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Aussichtsreiche Außenseiter

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Ein Punkt Rückstand ist wenig, könnte letztlich aber auch einer zu viel sein, um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft nach Heilbronn zu holen. Doch bei den Verantwortlichen und den Athleten des Bundesligisten Red Devils Heilbronn lebt die Hoffnung auf ein Happy End trotz der knappen 13:14-Niederlage gegen Wacker Burghausen im Final-Hinkampf in der Neckargartacher Römerhalle weiter. Am Samstag (ab 19.30 Uhr) will die Ringer-Abteilung mit einem Erfolg in Obernbayern weiter Geschichte schreiben und im zweiten Jahr der Bundesliga-Zugehörigkeit erstmals den Titel ins Unterland holen.

Alles abrufen 

Gewinnen die Roten Teufel den zweiten Endkampf in Burghausen mit zwei Punkten Unterschied ist Heilbronn deutscher Meister. Der große Traum erfüllt sich aber auch bei einem Erfolg von nur einem Zähler Unterschied, sofern die Red Devils mehr Einzelsiege aus den zwei Final-Duellen für sich notieren (siehe Hintergrund Punktgleichheit). Nach dem ersten Aufeinandertreffen führt Burghausen in dieser Bilanz mit 6:4.

Soll gejubelt werden, müssen die Red Devils alles abrufen, was in ihnen steckt. "Es wird ein Sahnetag benötigt“, bringt es Ringer-Boss Jens Petzold auf einen einfachen Nenner. Sahnetag beinhaltet eine Top-Tagesform aller Athleten, etwas Glück, ein wenig himmlischen Beistand und einen Ringrichter, der sich von der frenetischen Stimmung in der Wacker-Halle nicht zu Gunsten der Gastgeber beeinflussen lässt.

"Wir brauchen eine Überraschung – wie der Schultersieg von Kamal Malikov. Das sollte dann reichen, sofern die eingeplanten Erfolge in den anderen Duellen auch kommen“, macht Petzold deutlich, unerwartete Punktverluste sind nicht zu kompensieren.

Mit Zuversicht

Die Unterländer hätten in der Römerhalle eigentlich gewinnen müssen, doch Fortuna hatte auf Burghausener Seite Platz genommen. In den fünf Kämpfen vor der Pause rief nicht jeder Heilbronner sein Potenzial ab, nur Eduard Popp punktete mit einem technischen Überlegenheitssieg. Die Aufholjagd im zweiten Abschnitt war stark, führte aber nicht mehr zum Sieg.

"Wir haben gezeigt, dass wir ganz oben dazugehören, sind aber noch etwas grün hinter den Ohren“, befindet sich Punktegarant Pascal Eisele längst wieder im Angriffsmodus und gibt mit einer großen Portion Zuversicht zu Protokoll, dass man aus der Niederlage lernen werde und, dass noch alles möglich sei. "Im Rückkampf muss all das klappen, was im ersten Kampf nicht geklappt hat“, sagt Ex-Europameister Eisele. Auch Co-Trainer Marcus Mackamul zeigt sich kämpferisch: "Wir fahren nach Burghausen, um zu gewinnen.“

Keine Durchhalteparolen

Locker dahergesagte Sprüche, um sich selbst Mut zu machen, Durchhalteparolen oder purer Zweckoptimismus? "Nein“, macht Jens Petzold deutlich. "Das ist noch nicht durch. Frank Stäbler hat mich am Sonntag angerufen und gesagt, ich soll mir bloß keinen Kopf machen, wir können das Ding noch drehen.“ Und Stäbler hat als dreimaliger Weltmeister viel Erfahrung, weiß, was noch möglich ist.

71-Kilo-Mann Christian Fetzer steckt den Kopf ebenfalls noch nicht in den Sand und verspricht : "Es ist unser letzter Kampf dieser Saison und jeder einzelne Athlet wird alles geben und nochmals alles aus sich herausholen.“ Sollte es nicht zu einem guten Ende für die Red Devils kommen, wäre Fetzner dennoch "stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben“.

150 Prozent

Es gibt einen Plan. "Wir werden uns den ein oder anderen aufstellungstaktischen Kniff einfallen lassen und den Gegner überraschen. Burghausen hat den Druck, die müssen gewinnen, wir wollen“, ist auch Andrej Puscas positiv gestimmt. Er sieht es als Vorteil, in der Rolle des Außenseiters und obendrein mit einer gewissen Lockerheit antreten zu können.

Der Trainer ist aber auch Realist. "Der Titel ist zwar noch nicht vergeben, wollen wir aber Meister werden, reichen am Samstag keine 100, dann brauchen wir 150 Prozent Leistung und Wille.“ Dass dies kein Wunschdenken, sondern machbar ist, zeigte Kamal Malikov mit seinem Sensations-Schultersieg über Benjamin Sezgin, den deutschen Meister der vergangenen beiden Jahre und Zehnter der Europameisterschaft von 2017.

Es ist somit der Malikov-Funke, der auf die anderen Red Devils überspringen muss, dann sollte auch der Rückstand von einem Punkt aufzuholen sein.

 

 

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