "Am Ende zählt ohnehin nur ein Sprung“, sagte der Springer des VfB Stuttgart frech grinsend zu seinem 15,81-Meter-Siegessatz. Für ihn war es ein gelungener Saisonstart. Mit dem Niveau des Sprung-Meetings in Eppingen war Jasper dann genauso zufrieden wie Bergdolt. Zwar habe bei den Frauen die große Klasse gefehlt, bilanzierte der Trainer. "Aber es waren durch die Bank weg gute Leistungen.“ Eben wie die von Ruven Renz. 

 

 

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