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Höhenflug der Falken vorerst beendet

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Direkt vor der Deutschland-Cup-Pause sind die Heilbronner Falken mit einem Null-Punkte-Wochenende wieder auf Normalmaß geschrumpft worden. Gegen den Tabellenvorletzten ESV Kaufbeuren verlor der Derbysieger-DEL-2-Tabellenführer des vorangegangenen Wochenendes am Sonntag vor der etwas enttäuschenden Kulisse von 1708 Zuschauern mit 3:5 (1:2, 2:1, 0:2). "Das war zu wenig heute, besonders in den Special Teams. Ich kann mich an keinen geblockten Schuss erinnern", sagte Falken-Trainer Alexander Mellitzer.

Vielversprechender Beginn

Dabei begann der Spieltag mit guten Nachrichten. Topscorer Dylan Wruck meldete sich nach überstandener Krankheit spielfähig und damit standen wieder vier komplette Sturmreihen zur Verfügung. Das Spiel ging auch vielversprechend los: Nach 24 Sekunden hatte Tim Miller schon die Führung auf dem Schläger, doch dann kam lange sehr wenig von den Gastgebern. 

Kaufbeuren verteidigte mit großem Elan, hielt die Falken gut vom eigenen Tor weg. Und wurde selbst gefährlich. Einen abgefälschten Schuss von Daniel Oppolzer bekam Matthias Nemec nicht geklärt, die Scheibe rutschte zum 0:1 über die Linie (6. Minute). Keine Minute später fiel in Überzahl ein nahezu deckungsgleicher Treffer. Dieses Mal hatte Max Schmidle abgezogen, der Puck rutschte Nemec durch die Schoner – 0:2. Der Schock saß.

Bei den Falken lief wenig zusammen, die Laufbereitschaft und das Tempo stimmten nicht. Der letzte Pass fand keinen Abnehmer, auch weil die Gäste alles hineinwarfen, was gerade zur Verfügung stand, ob Gliedmaßen oder Schläger. 

Nicht einmal eine 90-sekündige Fünf-gegen-Drei-Überzahl genügte den Falken für ein Tor – zu statisch wurde die Scheibe hin- und hergespielt. Es brauchte letztlich einen Schuss aus dem Nichts von Brock Maschmeyer, der den Falken den glücklichen 1:2-Anschlusstreffer sechs Sekunden vor Drittelende bescherte.

Das Tor war offenbar die Hallo-Wach-Pille für die Falken. In jedem Fall war jetzt Schluss mit Schlafwagen-Eishockey, der Heilbronner ICE rollte, wenn schon nicht über den Hauptbahnhof, so doch zumindest auf dem Eis. Gerade einmal zwei Minuten dauerte es und einen bösen Fehler eines ESV-Verteidigers brauchte es, ehe Bryce Gervais frei vor dem Tor war, Stefan Vajs verlud und mit der Rückhand zum 2:2 einschob.

Die Falken blieben voll auf dem Gas. Die Not bei den Gästen war jetzt groß, ESV-Coach Andreas Brockmann nahm umgehend eine Auszeit. Das verschaffte etwas Luft.
Doch Yannik Valenti allein hätte die Kaufbeurer im Mitteldrittel abschießen können. Der Heilbronner Kanonier hatte drei hochkarätige Chancen auf dem Schläger. Als er sich noch über seine vergebene Überzahlgelegenheit ärgerte, traf Corey Mapes – just in dem Moment als die Kaufbeurer wieder komplett waren – von der blauen Linie. Das 3:2 in der 35. Minute war längst überfällig.

Unterzahlproblem

Jetzt schien der Sieg aufgegleist. Doch wie schon am Freitag bei der 3:4-Niederlage in Landshut waren es unnötige Strafen, die die Falken in die Bredouille brachten. In Überzahl gelang Julian Eichinger mit einem Distanzschuss an Freund und Feind vorbei der 3:3-Ausgleich (37.). Das Unterzahlproblem setzte sich im Schlussabschnitt fort. Innerhalb von einer Minute mussten Alexander Nikiforuk und Kevin Maginot auf die Strafbank. Mit zwei Mann mehr auf dem Eis erzielte Kaufbeuren seinen dritten Powerplaytreffer.

Topscorer Sami Blomqvist zog trocken ab. Im Falken-ICE hatte irgendjemand den Stecker gezogen. Das 3:5 war Ergebnis von Hühnerhaufen-Abwehrverhalten. Ossi Saarinen sagte danke und tütete die drei Punkte für die Gäste ein. 

Tor: Nemec, Schickedanz; Abwehr: Maschmeyer - Pavlu, Möller - Brady, Mapes - Maginot; Angriff: Preto - Miller - Brune, Della Rovere - Damon - Nikiforuk, Soramies - Wruck - Gervais, Knaub - Koch - Valenti, Hon. 
Tore: 0:1 (6.) Oppolzer, 0:2 (7.) Schmidle, 1:2 (20.) Maschmeyer, 2:2 (23.) Gervais, 3:2 (35.) Mapes, 3:3 (37.) Eichinger, 3:4 (44.) Blomqvist, 3:5 (51.) Saarinen 
Schiedsrichter: Tony Engelmann, Ruben Kapzan 
Strafminuten: 16/12. Zuschauer: 1708. 

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