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Eine Auszeit für den Kopf

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Den Kopf einfach mal freikriegen, nicht an Eishockey denken. Und das mitten im Endspurt der DEL-2-Hauptrunde. Die Trainer der Heilbronner Falken hatten ihren Spielern zu Beginn der Woche zwei freie Tage am Stück verordnet. Mit dem furiosen 9:1-Erfolg zu Hause gegen Deggendorf aber hatte das weniger zu tun. "Das war schon länger so geplant“, sagte Co-Trainer Marco Schütz, der für den maladen Alexander Mellitzer das Abschlusstraining vor den Spielen diesen Freitag in Bad Tölz (19.30 Uhr) und am Sonntag (16 Uhr) gegen die anderen Löwen aus Frankfurt leitete.

Weit weg

Der Plan hinter den freien Tagen: Ruhe. Die Frische wahren. Dazu haben die Trainer die letzten Spiele der Hauptrunde unterteilt, in drei Drittel. Das erste davon ist schon wieder rum, mit mäßigem Erfolg. Zwei freie Tage gab es trotzdem. "Das tut in einer schlechten Phase auch mal ganz gut“, sagt Schütz. Klar könne man auch härter trainieren, wie das von außen gerne gefordert wird. "Es ist aber zu 80 Prozent Kopfsache.“ Und auch der brauche seine Auszeit.

Die Spieler haben das gerne angenommen – mitunter das Weite gesucht. Während einer sogar bis nach Erding gefahren ist, um es sich in der dortigen Therme gutgehen zu lassen, hat Jan Pavlu seine Zeit ganz gemütlich zu Hause mit seiner Frau verbracht, sich ausgeruht.

"Das war richtig gut“, verriet der Verteidiger, der zuletzt gar kein Verteidiger war. Mellitzer hatte den 23-Jährigen am Sonntag überraschend als Stürmer aufgeboten. "Vielleicht hat er rausgefunden, dass ich erst seit zwei Jahren Verteidiger bin“, war der ausgeruhte Jan Pavlu zu Scherzen aufgelegt. Daher habe er sich vorne wohlgefühlt.

Fehlt im Training

Angesichts zweier Torvorlagen bei einem 9:1-Kantersieg kein Wunder. Mit einer Wiederholung aber ist so schnell nicht zu rechnen, war die Umstellung doch dem Umstand geschuldet, dass den Falken ein neunter Stürmer fehlte, um drei Reihen vollzukriegen. Inzwischen aber sind mit Tim Bernhardt und Richard Gelke die beiden zuletzt kranken Stürmer wieder einsatzbereit, auch Brad Ross kann nach seiner Sperre wieder mitwirken – sofern es denn seine Gesundheit zulässt. Im Training fehlte der Kanadier krank. Wer von den Mannheimern die Reise nach Bad Tölz mit antreten wird, war gestern auch noch nicht klar.

Klar ist: Mirko Pantkowski wird bei den Adlern gebraucht und fehlt den Falken weiterhin. Ihn vertreten wird voraussichtlich Florian Mnich, der gegen Deggendorf zwar verhältnismäßig wenig zu tun hatte. In seinem ersten Spiel für die Falken über die volle Distanz aber einen guten Job machte. "Er wird vermutlich anfangen“, sagte Schütz. Der Kantersieg gegen Deggendorf: Er sollte allen Spielern Selbstvertrauen gegeben haben.

Vorne top

Die wichtigste Erkenntnis aus Sicht des Trainerteams: "Jeder hat gesehen, dass wir uns auf unser Scoring verlassen können.“ Bedeutet im Umkehrschluss: "Wir können uns verstärkt auf die Defensive konzentrieren.“ Um vielleicht einmal das eine Tor weniger zu kassieren, dass es braucht, um mit den im Schnitt mehr als vier erzielten Toren pro Spiel zu gewinnen. Zumal in der momentanen Phase jeder Punkt zählt. Weniger, um den Abstand auf Platz sechs zu verkürzen. Vielmehr, um die aufgerückte Konkurrenz auf Abstand zu halten.

"Wir kennen die Abstände“, sagt Schütz. "Wenn wir aber unsere Spiele gewinnen, ist es egal, was die Konkurrenz macht.“ Gegen Tölz sei das schwer genug, die Oberbayern seien talentiert, immer ein unangenehmer Gegner. Dort wird sich zeigen, was das 9:1 wert war. Und ob sich die freien Tage gelohnt haben.

 

 

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