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Hoffnung trotz Niederlage

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Am Samstag um 21.42 Uhr war die Niederlage der Red Devils Heilbronn im ersten Halbfinale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft besiegelt. Titelverteidiger Wacker Burghausen siegte in der Neckargartacher Römerhalle knapp 14:13. Während die Gäste jubelten, war in der Ecke der Heilbronner Mannschaft verhaltene Enttäuschung zu spüren, aber auch der Trotz und Wille, es beim Rückkampf am Samstag in Bayern besser machen zu wollen, das Blatt noch zu wenden.

Kleinere Chancen

Der Traum von der ersten deutschen Mannschaftsmeisterschaft lebt bei den Red Devils weiter, auch wenn die Chancen kleiner geworden sind. "Vor der Pause war das mit den Punkten etwas anders geplant“, haderte Red-Devils-Trainer Andrei Puscas mit dem unerwarteten Vier-Zähler-Rückstand nach den ersten fünf Kämpfen. "Ein schlechter Tag für uns, das Glück war auf Seiten der Burghausener.“

Statt mit einem Polster von zwei, drei oder vier Zählern, gehen die Heilbronner mit einem Punkt Rückstand in das zweite Aufeinandertreffen. "Wir haben im ersten Abschnitt zu viel liegen lassen“, analysierte Red-Devils-Co-Trainer Marcus Mackamul.

Denkwürdiger Abend

Dennoch: Volle Halle, eine teuflisch gute Stimmung und toller Ringersport auf höchstem Niveau. Die 1500 Zuschauer, darunter rund 200 Gäste-Fans, erlebten einen denkwürdigen Abend. "Wir sind in Bayern nicht chancenlos und nach dem Stilartenwechsel stärker, als vergangene Runde“, gibt sich Mackamul noch nicht geschlagen. Die 5:17-Pleite im Viertelfinale der zurückliegenden Saison in Burghausen ist kein Maßstab mehr.

Am Samstag unterlag zum Auftakt Sahin Bekir 0:13 zum 0:3. Eine zu deutliche Angelegenheit, erwartet worden war eine Niederlage mit maximal zwei Mannschaftspunkten für den Gegner. Leichtes Spiel hatte Schwergewichtler Eduard Popp gegen Wacker-Nachwuchsmann Leon Kahric. Der Olympia-Fünfte siegte gegen den 26 Kilogramm leichteren 18-Jährigen unter ohrenbetäubendem Jubel der Zuschauer nach 43 Sekunden technisch überlegen 16:0 zum 4:3-Zwischenstand.

"Diese Saison hatte ich das noch nicht, habe aber nicht gedacht, dass es so schnell geht“, meinte Popp zu seinem ungleichen Kampf mit Trainingscharakter. "Man will sich natürlich immer mit den besten Athleten messen.“

Überraschender Schultersieg

Dustin Scherf (61 kg GR) unterlag dem deutschen 57-Kilo-Meister Fabian Schmitt 5:8. "Das darf auf diesem Niveau nicht passieren“, ärgerte sich Puscas, dass Scherf ein 5:0 aus der Hand gab. Einen weiteren Schlüsselkampf verlor Taimuraz Friev (WM-Dritter 86 kg) im Limit bis 98 Kilo gegen den deutschen Meister Erik Thiele. Der Spanier egalisierte unter "Taimu, Taimu“-Anfeuerungsrufen einen 0:2-Rückstand, um letztlich 2:3 das Nachsehen zu haben. Burghausen führte 6:4. George Bucur gab mit einem 0:7 zwei weitere Teampunkte zum 4:8-Pausenstand ab.

Pascal Eisele eröffnete Teil zwei des Abends mit einem 10:1 über Burghausens Trainer Eugen Ponomartschuck und brachte sein Team auf 7:8 heran. Es war der 13. Sieg für Eisele in dieser Saison im 13. Bundesligakampf. Eine makellose Bilanz, die bisher 49 Mannschaftspunkte bescherte. Es folgte ein 0:4-von Christian Fetzer zum 7:10. Dann kam Kamal Malikov, und der schaffte unter frenetischem Jubel gegen Benjamin Sezgin mit einem Schultersieg die Überraschung des Abends. Die Roten führten 11:10.

Zwei Freunde

Nach der einkalkulierten Niederlage von Michele Rauhut, Magomedmurad Gadzhiev siegte technisch überlegen, wechselte die Führung (11:14) erneut. Zum Abschluss hätte Frank Stäbler einen Vierer (Überlegenheits- oder Schultersieg) zum Teamerfolg liefern müssen. Doch der Weltmeister musste sich im Duell mit seinem Freund Matthias Maasch mit einem 4:0 begnügen, der zwei Punkte brachte. Mehr ging nicht. Trainingspartner Maasch kennt Stärken und Schwächen des deutschen Vorzeige-Athleten wie kein anderer Ringer. Burghausen siegte 14:13.

"Es ist schön, wenn man so lange unbesiegt ist“, sagte Eisele zu seiner Erfolgsserie. "Aktuell steht aber, dass wir verloren haben. Mit dieser Aufstellung war mehr möglich.“ Doch auch Eisele hat den Kampf um den Titel nicht aufgegeben. „´"Wir können es noch schaffen, aber dann muss im Rückkampf alles das klappen, was heute nicht geklappt hat.“

57 kg FS: Bekir Sahin - Vladimir Egorov 0:13 (0:3), 61 kg GR: Dustin Scherf - Fabian Schmitt 5:8 (0:2), 66 kg FS: George Bucur - Cengizhan Erdogan 0:7 (0:3), 71 kg GR: Christian Fetzer - Michael Widmayer 0:4 (0:2), 75 A kg FS: Michele Rauhut - Magomedmurad Gadzhiev 0:16 TÜ (0:4), 75 B kg GR: Frank Stäbler - Matthias Maasch 4:0 (2:0), 80 kg FS: Kamal Malikov - Benjamin Sezgin SS (4:0), 86 kg GR: Pascal Eisele - Eugen Ponomartschuk 10:1 (3:0), 98 kg FS: Taimuraz Friev - Erik Thiele 2:3 (0:1), 130 kg GR: Eduard Popp - Leon Kahric 16:0 TÜ (4:0).

 

 

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