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Härtetest für Ringer

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Ende September starten die Red Devils Heilbronn in ihre dritte Bundesliga-Saison. Zuvor werden vom 14. bis 22. September in Kasachstan die Weltmeisterschaften ausgetragen. Noch ist nicht entschieden, welche Athleten für den Deutschen Ringer Bund in Astana auf die Matte gehen. Letztes Qualifikationskriterium für die Ringer im griechisch-römischen Stil ist der Deutschland Grand Prix in Dortmund an diesem Wochenende. Sechs Asse aus der stark besetzten Greco-Achse der Red Devils haben für dieses international besetzte Turnier gemeldet. Allen voran der dreimalige Weltmeister Frank Stäbler und das Neckargartacher Eigengewächs Eduard Popp.

Wer fährt zur WM?

Während Stäbler als nationaler Vorzeigeringer in seiner neuen Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm für die WM gesetzt sein sollte, ist Popp noch nicht final dabei. "Für die WM-Nominierung zählt das zurückliegende Jahr. Dortmund ist daher nur ein Kriterium", sagt der aktuelle deutsche Meister und Olympia-Fünfte von 2016 im Schwergewicht bis 130 Kilogramm. "Wer auf die Weltmeisterschaft fährt, das wird zeitnah nach dem Deutschland Grand Prix bekannt gegeben." Popp ist seit Jahren die nationale Nummer eins in seiner Gewichtsklasse, das Ticket nach Astana sollte ihm daher sicher sein.

Popp ist am Samstag und Sonntag der einzige "reinrassige" Red Devil auf der Matte, da seine Heilbronner Mannschaftkameraden bei Einzel-Wettkämpfen für ihre Heimatvereine starten. Stäbler (67 Kg) und Marius Braun (82 Kg) für den KSV Musberg, Christopher Kraemer (60 Kg) im Trikot des TSV Westendorf, Pascal Eisele (77 Kg) für den SV Fahrenbach und Jan Zirn (97 Kg) geht für die KG Baienfurt auf die Matte. 

Der letzte Test

"Es ist der letzte große Test. Wichtig ist, zu sehen, woran ich beim Feinschliff Richtung WM noch arbeiten muss", schielt Popp auf eine Top-Platzierung. "Man geht in jedes Turnier, um am Ende auf dem Treppchen zu stehen oder es zu gewinnen. Gelingt mir das, wäre das nochmals ein kräftiger Motivationsschub." Doch seine Gewichtsklasse ist stark besetzt, nicht nur die aufstrebende nationale Konkurrenz ist in Dortmund am Start.

"Es sind auch Athleten dabei, die bei der WM auftreten werden", freut sich Popp auf eine echte Standort-Bestimmung. "Eddi hat seine Trainingsphasen, ob er jetzt schon seinen Leistungszenit abrufen kann, halte ich für eher unwahrscheinlich", sagt Red-Devils-Chef Jens Petzold. "Ich bin selbst gespannt, aber ich glaube, dass es mit Blick auf die Platzierung noch nicht der große Wurf sein muss." Mit Spannung verfolgt Petzold auch den Auftritt von Frank Stäbler, der mit Blick auf Olympia 2020 im Limit bis 67 Kilo startet.

Japan 2020

Für die Spiele in Japan im nächsten Sommer wurde seine angestammte Klasse bis 72 Kilogramm gestrichen. "Wir werden das erste Mal so richtig sehen, wie er mit dem Thema Gewicht umgeht", sagt Petzold. "Das ist ein harter Weg. Er wird sehen, was es bedeutet, so viele Körner im Vorfeld zu verlieren. Das wird interessant, auch für ihn persönlich." Noch bringt Stäbler mehr als 67 Kilo auf die Waage, doch das ist bei Turnieren gestattet, hier gilt die Formel: Limit plus bis zu zwei Kilogramm. 

Red-Devils-Trainer Patric Nuding wird die Kämpfe seiner Athleten mit Argusaugen verfolgen. "Es ist für alle eine Standortbestimmung, da alle Gewichtsklassen sehr stark besetzt sind", sagt Nuding. "Für die Athleten, die eine Chance auf einen WM-Start haben, ist die Marschrichtung klar. Für die anderen geht es darum, ihre Leistung abzurufen. Das Turnier gibt wichtige Hinweise, wo meine Jungs stehen."
 

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