Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Bente Fischer ist knapp an der EM-Norm dran

zurück zur Übersicht

Drei Zehntel haben ihr gefehlt bis zur EM-Norm. Für Bente Fischer war der Start bei den württembergischen Kurzbahnmeisterschaften eine Probe für die deutschen Titelkämpfe auf der 25-Meter-Bahn in Berlin. Ein erfolgreicher Test: Die 22-Jährige schwamm auf ihrer Lieblingsstrecke, 200 Meter Brust, persönliche Bestzeit. Für die Qualifikation zur Europameisterschaft im schottischen Glasgow Anfang Dezember hat das Neckarsulmer Eigengewächs durchaus noch Hoffnung. 

Bente Fischer gibt sich mit Blick auf Berlin kämpferisch: "Drei Zehntel, das ist machbar!" Bei den Wettkämpfen in der Hauptstadt von diesem Donnerstag an bis Sonntag ist für die Schwimmerin der Neckarsulmer Sport-Union eines anders als bei den württembergischen Wettkämpfen: "Es wird starke Konkurrenz geben. Das puscht mich und ich bin schneller", weiß sie aus Erfahrung. Im Neckarsulmer Sportbad ließ Bente Fischer die anderen Schwimmerinnen weit hinter sich.

Gold und Silber

Bente Fischer fühlt sich gut. Binnen acht Wochen war sie mit weiteren NSU-Topschwimmern in zwei Trainingslagern in der Türkei, in der Höhe und kürzlich am Meer. "Wir konnten im Outdoorpool super trainieren." 

Daheim hat die Neckarsulmer Sportlerin zehn Trainingseinheiten pro Woche. Der Fleiß zahlt sich aus: Gold holte sie 2018 bei der deutschen Meisterschaft mit ihren drei Teamkolleginnen in der Freistilstaffel über 4 x 100 Meter. 2019 hatte bisher für Bente Fischer "Höhen und Tiefen". Im Juni lief es zum Beispiel für sie "gar nicht." Intensivstes Training zuvor habe bei Wettkämpfen an ihrer Kraft gezehrt. Doch dann war sie wieder in Topform: Im August gewann sie bei den DM in Berlin in der Staffel über 4 x 100 Meter Lagen Silber und ihren bislang größten Erfolg, ihren "besten Moment im Schwimmsport"wie sie sagt: Silber über 200 Meter Brust, die erste DM-Einzelmedaille der 22-Jährigen und das auf der langen Bahn.

Das Gefühl, bei den deutschen Meisterschaften Zweite zu werden, "war unbeschreiblich." Die Favoritin sah sie beim Schwimmen im Augenwinkel knapp vor sich. "Dass ich nahe an ihr dran bin, hat mich extrem motiviert." Die langen blonden Haare von Bente Fischer sind noch etwas nass, ihre großen Augen sind wach und strahlen. Bente Fischer trägt einen schwarz-roten Badeanzug und hat ein Handtuch um sich gewickelt. Wasser ist ihr Element: "Es ist einfach ein tolles Gefühl, sich im Wasser zu bewegen. Schwerelos zu sein, zu gleiten." In der Freizeit machen der gebürtigen Neckarsulmerin auch andere Sportarten wie das Wellenreiten Spaß, dass sie vergangenen Jahr mit einem Kumpel ausprobierte. "Surfen ist richtig intensiv."

Am Schwimmen gefällt Bente Fischer besonders gut, "dass man so gut wie nichts hört. Im Wasser finde ich zu mir selbst." Bei längeren Trainingsserien um die 1000 Meter, könne sie richtig gut nachdenken. Das gehe natürlich bei schnellen Sets nicht. "Da konzentriere ich mich ganz auf die Technik." Ihre beste Disziplin ist das Brustschwimmen, eine technik- und kraftintensive Sportart. "Mit einer guten Technik kann man sich um ganze fünf Sekunden verbessern: Die Körperwelle muss sitzen, der Impuls nach vorne, der Beinschlag."

Studentin

Bente Fischers Leben besteht nicht nur aus Spitzensport: An der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg studiert sie seit 2017 Grundschullehramt. Gerade macht sie ein Praxissemester in Kornwestheim. "Die Schule kommt mir und dem Leistungssport zum Glück entgegen. Ich kann früh trainieren, komme etwas später zum Unterricht und bleibe dafür länger." Insgesamt füllt aber der Sport schon ihre Freizeit: So hatte sie dieses Jahr "außer eine Woche wandern mit der Schwester" keinen Urlaub. 

Woher nimmt die Athletin an schlechten Tagen die Motivation für ihre Leistungen? "Unser Team motiviert mich." Freundschaften im Sport seien besonders, sagt Bente Fischer. "Wir machen alle das gleiche mit. Falls es nicht so gut läuft, muntern wir uns gegenseitig auf."

Galerien

Regionale Events