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Volleyball mit Mindestabstand? Kein Problem!

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Moderne Probleme erfordern moderne Lösungen, das gilt vor allem auch in Corona-Zeiten. Wer zum Beispiel bei der Volleyball-Mannschaft der Neckarsulmer Sport-Union eine Trainingseinheit verfolgt, erkennt: Motivierte Sportler können sich auch mit einschränkenden Maßnahmen arrangieren. 

Bänder als Spielfeld-Grenzen 

So teilen mittlerweile vier lange blaue Bänder das ansonsten nackte Neckarsulmer Beachvolleyball-Feld in vier gleichmäßige Rechtecke, die Zone dazwischen gilt als Aus. Auch vom Netz müssen sich die Spieler fernhalten, Blöcke sind somit unmöglich. „Das Spielfeld haben wir neu begrenzt, zusätzliche Trennlinien gezogen“, erklärt Abteilungsleiter Uwe Harasztosi.

„Damit soll gewährleistet werden, dass der nötige Abstand von 1,50 Meter eingehalten wird.“ In der Praxis sieht das lustig aus. Mal geraten die Volleyballer im Lauf ins Straucheln, mal fällt die regelwidrige Grenzübertretung mitten im Sprung auf, was mit einiger Belustigung zur Kenntnis genommen wird. „Jetzt gibt es eben doppelt so viele Ecken anzuvisieren“, freut sich Matthias Kretschmer über die neuen Zielübungen. „Das könnte einen guten Trainingseffekt haben.“ 

Kontaktbögen für die Spieler 

Für Verwunderung sorgen die auszufüllenden Kontaktbögen. „Ob ich in letzter Zeit im Ausland war? Wer will das wissen, die Doping-Agentur?“, witzelt ein Nachzügler. Dabei leisten die Bögen einen guten Dienst. Im Falle eines Corona-Ausbruchs kann anhand des Teilnehmerbuchs der Übertragungsweg nachvollzogen und der Verbreitungsherd eingedämmt werden. Darüber hinaus versichert vor dem Training jeder der maximal fünf Teilnehmer, mit keinem Verdachtsfall in Berührung gekommen zu sein. 

Bis Monatsanfang musste gar das zweite Feld leer bleiben. „Dass wir seit Juni das andere Feld mitbenutzen dürfen, ist natürlich erfreulich“, findet Kretschmer. Dennoch wurden feste Fünfergruppen gebildet, die sich mittels Doodle-Listen online auf gemeinsame Trainingstermine einigen.

„Im Leistungssport ist alles glasklar geregelt. Sorgen muss man sich in erster Linie um den Breitensport machen“, fürchtet Vereinsvorstand Rolf Härdtner.

„Dafür sind Sporteinheiten unter freiem Himmel fast schon unbedenklich“. Insofern könne man das Beachvolleyball-Feld gar nicht genug wertschätzen, findet Kretschmer. Situationen großer Enge können viel leichter umgangen werden, als etwa in der Sporthalle. Zusätzlich wurde mithilfe eines Schlauches auch fließend Wasser direkt ans Spielfeld verlegt. Unabdingbar in Zeiten der Pandemie ist auch das allgegenwärtige Desinfektionsmittel.

Akzeptabler Aufwand

Duschen und Kabinen sind derzeit ebenfalls tabu. „Wir betreten das Sportgelände schon fertig umgezogen und verlassen es geschlossen, bevor die nächste Fünfergruppe an der Reihe ist.“ Vorstand Härdtner versichert, „dass wir uns mit den Sportverbänden und der Stadt abstimmen.“ Entsprechend wurden die Vereinsmitglieder über die notwendigen Maßnahmen instruiert. 

„Im Endeffekt war das gar nicht mal so viel Aufwand. Ein bisschen Papierkram, dazu fließend Wasser verlegen, aber das sind wir von Wettkämpfen ja schon gewöhnt“, erklärt Matthias Kretschmer. „Insofern war das ein kleiner Preis dafür, nach zweieinhalb Monaten mal wieder mit dem Team Volleyball spielen zu können.“ 

In Zeiten der Pandemie kann das Ziehen neuer Grenzen Menschen wieder zusammenbringen. Und seien es nur Bänder auf dem Beachfeld.

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