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Der Handballverband Württemberg verschiebt die Staffeleinteilung

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Eine Woche Urlaub hatte sich Michael Roll verdient. Der Ausschussvorsitzende Spieltechnik beim Handballverband Württemberg (HVW) hat sich in den vergangenen Wochen an der Quadratur des Kreises versucht. Erst musste die Spielzeit 19/20 abgeschlossen und dann die Saison 20/21 eingeteilt werden. Und das, ohne einen Starttermin absehen zu können. „Solange wir den nicht kennen, werden wir auch die Staffeln nicht endgültig einteilen“, sagt Roll. Sollte beispielsweise erst im November begonnen werden können, ließe sich ja in keiner Liga eine Hin- und Rückrunde mit 14 Teams spielen.

Klar ist, dass vor einem Saisonstart alle Teams mindestens vier Wochen Handballtraining in der Halle hinter sich haben sollen. „Wenn wir wieder anfangen, dann soll es auch nach Handball aussehen“, sagt Roll. Dass der Horkheimer seine mathematisch unmögliche Aufgabe tatsächlich annähernd gelöst hat, zeigt sich daran, dass letztlich alle Vereine die Staffeleinteilung akzeptiert haben.

Am hartnäckigsten wehrte sich letztlich die MTG Wangen. Der Württembergliga-Neunte der Südstaffel spielt künftig in der neuen Verbandsliga. Ihm erging es damit ähnlich wie den Württembergliga-Frauen des TV Flein. Die waren beim Saisonabbruch Achter und müssen künftig auch in der Verbandsliga antreten. „Was ich vorher gesagt habe, gilt auch hinterher. Es war eine sportlich knappe Entscheidung, die wir aber akzeptieren“, erklärte Fleins Abteilungsleiter Ralf Pitzke.

Der Überblick über die Grenzfälle in der Region und wo diese Vereine künftig spielen werden:

Oberliga:

Mit Blick auf die neue Saison sieht Henning Tittel, Sportlicher Leiter der Neckarsulmer Sport-Union, eine „kleine Wundertüte“. Für die vor dem Corona-Abbruch akut abstiegsgefährdete Sport-Union ist die aber nach wie vor sehr willkommen: „Wenn diese Scheiß-Situation für uns etwas Gutes hat, dann sicherlich der Ligaverbleib. Unsere Lage war nicht völlig aussichtslos, aber schwierig – wir haben profitiert.“ Weil es keine Absteiger gegeben hat, schwillt das Klassement in der kommenden Runde jedoch auf 18 Mannschaften an. Einfacher wird der Klassenerhalt da wohl kaum werden, auch nicht für den Neckarsulmer Lokalrivalen TSV Weinsberg. „Ich weiß noch gar nicht, wie viele Teams nächste Saison runter müssen. Gut möglich, dass es sechs oder sieben sind – vielleicht aber auch vier“, nimmt Titel es mit einem Schulterzucken: „Sicher ist, dass die Jungs ein Jahr reifer sind.“

Verbandsliga:

Neues Klassement, neuer Name – neues Glück? Als SG Heuchelberg treten die Nordheimerinnen in der nächsten Saison eine Liga tiefer an. Das Schlusslicht der vergangenen Württembergliga-Runde will sich nach einem dann erfolgten Neuaufbau „erstmal sammeln, zurechtfinden und zusammenwachsen“, sagt Trainer Nils Koch. Die Schwierigkeit sei für alle Clubs dieselbe: „Keiner weiß, wann und wie es losgeht.“ Aus dem Grund hat Neu-Verbandsligist TV Flein seinen Vorbereitungsstart erst einmal auf den 30. Juni verschoben. „In der Hoffnung, dass wir bis dahin schon mit weniger Auflagen tatsächlich Handballtraining durchführen können“, sagt Pitzke. Der Landesliga-Meister wird dann vom neuen Coach Reiner Kazmeier trainiert werden.

Auch die erste Frauenmannschaft der HSG Hohenlohe spielt zukünftig in der neu eingeführten Verbandsliga. Dafür qualifizierten sich die ersten vier Teams der Landesliga. „Ich war ursprünglich kein Freund der Ligaeinführung“, sagt Vorstandsmitglied Manuel Gentner. „Vor einigen Jahren hat man sie ja erst abgeschafft. Auf der anderen Seite bietet sie eine zweite Möglichkeit, auf württembergischer Ebene zu spielen. Es ist ein Zwischenschritt zur Württembergliga. Je länger ich darüber nachdenke, desto positiver sehe ich die Liga.“ Er rechnet damit, dass die Saison Ende September, Anfang Oktober beginnen könnte.

Landesliga:

Die Männermannschaft der HSG Hohenlohe machte kurz vor dem Saison-Abbruch die Meisterschaft in der Bezirksliga klar und stieg damit unbestritten in die Landesliga auf. „Unser Ziel ist es, den Klassenerhalt zu schaffen“, sagt Manuel Gentner. „Es ist aber kein Muss. Wir würden schon gerne weg vom Image der Fahrstuhlmannschaft.“ Kein leichtes Unterfangen. Das der HSG bisher noch nie gelungen ist. Für den Ligaverbleib soll ein neues Trainergespann sorgen: Ergin Toskic und Ralf Schürmann.

Gleich drei Mannschaften steigen aus der Bezirksliga der Frauen in die Landesliga auf: der SV Heilbronn am Leinbach, der künftig als HSG Heilbronn firmieren wird, sowie die SG Schozach-Bottwartal II und der TSV Hardthausen. Vor allem für die Damen des TSV ein Glücksfall. Groß war dort zunächst die Trauer beim Saisonabbruch gewesen. Schließlich hatte man die schweren Spiele im engen Aufstiegskampf bei noch sechs ausstehenden Partien bereits hinter sich gebracht. „Gott sei Dank hat sich sportlich alles doch noch irgendwie zum Guten gewendet“, sagt Abteilungsleiterin Linda Hofmann zum Erreichen des Saisonziels. Als bester Bezirksliga-Dritter reichte es für den Landesliga-Zuschlag: „Die Hoffnung hatten wir direkt und sind sehr froh, dass es jetzt auch funktioniert hat“, sagt Linda Hofmann.

Bezirksliga:

Die zweite Frauenmannschaft der SG Heuchelberg hat freiwillig auf ihren Startplatz in der Landesliga verzichtet und spielt daher in der Bezirksliga. Äußert knapp scheiterte der TSB Horkheim II am Sprung auf die HVW-Ebene. Im Vergleich aller Zweitplatzierten aus acht Bezirken reichte es für das Team von Trainer Malte Willms nicht. „Das war eine bittere Pille für uns, denn der Aufstieg war mein erklärtes Ziel. Ich bin mir auch sicher, dass wir den über die Relegation geschafft hätten. Die Vernunft war aber zu groß, um jetzt ernsthaft gegen diese Entscheidung vorzugehen“, sagt Willms. Der Blick geht jetzt auch bei den Horkheimern wieder nach vorne: Am 15. Juni startet die Vorbereitung.

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