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Nächster Halt: Olympia 2021

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Der Satz kommt ohne zu zögern. „Mit Annika, das funktioniert echt gut. Wir sind Menschen, die sich selten auf den Geist gehen“, sagt Celine Rieder. Etwa fünf Jahre kennen sich die 19-Jährige und ihre Trainingskameradin schon. Zuerst ziehen sie in Saarbrücken gemeinsam ihre Bahnen, nun bei der Neckarsulmer Sport-Union. Bei Trainingslagern teilen sie sich immer wieder ein Zimmer, im August 2019 ist Celine Rieder bei ihrer Gastfamilie, den Härdtners aus – und bei der zweimaligen Unterländer Sportlerin des Jahres in Neckarsulm eingezogen. Eine Schwimm-WG auf höchstem Niveau. „Jede hat ihr eigenes Zimmer, ihren Rückzugsort.“ Geputzt wird oft gemeinsam, gerne auch spontan.

Der Fokus liegt auf dem Training 

Und das, wo Celine Rieder über sich selbst sagt, sie sei ein Planungsfreak. Doch in Zeiten, in denen plötzlich manches anders ist und derzeit niemand weiß, wann Schwimm-Wettkämpfe stattfinden, lernt die junge Frau aus Wittlich bei Trier, sich nicht über den Schwebezustand zu ärgern, sondern Dinge auf sich zukommen zu lassen. Die Konzentration liegt auf den Trainingseinheiten, nicht auf Spekulationen, wann es weitergehen könnte.

Celine Rieders Ziel ist schlicht: sich weiterentwickeln. Seit wenigen Wochen unter dem neuen Neckarsulmer Cheftrainer Matt Magee. „Er ist ein lockerer Typ, kann aber auch sagen, wo es langgeht“, sagt die Fünfte der Olympischen Jugendspiele über den Australier. „Er sagt schon, wenn ihm was nicht passt. Das ist auch seine Aufgabe als Trainer.“

Die Kennenlernphase verläuft harmonisch, die Trainingspläne passen und Magee spricht viel mit den Athleten. Dabei versteht Englisch mit australischem Akzent nicht jeder problemlos. Bei Celine Rieder klappt das nach einer kurzen Einhörphase gut. „Klar, wenn ich noch Wasser in der Badekappe habe, höre ich auch auf Deutsch nur die Hälfte. Aber dann sagt er es halt nochmal. Sonst läuft die Kommunikation prima“, sagt das Schwimm-Talent.

Training mit Weltrekordhalterin Sarah Köhler 

Auch der Kontakt zu Bundestrainer Hannes Vitense, mit dem die EM-Achte von 2018 über 1500 Meter Freistil knapp fünf Jahre trainiert, ist nicht passé. Zuerst arbeiten sie in Saarbrücken, wohin Rieder als 14-Jährige wechselt, zwei Jahre später im Unterland an der Karriere. „Matt und er machen die Planung zusammen“, sagt Celine Rieder.

Im nationalen Ranking ist die deutsche Vizemeisterin über 800 und 1500 Meter Freistil die Nummer zwei – hinter Vizeweltmeisterin Sarah Köhler, dem Gesicht im deutschen Frauen-Schwimmsport. Das Verhältnis zu der 26-Jährigen, die bei Bundestrainer Bernd Berkhahn in Magdeburg trainiert, ist nicht nur durch gemeinsame Einheiten im Trainingslager in der Sierra Nevada, gut. „Ich sehe Sarah nicht als Feindin, sondern empfinde es eher als Chance, mit ihr zu trainieren.“ Weil sich da beispielsweise zeigt, dass die Weltrekordhalterin auf der Kurzbahn effektiver wendet.

Wechsel des Studienfachs 

Eine Wende ergibt sich inmitten der Corona-Pandemie. Statt BWL und Unternehmensführung an der Hochschule Heilbronn studiert Celine Rieder seit Ende April Digital Business an einer internationalen Fernuniversität: „Ich profitiere von der Flexibilität, kann mir einteilen, wann ich lernen möchte und es auf mein Training anpassen.“

In der sportlichen Zwangspause versucht das Mitglied des Sporthilfe-Perspektivteams, sich fit zu halten. Mit spezifischen Übungen am Zugseil, Laufen oder Radfahren. Das Fazit: „Ich bin nicht so ein Landtrainings-Typ“, sagt Rieder, „aber immerhin sieht man mal was von der Natur, schwimmt nicht nur im Becken rum und sieht die Kacheln.“

Dass die Olympischen Spiele in Tokio um ein Jahr auf 2021 verschoben sind, ist kein Nachteil für die Schwimmerin. Es bleibt mehr Zeit, um Trainingskilometer zu sammeln und abzuwarten, ob die neuen Reize, die Matt Magee setzt, anschlagen. „Ich weiß, dass 2024 in Paris meine Zeit gekommen ist, dann bin ich 23 – fürs Schwimmen ein wirklich gutes Alter. Aber ein Jahr vor Olympia habe ich eher das kurzfristige Ziel Tokio vor Augen“, sagt Celine Rieder. Eine kluge Strategie.

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