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Studium für den Verein

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Morgen hat Selina Kalmbach ihren monatelangen Aufwand schwarz auf weiß. Dann geht ihre Bachelor-Arbeit in den Druck. Ein fertiges Exemplar wird auch auf dem Tisch der Neckarsulmer Sport-Union landen. Schließlich ist der Handballbundesliga-Club das Thema. 

Sportlicher Schwerpunkt

Sich einschreiben, nur um als Studentin eingeschrieben zu sein, wie das so mancher Leistungssportler der deutschen Eliteligen tut – das kam für Kalmbach nie in Frage. Trotz acht Trainingseinheiten in der Woche und dem langen Kampf um den Klassenerhalt wird die 21-jährige NSU-Linksaußen ihr Studium BWL-Dienstleistungsmanagement mit dem Schwerpunkt Sportmanagement an der DHBW Heilbronn bereits diesen September abschließen.

Das Gelernte soll mehr als nur graue Theorie sein. "Ich möchte das Wissen, das ich mir angeeignet habe, in Neckarsulm einbringen. Das habe ich definitiv vor. Ich will die Zukunft der Sport-Union weiter mitgestalten.“ Dass Kalmbachs sportliche Zukunft überhaupt in Neckarsulm weitergeht, war alles andere als selbstverständlich. Weil ihr Vertrag beim Bundesligisten aus dem Unterland ausgelaufen wäre, gab es einige Wechsel-Angebote für die einstige Junioren-Nationalspielerin.

Harte Arbeit

Doch die Abstatterin entschied sich für eine Verlängerung. Sicher auch, weil in der Heimat das Gesamtpaket stimmte. Denn die Geschäftsstelle der Sport-Union ist gleichzeitig auch Partner ihres dualen Studiums. Und wird nach September ihr Arbeitgeber für einen Halbtagsjob neben dem Handball sein. 

Für diese Perspektive schuftete Selina Kalmbach in der vergangenen Saison absolut im Grenzbereich. "Regenerationsphasen waren eigentlich nur noch das Schlafen“, sagt sie im Rückblick schmunzelnd: „Ich freue mich schon sehr auf die Zeit, die ab Montag ansteht – die Bachelor-Arbeit abgegeben und Saisonpause.

Da kann ich mal etwas entspannen und den Kopf freibekommen.“ Zuletzt war das nur selten möglich. Auch auf der finalen Auswärtsfahrt der Bundesliga-Saison hatte Selina Kalmbach Studienmaterial mit an Bord, als es nach Leverkusen ging. Nach dem Abschlussspiel nahm sich ihr Organismus direkt eine Auszeit: "Ich war erstmal die komplette Woche krank. Der Körper nimmt sich, was er braucht.“ 

Praxisseminar

Rechtzeitig vor dem Sportmanagement-Deutschland-Cup, der an diesem Wochenende stattfindet (siehe Hintergrund), ist Selina Kalmbach aber wieder fit geworden. Will wie auf dem Spielfeld alles geben, um ein zufriedenstellendes Ergebnis abzuliefern.

Die Durchführung des Cups ist Ergebnis des Praxisseminars im Rahmen des fünften Semesters. Nicht nur wegen der Note hat sich Kalmbach dabei voll ins Zeug gelegt: "Ich fand es super. Größtenteils lernt man eben doch etwas Theoretisches und liefert das dann auswendiggelernt bei einer Klausur ab.“ Das gesammelte Wissen "jetzt auch mal wirklich darlegen zu müssen, ist schon richtig spannend – nicht nur eine schriftliche Event-Konzeption zu schreiben, sondern auch durchzuführen und zu sehen, ob es wirklich klappt.“ 

Ideen verwerten

Auch bei den Ergebnissen ihrer Bachelor-Arbeit hofft Selina Kalmbach, dass sie "nicht nur im Schrank oder im Büro liegt, sondern dass man damit arbeitet und die Ideen miteinbezieht“.

Ein Kernthema von Kalmbachs Ausarbeitung: "Die Nähe, diese besondere Verbindung zwischen Mannschaft und Fans, gilt es definitiv weiter zu stabilisieren und auszubauen.“ Selina Kalmbach wird sicher keinen Aufwand scheuen, um daran mitzuarbeiten. Ihr Wissen soll mehr als nur graue Theorie sein.

 

 

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