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Spät erwacht, spät geschlagen

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Ein verschlafenes erstes Drittel. Ein solides Mitteldrittel. Ein überragendes Schlussdrittel. Am Ende stand für die Heilbronner Falken am Sonntag gegen den ESV Kaufbeuren aber eine 2:3 (0:1, 2:1, 0:1)-Niederlage auf der Anzeigetafel der Kolbenschmidt-Arena. "Leider haben wir erst im zweiten Drittel angefangen mitzuspielen. Bis dahin hat uns Mirko Pantkowski im Spiel gehalten. Der späte Siegtreffer für Kaufbeuren war natürlich mehr als ärgerlich“, sagte Trainer Alexander Mellitzer.

Kurioser Führungstreffer

Das Beste am ersten Drittel war aus Falkensicht das Ergebnis. Der 0:1-Rückstand war mehr als schmeichelhaft. Dass das Drittel bereits nach 18:31 Minuten beendet wurde, weil die Bande vor der Heilbronner Spielerbank beschädigt war, kam den Gastgebern entgegen. Denn die Kaufbeurer hatten die Falken bis dahin vorgeführt. Selbst in Unterzahl schnürten sie die Gastgeber in deren Drittel fest. Sicher im Passspiel, individuell beschlagen und mit überragendem Forechecking beeindruckten die Gäste. Einzig die Chancenverwertung war ein Kritikpunkt für Trainer Andreas Brockmann in der ersten Pause.

Der einzige Treffer des ersten Drittels fiel bereits in der vierten Minute. Ein Schuss von Daniel Oppolzer fand irgendwie den Weg ins Tor. Goalie Mirko Pantkowski sah nicht gut aus, war danach aber der Garant dafür, dass es bei nur einem Gegentreffer blieb.

Endlich im Spiel

Über wichtige Tugenden wie Zweikampfstärke, Checks und mehr Bewegung arbeiteten sich die Falken zu Beginn des Mitteldrittels ins Spiel. So kam langsam mehr Sicherheit in die eigenen Aktionen und die Kaufbeurer verspürten endlich mal Gegenwehr. Das Schaulaufen eines Teams wandelte sich zu einem Eishockeyspiel zwischen zwei Teams. "Wenn du deine Chancen nicht nutzt, dreht sich das Spiel irgendwann“, sagte Brockmann hinterher wissend.

Einmal mehr war es der Heilbronner Goldhelm, der die Falken endgültig ins Spiel brachte. Roope Ranta lauerte an der blauen Linie auf einen Fehlpass der Kaufbeurer, der prompt kam. Der Finne fackelte nicht lange und traf mit einem platzierten Flachschuss zum 1:1-Ausgleich (25.). Im folgenden Powerplay kamen die Falken erstmals in ihre Aufstellung und hatten gute Schussgelegenheiten.

Ausgleich in Überzahl

Es war jetzt ein offenes Spiel, beide Teams suchten ihre Chance. In der 32. Minute initiierte Brock Maschmeyer einen schnellen Gegenagriff, legte auf Samuel Soramies ab und der Youngster erzielte das 2:1. "Er hat sehr gut gespielt“, bekam der Stürmer sogar noch ein Sonderlob seines Trainers.

Weniger glücklich agierte Maschmeyer kurz darauf. Obwohl die Stürmer wechselten, preschte der Verteidiger nach vorne, der lange Pass von Jan Pavlu wurde aber abgefangen und Sami Blomqvist ging allein auf Pantkowski. Der Heilbronner Goalie parierte und wurde beim Nachschuss behindert. Die Schiedsrichter entschieden nach Videostudium auf "kein Tor“. Der Ausgleich fiel aber doch noch. In Überzahl. Ex-Falke Joseph "Seppi“ Lewis war der Torschütze.

Starker Vajs

Im Schlussdrittel waren nun beide Teams auf höchstem Level unterwegs. Jetzt war es nicht nur ein Eishockeyspiel, sondern ein DEL-2-Topspiel. Mit zunehmender Spieldauer wurden die Falken immer stärker. Der überragende Ranta hätte alleine fünf Tore erzielen können. Kevin Lavallée, Derek Damon – sie alle ließen beste Chancen liegen. Kaufbeurens Goalie Stefan Vajs zeigte jetzt, warum er seit Jahren einer der besten seines Fachs in der DEL 2 ist.

Es kam nach Brockmannscher Lehre, was kommen musste. In der 59. Minute behielt Vajs ein letztes Mal die Oberhand gegen Ranta. 41 Sekunden vor Spielende traf bei einem der selten gewordenen Entlastungsangriffe Branden Gracel zum 3:2 für die Kaufbeurer.

Tor: Pantkowski, Frensel. Abwehr: Pavlu - Maschmeyer, Götz - Kurz, Eberhardt - Mapes. Angriff: Ranta - Damon - Helms, Ross - Lavallée - Kirsch, Bernhardt - Soramies - Bettahar.

Tore: 0:1 (4.) Oppolzer, 1:1 (25.) Ranta, 2:1 (32.) Soramies, 2:2 (39.) Lewis, 2:3 (60.) Gracel

Strafminuten: 8/12

Schiedsrichter: Nicole Hertrich, Elvis Melia

Zuschauer: 1348

 

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