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Goldschützin mit Herzblut und Leidenschaft

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Das Schussbild, das Amelie Hornung bei der deutschen Meisterschaft in Garching bei München auf der Olympiaanlage beim Luftgewehr-Dreistellungskampf der Schülerinnen abgeliefert hat, ist beeindruckend. Die kleinen Zielscheiben ähneln ein bisschen dem, was Hollywood-Legende Robin Hood mit Pfeil und Bogen ablieferte: Kniend, liegend und stehend hat die 14-jährige Gundelsheimerin jeweils 20 Schüsse abgefeuert. Mitten ins Schwarze. Als frisch gekürte Deutsche Meisterin kehrte sie nach Hause zurück. Und nicht nur das: Mit ihren Mannschaftskollegen holte die Böttinger Schützin in der Dreistellung und im Luftgewehr stehend jeweils einen dritten Platz

Überraschungsparty

Einmal Gold und zweimal Bronze plus im Einzel stehend ein 20. Platz, mit dem alle außer sie selbst zufrieden waren: Darüber gerieten Familie, Freunde und auch Bürgermeister-Stellvertreter Armin Englert total aus dem Häuschen. 

Gleich nach der Rückkehr vom Wettkampf bereiteten ihre Geschwister Lucas (19) und Melissa (22) deshalb still und heimlich eine Überraschungsparty vor. Das Pappkartonschild mit der Spraydosenaufschrift "Meister" am Zaun vor dem Einfamilienhaus sowie das besprühte Laken und die Deutschlandfahne auf der Terrasse zeugen noch von der Begeisterung.

Im Einzelwettbewerb war es ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen mit einer direkten Konkurrentin, das die Eltern einiges an Nerven kostete: "Wir haben echt gebibbert", räumt Sibylle Hornung mit Blick auf den Gleichstand ein. Dann aber patzte die Gegnerin mit vier Neunern in der letzten Serie, was den Sieg für Amelie mit zweimal 199 und einmal 196 Ringen von je möglichen 200 bedeutete.

Dass sich die Haßmersheimer Gemeinschaftsschülerin nach der Prinzengarde und zwei Jahren Standardtanz in Mosbach mit Herzblut und Leidenschaft schließlich dem Schießsport verschrieben hat, ist kein Zufall, immerhin ist die ganze Familie im Schützenverein Gundelsheim-Böttingen zu Gange. Vater Thomas ist seit 1981 dabei, seit 2010 Jugendleiter und seit 2017 Kreisjugendleiter. Auch Mutter Sibylle ist Mitglied und als Betreuerin vor allem für die Jugend im Einsatz.

Dass Tochter Melissa mit dem Luftgewehr und Sohn Lucas zudem im Kleinkaliber vorne mitmischen, zeigen die unzähligen Urkunden von Wettbewerben, die den Flur und das Treppenhaus zieren. In München waren sie eine Woche vorher an der Reihe und haben diesmal beide mit Plätzen im Mittelfeld abgeschlossen. "Wir fahren schon zehn Jahre zu den deutschen Meisterschaften", erzählt Sibylle Hornung. Plätze unter den ersten Zehn seien schon dabei gewesen. Amelie ist seit 2017 mit von der Partie. "Und jetzt hüpft da ein Deutscher Meister raus", freut sie sich.

Landeskader

Amelie ist seit vier Jahren zudem im Württembergkader vertreten: Erst Schülerin I und II, ab September wird es die Jugend sein. Einmal in der Woche trainiert sie neben den Übungseinheiten in Böttingen bei ihrem Vater zudem im Möglinger Talentzentrum sowie einmal im Monat im Landeskader an der Sportschule Ruit. Dass sie wegen ihres Erfolges eine Einladung zum Einführungslehrgang ins Landesleistungszentrum nach Pforzheim bekommen hat, macht die junge Sportschützin schon stolz. 

Konzentration

Mit ihrem Luftgewehr auf die winzig kleine Scheibe mit den zehn ineinander liegenden nummerierten Ringen zu zielen, ist für sie ein Ausgleich zu Stress und Schule. "Um runterzukommen", sagt sie. Ihre Mutter unterstreicht, dass der Sport auch der Konzentration zuträglich ist, die beim Schießen erforderlich ist. 

"Bei solchen Wettkämpfen bin ich eigentlich immer aufgeregt, aber diesmal war ich ganz locker", versichert Amelie. Auch dank des Mentaltrainings, das der Verband zwei Wochen vorher angeboten hatte. Dabei hat sie hilfreiche Tricks gelernt, etwa Ohrläppchen drücken für Entspannung oder Kinn massieren gegen Angst. Das könnte ihr auch bei ihren weiteren Plänen helfen. In der neuen Saison fängt sie mit Kleinkaliber an: "Mein Traum ist, es in die Nationalmannschaft zu schaffen und bei Olympia 2024 mitzumachen."

 

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