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Humorloses 35:25

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Pascal Morgant war "mega stolz". Auf den deutlichen 35:25 (15:12)-Pokalerfolg der Neckarsulmer Sport-Union gegen Herrenberg im Allgemeinen. Und auf das Pflichtspiel-Debüt seiner jüngsten Akteurin im Speziellen. 

"Ich bin so oft verrufen worden, das wäre ein Marketing-Gag und bin richtig froh, dass ich vielen Leute jetzt schon widersprechen kann. Wir haben Lucie-Marie Kretzschmar wegen ihrer handballerischen Qualitäten geholt. Dass sie die jetzt schon beweist, macht mich unglaublich zufrieden. Sie zeigt ihre Ambitionen", sagte der NSU-Trainer am Samstagabend nach dem Einzug in die zweite Runde des DHB-Pokals mit breitem Grinsen.

Kaum zu halten

Gerade im zweiten Durchgang zog Neckarsulm dem ambitionierten Zweitligisten mit humorlosem Gegenstoßspiel den Zahn und tankte Selbstvertrauen für den Bundesliga-Start gegen Leverkusen. Dass Topsprinterin Michelle Goos für die Herrenbergerinnen kaum zu halten war, überraschte kaum jemanden unter den 200 Zuschauern. Dass im NSU- Innenblock immer wieder Talent Kretzschmar für Ballgewinne sorgte, wohl so manchen. "Das ist die kleine Kretzschmar – gar nicht schlecht", raunte es aus Richtung der Herrenberger Fans von der Tribüne
Abgezockt stand sie in der Defensive ihre Frau, steuerte mit sechs souveränen Treffern die meisten Feldtore bei. Im Inneren sah es aber anders aus. "Ich war schon echt aufgeregt", gestand Lucie-Marie Kretzschmar. Vorsichtshalber hatte sie Co-Trainerin Maike Daniels vorab informiert: "Wenn ich einfach so schnell rausgehe, dann kann es sein, dass ich aufs Klo verschwinden muss. Die Mädels haben mir die Aufregung aber gut genommen."

Der Start in die Partie war allerdings von der gesamten Sport-Union eher zittrig. Dass sich die Abläufe im Angriff noch einschleifen müssen, war deutlich zu erkennen. Herrenberg nutzte die Unsicherheit des Favoriten und setzte sich nach neun Minuten auf 4:2 ab. Neckarsulm fing sich, Zugang Lynn Knippenborg fand als Spielmacherin immer mehr in ihre Rolle und leitet einen Drei-Tore-Lauf zum 5:4 (13. Minute) ein. Herrenberg wankte, ging bis zur Neckarsulmer 15:12-Pausenführung aber noch nicht zu Boden.
Als dann im zweiten Durchgang erstmals NSU-Toptorschützin Nele Reimer aufs Feld kam, brachte sie mächtig Schwung in der Offensive. Gekonntes Kitzeln von Trainerseite? "Nein, gar nicht. Uns fehlen zwei Kreisläufer und damit auch ein Teil des Innenblocks und wir hätten den langen Wechsel gehabt, das geht nicht. Lucie war dann diejenige, die das füllen konnte. Das war der einzige Grund", erklärte Morgant.
Mit harmonischem Auslaufen Seite an Seite bestätigte das Halblinks-Duo dies. Reimer und Kretzschmar kommen gut miteinander aus. Kein Wunder. "Wir kennen uns ja schon. Es ist sehr schön, mal wieder jemanden aus dem Osten im Team zu haben", erinnerte sich Nele Reimer gerne an die gemeinsame Zeit im Internat und Training beim HC Leipzig.

Großer Namen

Den großen Namen Kretzschmar hatte Neckarsulms Neue schon damals: "Klar ist das für mich schon schwierig", sagte Lucie-Marie Kretzschmar. "So eine junge Spielerin ist bei ihrem ersten Jahr in der Bundesliga normalerweise nicht so im Fokus, wie es bei mir erst recht ist. Viele erwarten viel, manchmal zu viel. Am Ende muss man einfach selbst mit sich zufrieden sein." Das konnte Lucie-Marie Kretzschmar am Samstagabend in Herrenberg in aller Bescheidenheit

Neckarsulmer Sport-Union: Wachter (12/1 Paraden), Kaminska (3/1) – Kalmbach (3 Tore), Wolf (1), Hendrikse, Knippenborg (4), Wick (2), Zeba, Berg Haraldsdóttir (7/2), Goos (7), Reimer (4), Espinola Perez (1), Kretzschmar (6). Beste Schützinnen SGH: Neubrander (7/2), Schoeneberg (4). Siebenmeter: SGH 4/6, NSU 2/4. Zeitstrafen: SGH 1 - NSU 5. Zuschauer: 200. 

 

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