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Jens Petzold ist kein Mann, der drumherumredet. "Sportlich geht es um nichts mehr", sagt der Abteilungsleiter der Red Devils Heilbronn. Es ist klar, dass dem Team von Cheftrainer Patric Nuding und Andrei Puscas der zweite Platz in der Bundesliga-Gruppe Südost hinter dem Mannschaftsmeister Wacker Burghausen nicht mehr zu nehmen ist. Eine Frage der Motivation also? "Das sind Profis", sagt Jens Petzold über seinen Kader, "sie wissen, dass sie eine Woche später nicht nur ihr Gewicht haben, sondern voll fokussiert sein müssen." Da bleibt kein großer Spielraum für taktisches Geplänkel. 

Kein Weihnachtsausflug

Die Reise an diesem Samstag (19.30 Uhr) zum noch punktlosen Letzten AC Lichtenfels ist also kein vorweihnachtlicher Ausflug nach Oberfranken. Es geht darum, in Playoff-Form zu kommen. Das gilt nicht zuletzt auch für Jens Petzold und sein Organisationsteam. Sie nutzen die Fahrten nach Bayern und retour, um zu besprechen, wie es bis zu einem möglichen Finale am 25. Januar und 1. Februar weitergeht. 

Denn nach dem Kampf in Lichtenfels blicken alle gespannt nach Riegelsberg. Dort werden – nach einem äußerst komplexen System – die Playoff-Paarungen gelost. Losglück hätten die Heilbronner, wenn sie der einzige zweitplatzierte Verein wären, der in den Topf der Gruppenbesten mit Wacker Burghausen, dem KSV Köllerbach und dem ASV Mainz 88 eingeteilt würden. Dann wäre der Gegner in den sich ohne Pause anschließenden Viertelfinal-Kämpfen am 28. Dezember und 4. Januar 2020 keiner der Topfavoriten auf die Meisterschaft.

"Ich bin gespannt", sagt Ringer-Star Frank Stäbler, "es wird ganz schwer, denn es gibt fünf Teams, gegen die kann man auch mal verlieren." Die Vorgabe des dreimaligen Weltmeisters ist jedoch klar: "Ich sehe bei den Red Devils ein ganz großes Potenzial. Mein Ziel ist ein erneutes Finale gegen Burghausen, weil es vergangene Runde einfach eine riesengroße Werbung für den Ringsport war." Die Saison bisher hat gezeigt, dass die Roten Teufel nicht nur zusammengewachsen, sondern auch die Neuzugänge, allen voran Saba Bolaghi, Treffer gewesen sind. "Mit ihm haben wir ja eine Wundertüte eingekauft", sagt Jens Petzold – wissend, dass der 30-Jährige nach seinem Wechsel zum Mixed Martial Arts (MMA) sechs Jahre lang nicht mehr auf der Matte gestanden hat. Ein Risiko, das sich gelohnt hat.

Auch der russische Vizemeister Muslim Sadulaev hat bei seinem Premieren-Einsatz gegen Schorndorf vergangenen Samstag gezeigt, dass er eine Verstärkung ist. "Er muss sich erst noch an die Bundesliga gewöhnen, daher habe ich ihn eingesetzt", sagt Patric Nuding, "ich wollte ihn nicht erst in den Playoffs ins kalte Wasser werfen."

Noch gar nicht auf der Matte gestanden hat der Georgier Avtandil Kentchadze. Der 23-jährige Freistilspezialist und Vizeweltmeister von 2018 bringt aufgrund seiner internationalen Meriten allerdings auch acht Punkte für das ungeliebte Handicap-System mit. Dieses schreibt vor, dass die Ringer in den zehn Kämpfen addiert nicht mehr als 28 Punkte aufweisen dürfen. Für die Trainer bedeutet dies Woche für Woche reichlich taktische Puzzelei. Immerhin hat Patric Nuding einen breiteren Kader zur Verfügung, wenngleich mit Samet Dülger in der Klasse bis 71/75 Kilo ein Topathlet mit nur zwei Punkten wegen eines Kreuzbandrisses ausfällt. "Das hat schon weh getan", sagt Jens Petzold.

Mit Siegeswillen

Der Chefcoach geht die Auslosung pragmatisch an. "Wir werden jedes Los annehmen, mit voller Konzentration und Siegeswillen in die Kämpfe reingehen", meint Patric Nuding. "Angst haben wir vor niemandem." Der Mann, der in Aalen wohnt, vertraut seinen Männern auf der Matte. Sie haben – auch in Drucksituationen – um jeden Punkt gerungen. Das möchte er sehen. Mehr noch: "Die Jungs haben Charakterstärke gezeigt", sagt Nuding. Und selbst nach den hohen Niederlagen gegen Burghausen als Trotzreaktion spektakuläre Kämpfe geboten. "Wir sind mit Bravour durchmarschiert und können stolz sein, dass wir uns ohne einen weiteren Punktverlust durchgekämpft haben. Das stimmt einen Trainer zufrieden."

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