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Angriffslustige Dänen

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Dass da ein mächtiges Hindernis auf dem spanischen WM-Parkett steht, war den deutschen U21-Jungs durchaus bewusst. Und doch wirkten sie ein wenig parallelisiert, als die Partie gegen Dänemark gestern Anfang der zweiten Hälfte innerhalb von zehn Minuten komplett kippte. Der erste Elchtest in einer Vorrundengruppe mit drei skandinavischen Kontrahenten letztlich mit 25:30 (15:15) verloren ging. 

Zu wenig Angriff

Da half es auch nichts, dass Kapitän Sebastian Heymann eine stabile Galionsfigur war. Der gebürtiger Horkheimer stand weitestgehend allein auf verlorenem Posten. Denn außer ihm hatte kaum ein Teamkollege der dänischen Durchschlagskraft etwas entgegenzusetzen. Besonders im Angriff fehlte es an der nötigen Konstanz.

"Wir müssen wenig technische Fehler machen und gut in der Abwehr stehen“, hatte Heymann vorab als Fahrplan ausgegeben: "Wir können jeden schlagen, wenn wir mit dem Kopf zu einhundert Prozent da sind.“ Und genau das setzte seine Mannschaft zunächst auch um. Hatten die Deutschen beim 43:25-Auftaktsieg gegen Argentinien am Vortag noch Anlaufschwierigkeiten, waren sie diesmal von Anfang an da. 

Ungenutzte Chancen

Dänemark kam kaum in die gefürchtete zweite Welle und war von der offensiven DHB-Deckung sichtlich beeindruckt. Von disziplinierten, geduldigen Angriffen getragen, schwammen Heymann und Co. nach einer starken Viertelstunde so verdient zur 9:6-Führung. Schon da hatte das Team von Bundestrainer Martin Heuberger allerdings ein paar Gelegenheiten liegen lassen. Und es sollte nicht besser werden. "Wenn wir unsere Chancen nicht nutzen, können wir so ein Spiel auf diesem hohen Niveau einfach nicht gewinnen“, monierte Heuberger.

Stattdessen legten die Dänen zu und fanden mehr und mehr Lücken in der deutschen Deckung. Das Abwehrkonstrukt begann zu wackeln, im Angriff wurde der Kurs immer zittriger. Besonders beim Rechtsabbiegen hatte der DHB-Rückraum ohne einen Linkshänder als Shooter auf dem Feld seine Schwierigkeiten.

Nach Pause bergab

So ließ Heuberger den guten Halblinken Heymann nach einer Auszeit auf rechts ran. Und sah beim 11:11 in der 25. Minuten einen üblen Auffahrunfall seines Besten. Im Sprungwurf wurde der Käpt'n unsanft vom Kurs abgebracht und knallte auf den Rücken. Ein böses Foul, das zurecht mit einer Disqualifikation geahndet wurde. Während für den rüden Kasper Lindgren Schluss war, ging es für Heymann nach kurzer Behandlungspause weiter. Bleibenden Schaden nahm der Modellathlet nicht, stattdessen riss er die wenigen Lücken und steuerte den Großteil zum 15:15-Pausenstand bei.

Nach dem Seitenwechsel schien der Rest des deutschen Teams den Fuß in der Offensive aber noch ein weniger weiter vom Gas zu nehmen. Die Dänen drückten dagegen mächtig auf die Tube und hatten sich nach 41 Minuten vorentscheidend auf 21:16 abgesetzt. Zumindest einen Totalschaden sollte Deutschland beim ersten Elchtest trotz zwischenzeitlichem 18:25 (48.) jedoch erspart bleiben. 

Auch, weil Sebastian Heymann nach einer kurzen Verschnaufpause im Schlussspurt noch einmal Tempo machte und sein Torekonto am Ende auf acht Treffer schraubte. Am 25:30 änderte das nichts. Soll morgen gegen Chile (14 Uhr/Eurosportplayer) ein Erfolg her, muss das deutsche Team wieder gemeinsam in eine Richtung steuern.

 

 

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