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Golf als Lebensweg

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Eine elitäre Sportart und nur etwas für Schnösel? Paul Kaltenmaier möchte mit den falschen Vorurteilen dem Golf-Sport gegenüber aufräumen. 

Zum Abschalten

"Wenn ich auf den Platz gehe, mache ich mein Handy immer aus. Ich genieße dann das Spiel. Das ist für mich Entspannung und Sport zugleich“, erzählt Paul Kaltenmaier, der mit 19 Jahren bereits Kapitän der Herrenmannschaft des Golfclubs Bad Rappenau ist. Für den Student aus Aglasterhausen war Golf als Kind, vor und vor allem während seiner Pubertät sehr wichtig: "Früher war ich eher ein schlechter Verlierer. Heute bin ich ehrgeizig, aber die Wut bleibt aus.“

Fast jeder auf dem Golfplatz kennt Paul. Er ist durch einen Freund der Familie schon im Alter von neun Jahren zum Club gekommen. Mit zehn Jahren holte er sich die Platzreife, die von Nöten ist, um eigenständig auf dem Platz zuspielen. "Man lernt sich kennen, spielt mit Leuten aus verschiedensten Altersgruppen. Der soziale Aspekt beim Golfen wird oft unterschätzt“, fügt Paul hinzu. 

Verschiedene Altersklassen

Trainiert wird offiziell einmal die Woche mit Trainer Thorsten Oßwald. Hier wird auf technische Fehler ein- und zusammen auf die Runde gegangen. "Ich selbst habe den Schläger das erste Mal als Kind in der Hand gehabt. Wichtig war es damals wie heute, die Jugendliche auf ihrem Level abzuholen. Forderst du sie zu viel, haben sie keinen Spaß, unterforderst du sie, wird es ihnen schnell langweilig“, erzählt Oßwald, der in seiner Golfkarriere schon alle Altersklassen unterrichtet hat.

Paul selbst trainiert hauptsächlich alleine. Bei einer Neun-Loch-Runde beobachtet er seine Probleme, um sie dann anzugehen. "Teil meiner Ausbildung war es zu lernen, wie ich selbst an mir arbeiten kann. Das war allen meinen bisherigen Trainern wichtig“, sagt der Student für Medien und Kommunikationsmanagement. 

Viel Probiert

Paul hat in seinem Leben schon die verschiedensten Sportarten ausprobiert. Von fünf Jahren Judo, über Schwimmen beim DLRG bis letztlich heute, wo er neben dem Golfen vor allem Basketball spielt. "Ich habe nicht das eine sportliche Vorbild. Weil ich eben schon so viel gemacht habe picke ich mir die Vorbilder aus allen Sportarten heraus“, erzählt Paul. Für ihn ist der sympathischste Golfspieler der Brite "Mr Ryder Cup“ Ian Poulter. "Er geht da mit Herzblut ran. Man sieht ihm einfach an, dass er Spaß an der Sache hat. So sollten auch ich und meine Mannschaft an Turniere herangehen.“

Dem 19-Jährigen wird immer wieder rückgemeldet, dass sein Spiel besonders konstant sei. Der Schwung ist ruhig und die Schläge sind präzise. Dieses Können konnte er schon auf verschiedensten Plätzen in Deutschland, Portugal und Schottland unter Beweis stellen. Besonders bei den Schotten, den Urvätern des Golfs, sei die Atmosphäre eine ganz andere. "Wir waren dort eine Woche vor einem großen Turnier. Vor jedem Schlag wurde uns eine Matte hingelegt, dass wir den Rasen nicht beschädigen“, berichtet Paul schmunzelnd. 

Nachwuchs gesucht

Im Golfclub Bad Rappenau gibt es immer weniger junge Spieler. Im Laufe der Jahre sind viele von Pauls Altersgenossen abgesprungen, haben sich anderen Sportarten zugewandt oder einfach aufgehört. Auch er selbst legte während seines Abiturs eine neunmonatige Pause ein, fand dann aber wieder zurück auf den Platz. Golfen würde missverstanden werden.

Seiner Meinung nach ist die elitäre Vorstellung vieler Leute einfach falsch. "Der Golfsport hat in der Gesellschaft einen festen Platz. Meine Generation müsste das hinterfragen und aufbrechen. Nur so könnte er mehr zum Mainstream werden“, merkt er kritisch an. "Ich würde mich freuen, wenn man mehr jungen Menschen 'Golf als Lebensweg‘ näherbringen könnte.“

Info 

Der Golfclub Bad Rappenau betreibt eine aktive Jugendabteilung. Wer sich selbst einmal auf dem grünen Rasen beweisen möchte, kann sich auf der Website oder direkt bei Jugendwart Karl-Heinz Ebert (Telefon 07264 36 66) informieren.

 

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