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Lupu-Faktor kostet Platz eins

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Jens Petzold hatte eine böse Vorahnung. "Wir verlieren erneut, die liegen uns nicht“, meinte der Ringerchef des Nordwest-Bundesligisten Red Devils Heilbronn vor dem Rückkampf gegen den KSV Witten. Petzold behielt recht. Es wurde nichts mit der Revanche. Siegte Witten zum Saison-Auftakt mit 14:13, lag der Gegner am Samstag in der Römerhalle 15:13 vorne.

Kein Vorwurf

"Wir wussten, dass Witten hinten raus Weltklasse aufbietet“, sagte Petzold und machte dem Team keinen Vorwurf, eine 13:6-Führung noch aus der Hand zu geben. "Die Jungs haben das Beste aus der Situation gemacht. Die Niederlage ist kein Beinbruch – sofern wir nächste Woche in Mainz gewinnen.“ Nach ihrer zweiten Saison-Niederlage sind die Red Devils auf Platz zwei in ihrer Staffel abgerutscht.

Grund für den Pessimismus von Petzold waren Rochaden in der Aufstellung. Valentin Lupu brachte das Gewicht nicht, war drei Kilo zu schwer. Für ihn kam Eigengewächs Konstantin Schmidt im Limit griechisch-römisch bis 57 Kilo. "Zudem ist die Startberechtigung unseres Neuzugangs Oleg Motsalin nicht eingetroffen“, sagte Funktionär Jürgen Koch. "Das schmälerte unsere Erfolgsaussichten weiter.“

Erwartete Niederlage

Auch die deutschen WM-Teilnehmer Frank Stäbler, Eduard Popp und Pascal Eisele standen nicht zur Verfügung – Popp ist Opfer des Stilartenwechsels. Wurde in der Hinrunde in Popps Disziplin griechisch-römisch gerungen, geht es im Schwergewicht bis 130 Kilo in der Rückrunde im Freistil auf die Matte.

Wie erwartet unterlag Schmidt vor knapp 600 Zuschauern gegen den DM-Dritten Artur Eisenkrein. Der Wittener siegte überlegen nach einer Minute und 36 Sekunden. Der Gast führte 4:0. Stefan Kehrer verlor 0:3. Levan Metreveli Vartanov lag gegen den deutschen Juniorenmeister Ramzan Awtaev 0:2 hinten, drehte den Kampf aber in ein 4:2 zum 1:6. Bogdan Eismont rettete ein 2:1 über die Zeit und holte den zweiten Mannschaftspunkt. Dustin Scherf legte einen 11:0-Erfolg nach.

Die Devils hatten drei Kämpfe gewonnen und zwei verloren, lagen zur Pause 5:6 hinten. "Bogdan hat eine Weltklasseleistung gezeigt“, lobte Jens Petzold, der bis dahin zwei, drei Punkte weniger einkalkuliert hatte. "Noch sind wir mit einem blauen Auge davongekommen.“

Aufkeimende Hoffnung

Der zweite Teil des Abends begann mit Überlegenheitssiegen des WM-Dritten Taimuraz Friev und George Bucur zur 13:6-Führung der Red Devils. Nun keimte in der Römerhalle echte Sieges-Hoffnung auf. Doch in den drei ausstehenden Kämpfen lagen die Vorteile klar auf Seiten der Gästen: Marius Braun hatte gegen den EM-Dritten Daniel Aleksandrov 0:16 das Nachsehen, Witten rückte auf 10:13 heran. Fabian Fritz bekam es ebenfalls mit Spitzenmann Ilie Cojocari zu tun, kämpfte zwar famos, holte von 0:6 auf 4:6 auf und überließ dem KSV Witten somit nur einen Mannschaftspunkt zum 11:13.

Wieder einmal entschied der letzte Kampf des Abends. Klassisch-Spezialist Christian Fetzer musste im ungeliebten Freistil ran und unterlag Ibro Cakovic nach 74 Sekunden mit 0:16. "Auswärtssieg, Auswärtssieg“, die Gäste feierten ihren 15:13-Erfolg ausgelassen.

Kein Wunder

Der Lupu-Faktor war entscheidend. "Mit Valentin hätten wir Witten besiegt“, sagte Petzold. Als "sehr bitter“ bewertete Trainer Andrei Puscas das Ergebnis. "Nach den Umstellungen wussten wir, dass es schwer werden würde. Lupu und Motsalin hätten uns fünf bis acht Punkte eingebracht. Schon Lupu allein hätte für den Sieg gereicht“, sagte Puscas. "Vor den letzten drei Kämpfen war klar, dass wir zum Sieg ein kleines Wunder brauchen würden, trotz einer 13:6-Führung.“

Fritz hätte dieses Wunder fast vollbracht. "Fabian hat eine super Leistung gezeigt“, hob Puscas hervor, "auch Bogdan hat positiv überrascht.“ Doch letztlich bewahrheiteten sich Petzolds schlimme Vorahnungen – und der Frust war groß.

 

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