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Der letzte Schritt

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Die Tür ist weit offen. Die Red Devils Heilbronn stehen nach dem 15:10-Sieg im ersten Halbfinal-Auftritt gegen den ASV Mainz mit einem Fuß hinter der Schwelle zu den Endkämpfen um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. "Wir wollen auch den letzten Schritt gehen, uns den Traum vom DM-Finale erfüllen“, ist Jens Petzold, Abteilungsleiter der Roten Teufel, zuversichtlich, am Samstag (ab 19.30 Uhr) im Rückkampf in der Mainzer Sporthalle am Großen Sand dieses Ziel auch zu realisieren.

Keine Utopie

Im zweiten Jahr der Bundesliga-Zugehörigkeit wollen die Heilbronner weiter Vereinsgeschichte schreiben. Der Titelgewinn, er ist keine Utopie mehr. Doch so weit blickt Petzold (noch) nicht voraus. "Unser Fünf-Punkte-Polster ist eine solide Grundlage und wir sind der Favorit. Doch im Ringen, zumal in einem entscheidenden zweiten Halbfinale, ist immer alles möglich“, warnt Petzold vor verfrühter Euphorie.

Die Planungen für die zwei möglichen Final-Auftritte gegen Adelhausen oder Titelverteidiger Wacker Burghausen hat man aber bereits durchexerziert. "Das liegt alles in der Schublade. Doch daran denkt im Moment niemand. Der volle Fokus liegt auf Mainz“, macht Petzold deutlich.

Auf Augenhöhe

Das 15:10 war ein Duell auf Augenhöhe. "Kleinigkeiten haben in jedem der zehn Kampfduelle über Sieg oder Niederlage und vor allem deren Höhe entschieden“, sagt Petzold. "Es waren enge Duelle dabei, das Ergebnis hätte auch anders herum lauten können. Auch in Mainz kann jede Wertung und jedes Pünktchen entscheidend sein.“ Der Stilarten-Tausch gegenüber dem Vorkampf bietet zusätzliches Überraschungs-Potenzial.

"Mainz hat nichts mehr zu verlieren und kann locker auftreten. Der große Druck lastet auf uns. Scheiden wir aus, sind wir die Deppen der Nation“, mahnt Petzold. „Unser Gegner wird sich sehr viele Gedanken machen, wie er uns doch noch ein Bein stellen kann und hat sicherlich noch das ein oder andere Ass im Ärmel stecken.“

Stäbler mit dabei

In der Hauptrunde siegte Heilbronn in Mainz souverän 21:9. Für die Unterländer lief es deutlich besser als erwartet. Die Punkte holten damals jeweils per Schultersieg Konstantin Schmidt (57 Kg griechisch-römisch), Recep Topal (61 Kg Freistil), Abdolmohammad Papi (66 Kg GR) und Pascal Eisele (80 Kg GR). Punktsiege steuerten Oleg Motsalin (75 Kg FS) und der spanische WM-Dritte Taimuraz Friev bei.

Weltmeister Frank Stäbler war bei diesem Auswärts-Erfolg nicht dabei, wird am Samstag als Punktegarant aber wohl auf der Matte stehen und seine Erfolgsbilanz weiter ausbauen. Der 29-Jährige hat in der Bundesliga und international 50 Mal in Folge gewonnen.

Taktische Optionen

Im Aufstellungspoker schöpften zuletzt beide Teams den Maximalwert von 28 Punkten aus. Im mathematischen Vorgeplänkel der Kaderzusammenstellung gilt es sorgsam abzuwägen, wer eingesetzt wird, um mit der vermeintlich stärksten Mannschaft anzutreten. Aus aufstellungstaktischen Gründen wäre es möglich, dass Klassik-Spezialist Eduard Popp im Schwergewicht bis 130 Kilo im Freistil ringt. Er ginge als Eigengewächs mit minus zwei Punkten in die Handycap-Wertung ein. Somit hätten die Verantwortlichen einen größeren Spielraum und könnten so noch 30 Zähler auf die restlichen neun Athleten verteilen.

Die Red Devils haben aber auch andere taktische Optionen. Potenzial zum Pokern gibt es auf jeder Position. Statt Popp könnte wie gewohnt Stefan Kehrer antreten. Die Verantwortlichen lassen sich jedoch nicht in die Karten schauen. "Wir müssen drei mögliche Aufstellungen im Kopf haben und werden mit rund 20 Ringern anreisen“, klärt Petzold auf, dass erst kurz vor dem Gang zum offiziellen Wiegen die zehn zum Einsatz kommenden Ringer benannt werden.

Im Vorkampf war Pascal Eisele ein Opfer der taktischen Planspiele. Gut möglich, dass der 80-Kilo-Mann im zweiten Halbfinale nun derjenige ist, der die Tür in die Endkämpfe um die deutsche Meisterschaft vollends aus den Angeln hebt. Sofern er diesmal zum Einsatz kommt.

 

 

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