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Rekordsieg beim Neckar-Cup

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Ein Mann, ein Wort, zweiter Turniersieg beim Heilbronner Neckar-Cup. "Als ich am Freitag vor dem Turnier mit Metehan Cebeci telefoniert habe, sagte der Turnierdirektor: 'Ich gebe dir die Wildcard – wenn du das Turnier gewinnst.' Da sagte ich: 'Einverstanden!'“

Rekordsieger

Filip Krajinovic plauderte bestens gelaunt. Kein Wunder: Gerade war die Nummer eins der Setzliste bei der sechsten Auflage des Challenger-Turniers am Trappensee zum Rekordsieger geworden, hatte das Finale am Sonntagnachmittag gegen den Belgier Arthur De Greef mit 6:3, 6:1 gewonnen. Ähnlich klare Final-Verhältnisse hat es in der Turniergeschichte nur 2017 gegeben: Der Slowake Norbert Gombos verlor 3:6, 2:6 – gegen Filip Krajinovic. 

Der 27-Jährige aus Belgrad hielt also Wort, ist mit nun zwei Triumphen Rekordsieger beim Neckar-Cup. Und Filip Krajinovic ist ehrlich. "Ich hoffe, dass wir uns nächstes Jahr nicht sehen“, sagte er an die etwa 900 Zuschauer gewandt. "Ich möchte größere Turniere spielen“, schob er entschuldigend nach. Seine Fangemeinde hatte den sympathischen Profi schon richtig verstanden: Da will einer zurück nach Hause, zurück in die oberen Regionen der Weltrangliste.

Kickstart 

Auf Rang 26 war Krajinovic vor einem Jahr platziert. Und ein weiteres Jahr zuvor als Nummer 294 in die Qualifikation des Neckar-Cups gestartet. Filip Krajinovic, mittlerweile Preisgeld-Millionär mit in seiner Karriere bisher eingespielten 2,5 Millionen US-Dollar, weiß, wo er herkommt. "Ja, Heilbronn war der Kickstart für meine Karriere“, sagte der Rechtshänder.

"Das war verrückt: als Qualifikant das Turnier gewinnen.“ Es folgten in den vier Monaten danach noch vier weitere Challenger-Siege, alle auf Sand. Dann folgten Matches gegen die Großen, zuletzt bei den Masters im März in Indian Wells gegen Rafael Nadal und in Miami gegen Roger Federer. Das Problem dazwischen: Krajinovic konnte nur sieben Turniere in sieben Monaten spielen: "Ich war ein halbes Jahr verletzt.“ 

Verdienter Sieg

Dass der von seinem 13. bis 19. Lebensjahr an der von Nick Bollettieri gegründeten IMG-Akademie in Bradenton (USA) ausgebildete Serbe in Heilbronn eine Wildcard benötigte, lag daran, dass er nicht wie erhofft ins ATP-Turnier in Rom gekommen war. Ein Glücksfall für Heilbronn. Pech für Dominik Köpfer (Furtwangen), Peter Polansky (Kanada), Viktor Troicki (Serbien), Stefano Travaglia (Italien) und Arthur De Greef, die alle unterlagen.

"Ich hätte 4:1, 5:2 führen können“, sagte der Belgier nach dem mit Stopps, Lobs und Netzrollern gespickten Finale. De Greef führte aber lediglich 3:1 und hatte keine Chance mehr, Krajinovic war einfach besser. "Filip hat den Sieg verdient“, sagte sein müde gekämpfter finaler Herausforderer nach einem kuriosen Matchball. 6:3, 5:1, 40:30-Führung Krajinovic, Aufschlag De Greef.

Verpasste Chance 

Ein Linienrichter brüllte "Fußfehler“, der Belgier berührte also die Grundlinie, regte sich aber maßlos auf und schlug einen Ball hoppelnd in Richtung des Linienrichters. Stuhlschiedsrichter Mohamed Fethi Diouani aus Kanada entschied auf Strafpunkt, der dem Gegner gutgeschrieben wird – Spiel, Satz, Sieg Filip Krajinovic. Arthur De Greef hatte erstmals in der Turnierwoche Nerven gezeigt. 

Genervt war trotz aller Freude über 12 250 Euro Preisgeld und 100 Punkte, die ihn in der heute erscheinenden Weltrangliste auf Platz 60 zurückbringen dürften, auch Filip Krajinovic – von sich selber. Da er vergessen habe, sich für die Qualifikation der French Open anzumelden, droht er das Turnier in Paris zu verpassen. Er ist nur dabei, falls ein Spieler absagt. "Ich bin ein Idiot“, sagte Filip Krajinovic noch – und düste mit Siegerpokal nach Paris.

 

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