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Steiler Aufstieg

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Sebastian Heymann wird am Samstag (14 Uhr) in Düsseldorf sein A-Länderspieldebüt gegen die Schweiz feiern. Der 21-jährige Horkheimer ist der erste Hallenhandball-Nationalspieler des Unterlands überhaupt. Gleiches war bisher nur der Bad Friedrichshallerin Marion Kieber-Gotzig im Frauenbereich gelungen. Zu Heymanns Erfolgsweg haben viele Menschen beigetragen, von den Eltern über die Freunde bis zu den Trainern. Einige sollen hier zu Wort kommen.

Weg geebnet

Jochen Zürn: Der heutige Sportliche Leiter beim Bundesligisten SG BBM Bietigheim hat Sebastian Heymann als Trainer des TSB Horkheim den Weg aus der Jugend in den Aktivenbereich geebnet. "Ich freue mich über seine Entwicklung. Er besitzt die nötige Einstellung und den Biss. Ich bin sehr stolz auf ihn. Er ist ein Talent des Jahrzehnts“, sagt der 56-Jährige.

Noch heute hat Zürn regelmäßig Kontakt mit seinem ehemaligen Spieler. "Wir sprechen über seine Karriere, über Göppingen, auch mal über Privates“, sagt Zürn. Unter seiner Ägide schaffte Heymann den Sprung von den A-Junioren ins Drittliga-Team, unterschrieb seinen ersten Profivertrag in Göppingen. "Es war ein wunderbares Arbeiten mit ihm. Es freut mich, wenn ich einen Teil zu seiner Entwicklung beitragen konnte.“ 

Zusammen stark

Tobias Gehrke: Der Spielmacher des TSB Horkheim ist Heymann als Gegenspieler bei diversen Schulturnieren über den Weg gelaufen. "Das haben wir aber erst später bemerkt, wir waren damals wohl zu sehr mit uns selbst beschäftigt“, sagt der 23-Jährige schmunzelnd. Mit knapp 17 Jahren trainierte Heymann dann die ersten Male mit der Horkheimer Drittliga-Mannschaft.

"Da war er körperlich natürlich noch nicht so weit wie heute, aber sein Potenzial war schon zu sehen. Er hat dann in der Zeit bei uns aber auch nochmal einen wahnsinnigen Schritt gemacht – wahrscheinlich den größten von uns allen“, sagt Gehrke, der wie Heymann einen Vertrag bei Frisch Auf Göppingen besitzt und per Zweitspielrecht für den TSB aufläuft. Die Freundschaft zwischen beiden wuchs durch Mittelfußbrüche.

"Wir waren Leidensgefährten, haben viel Zeit im Kraftraum verbracht. Ich war ihm ein paar Wochen voraus, so dass er sehen konnte, dass man wieder voll fit wird. Das hat ihm sicher geholfen und uns enger zusammengeschweißt“, sagt Gehrke, der ein- bis zweimal in der Woche in Göppingen mittrainiert. "Was mich am meisten beeindruckt ist, dass Basti so sehr am Boden geblieben ist, obwohl er seit Jahren zu hören bekommt, dass er der Beste und Größte ist.“ 

Talent und Fleiß

Martin Heymann: Vater Martin und Mutter Sabine haben die Leidenschaft des Sohns immer gefördert. "Wir haben ihm den Rücken freigehalten, dass er sich auf den Sport konzentrieren konnte und keinen Druck in Sachen Ausbildung auf ihn ausgeübt“, sagt Martin Heymann.

Sein Abitur schaffte Sebastian, obwohl er bereits zu diesem Zeitpunkt unter Profibedingungen trainierte. "Sebastian war immer sehr trainingsfleißig, er hat nie auch nur eine Einheit ausfallen lassen. Da war er immer 100 Prozent verlässlich, obwohl er sonst manchmal ein bisschen fahrig ist“, verrät Martin Heymann. Talent und Fleiß alleine hätten womöglich aber noch nicht gereicht. "Er hatte zur rechten Zeit die richtigen Förderer. Da ist er immer gut geschwommen“, sagt Martin Heymann.

Mit seiner Berufung in die A-Nationalmannschaft wächst jetzt natürlich der Rummel um seine Person. "Sebastian steht eigentlich nicht so gerne im Mittelpunkt“, sagt Martin Heymann. "Aber er wird weiter seinen Weg gehen. Wir haben ihm den Sprung immer zugetraut und sind natürlich sehr stolz.“

Alte Freundschaft

Felix Hofacker: Der Kreisläufer des Oberligisten Neckarsulmer Sport-Union kennt Heymann von kleinauf. "Meine Mutter war unsere erste Trainerin bei den Minis in Horkheim.“ Dass sein Kumpel Basti ein besonderes Talent besitzt, war früh zu sehen. "Schon bei den Bezirksspielfesten in der E-Jugend war er immer der Beste“, erinnert sich Hofacker. Obwohl Heymann immer dem jüngeren Jahrgang angehörte.

"Handballerisch habe ich ihm sicher nicht viel mitgeben können, aber persönlich vielleicht schon. Dass er auf seine Stärken vertrauen soll und auch in kritischen Situationen einen kühlen Kopf bewahrt“, nennt der 21-Jährige als Beispiel. Die Freundschaften aus Jugendtagen pflegt Heymann. "Er hat sich für Samstagabend angekündigt, dann werden wir in Heilbronn ein bisschen sein erstes Länderspiel feiern“, verrät Hofacker. 

 

 

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