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Ian Brady, der Meister der Uhr

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Gerade noch einmal gut gegangen: Die Heilbronner Falken haben am Freitagabend das Baden-Württemberg-Duell mit den Wölfen Freiburg in der Verlängerung mit 4:3 (1:1, 1:0, 1:2) für sich entschieden. Der entscheidende Treffer gelang Ian Brady eine halbe Sekunde vor Ablauf der Verlängerung. Durch zu viele Strafzeiten hätten sich die Heilbronner beinahe um Punktgewinne gebracht. 

"Ich habe gemischte Gefühle. Einerseits freue ich mich über den Sieg. Uns hat aber phasenweise die Balance und der Rhythmus gefehlt. Wir sind mit einem blauem Auge davon gekommen", sagte Falkentrainer Alexander Mellitzer.

Nach der Deutschland-Cup-Pause brauchten beide Teams einige Anlaufzeit, bevor die Abläufe wieder funktionierten. In den ersten zehn Minuten kamen nie mehr als zwei Pässe hintereinander an, die Partie war sehr zerfahren. Die erste Chance hatte Falken-Schreck Nikolas Linsenmaier, der in einer Eins-gegen-Eins-Situation aber an seinem Ex-Teamkollegen Matthias Nemec im Heilbronner Tor scheiterte.

Gute Forechecking

Die Gästeführung fiel eher aus heiterem Himmel. Aus einer Forechecking-Situation heraus gewann Pierre Preto tief im Freiburger Drittel die Scheibe, passte auf Kanonier Yannik Valenti, der aus seiner Lieblingsposition zum 1:0 traf (14. Minute). 

Gegen das derzeit beste Überzahlteam der DEL 2 leisteten sich die Falken allerdings zu viele Strafen. Jan Pavlu musste zwei Mal wegen Beinstellens vom Eis, kurz vor Drittelende erwischte es dann auch noch Ian Brady. Das war der eine Fauxpas zu viel. Im dritten Anlauf gelang Nick Pageau 20 Sekunden vor Drittelende in Überzahl der verdiente 1:1-Ausgleich. Stefan Della Rovere hatte zuvor über den Puck geschlagen und den Freiburger Stürmer erst dadurch in aussichtsreiche Position gebracht.

Im Mitteldrittel waren die Falken über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft, doch sie kassierten weiterhin zu viele Strafen. In der 24. Minute musste Pavlu bereits zum dritten Mal in die Kühlbox. Linsenmaier scheiterte in Überzahl an der Latte.

In der 30. Minute erwischte es innerhalb von fünf Sekunden Michael Knaub und Tim Miller. Doch mit zwei Mann weniger auf dem Eis bewiesen die Falken, warum sie das beste Penaltykilling-Team der Liga sind. Viele Schüsse wurden geblockt und Nemec war an seiner alten Wirkungsstätte weiter der große Rückhalt.

In der 33. Minute drehte sich der Spieß erstmals um. Für ein Foul an Falken-Kapitän Derek Damon erhielt Christian Neuert zwei plus zwei Minuten. Drei Sekunden vor Ablauf der Strafe passte Davis Koch perfekt zu Miller, der am zweiten Pfosten mit der Rückhand Wölfe-Goalie Ben Meisner kein Abwehrchance ließ. Der zweite Falkentreffer fiel wieder ein Stück weit aus heiterem Himmel.

Plötzlich Rückstand

Vor dem Schlussdrittel warnte Valenti im Interview bei SpradeTV vor weiteren Strafen, doch die Falken bekamen das Problem nicht abgestellt. In der 47. Minute musste Damon vom Eis. Alexander Brückmann gelang von der blauen Linie der 2:2-Ausgleich, nachdem die Freiburger zuvor wieder reichlich an Nemec gescheitert waren. Kaum waren die Heilbronner durch das Gegentor wieder komplett, bekam Louis Brune die nächsten zwei Minuten. Die überstanden die Gäste schadlos, doch das viele Unterzahlspielen kostete Kraft. Die Wölfe nutzen das in der 52. Minute. Ex-Falke Chris Billich passte ähnlich perfekt zu Linsenmaier, wie Koch beim 2:2 auf Miller. Der Freiburger Stürmer traf locker ins leere Tor zum 3:2. 

Einer starken Einzelaktion von Dylan Wruck war es zu verdanken, dass die Partie in die Overtime ging. Der Falken-Topscorer tankte sich gegen zwei Verteidiger durch und vollendete formvollendet mit der Rückhand zum 3:3 (55.).

In Überzahl hätten die Falken sogar noch in regulärer Spielzeit den Sieg einfahren können, doch Valenti traf die Scheibe nicht voll. Das gelang eine halbe Sekunde vor Ende der Overtime dagegen Verteidiger Brady, der den Falken den Zusatzpunkt sicherte.

Tor: Nemec, Schickedanz; Abwehr: Maschmeyer - Pavlu, Möller - Brady, Maginot - Mapes. Angriff: Della Rovere - Damon - Wruck, Nikiforuk - Miller - Valenti, Preto - Brune - Koch, Hon - Soramies - Knaub. 
Tore: 0:1 (14.) Valenti, 1:1 (20.) Pageau, 1:2 (36.) Miller, 2:2 (49.) Brückmann, 3:2 (52.) Linsenmaier, 3:3 (55.) Wruck, 3:4 (65.) Brady 
Strafminuten: 8/16. 
Schiedsrichter: Florian Fauerbach, Sascha Westrich 
Zuschauer: 3025 

 

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