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Fecht-Europameisterschaft

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Sie ist die Einzige. Die Einzige des FC Würth Künzelsau. Und doch längst nicht allein, wenn am Montag die Europameisterschaften in Düsseldorf starten. In der Messehalle 8b starten die Säbel-Frauen um 13 Uhr – noch vor der offiziellen Eröffnungsfeier – und zahlreiche Nachwuchsathleten ihres Clubs sorgen auf den Rängen dafür, dass die Hohenloherin auch wirklich einen Heimvorteil hat. 

Auftakt für Olympia

Für die 450 Starter aus 49 Nationen geht es um viel bei den dritten kontinentalen Meisterschaften, die in Deutschland nach 2001 (Koblenz) und 2010 (Leipzig) ausgetragen werden. "Ein so wichtiges Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2020 im eigenen Land zu haben, ist das Beste, was passieren konnte. Wir werden die besten Voraussetzungen für das deutsche Team und die europäischen Delegationen schaffen“, hat Claudia Bokel, Präsidentin des Deutschen Fechter-Bundes und 2004 Olympia-Silbermedaillengewinnerin mit dem Degen-Team in Athen, versprochen.

Fechttage sind lange Tage. Und sehr anstrengende Tage. Das weiß Julika Funke. Dominik Behr, der Sportliche Leiter des FC Würth Künzelsau, sagt: "Physisch ist Julika extrem stark, dabei ist sie erst 18. Doch es gibt keine Schwachen, das ist knüppelhart.“ Die Leistungsdichte der Konkurrenz ist enorm hoch, weil nur die vier besten Athletinnen einer Nation dabei sind. Hinzu kommt, dass bei den Europameisterschaften niemand vorqualifiziert ist. Für gewöhnlich sind die Top 16 der Welt automatisch im Feld der 64 Besten – nicht aber in Düsseldorf. Allerdings wird gesetzt. Nach der Weltrangliste – und hier hat sich Julika Funke nach vorne gearbeitet. 

Lockere Herangehensweise

Im vergangenen Jahr ist die junge Frau, die im Oktober ihr Studium für Internationales Management in Köln beginnt, in der EM-Vorrunde rausgeflogen. Und nun? Sie lächelt sympathisch und sagt: "Wenn ich mir was vornehme, dann mache ich mir zu viel Druck.“ Mit etwas Pause schiebt sie nach: "Die Top 32 wären ein sehr gutes Ergebnis.“ Am Donnerstag, 20. Juni (9 Uhr), startet für die 18-Jährige, die im April in Polen mit dem Team Vizeweltmeisterin geworden ist, der Mannschaftswettbewerb. Auf kontinentaler Ebene haben Deutschlands junge Frauen in Foggia Gold geholt – allerdings bei der U20. In Düsseldorf treten die Aktiven an. Das Künzelsauer Talent wird von seiner Erfahrung aus dem vergangenen Jahr profitieren.

Fechten ist ein ewig währender Lernprozess. Julika Funke lebt und trainiert seit drei Monaten in Dormagen, startet jedoch weiterhin für Künzelsau und ist Mitglied des Sporthilfe Perspektivteams Paris 2024. Die Spiele in Frankreich sind ihr Traum.

Französischer Bundestrainer

Frankreich ist die Heimat von Säbel-Bundestrainer Pierre Guichot. Der arbeitet seit 2017 in Dormagen, wo er gefechtsnah auch Julika Funke lektioniert. Der 56-Jährige hat als Aktiver Team-Silber bei Olympia 1984 und Mannschafts-Bronze bei den Spielen 1992 in Barcelona gewonnen. Vor seinem Wechsel nach Deutschland ist er für das britische Männer-Team verantwortlich gewesen.

Funke ficht seit 2010 für den FC Würth Künzelsau, ist derzeit mit Lisa Gette das Aushängeschild des Vereins. Auch für die WM im Juli in Budapest ist die Nummer zwei in Deutschland bereits qualifiziert. Funke ist jung, talentiert und selbstständig. Das lässt Spielraum. Besonders in ihrer Disziplin, denn im Säbelfechten gilt: Überraschungen sind nie ausgeschlossen. 

 

 

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