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Vorfreude auf den Heimvorteil

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Sie sprintet wieder. Nicht nur auf den Feldwegen in Verrenberg, ihrem Wohnort. Auch nicht mehr nur im Öhringer Stadion inmitten ihrer Trainingsgruppe oder am Olympiastützpunkt bei Mehrkampf-Landestrainer Florian Bauder in Stuttgart. Laura Raquel Müller sprintet wieder gegen Konkurrentinnen. Wettkampfatmosphäre. Lauf-Feeling in seiner schönsten Form. Endlich am Startblock stehen und losrennen.

Nach der monatelangen Zwangspause durch die Corona-Pandemie ist die 16-Jährige von der ULG/TSG Öhringen in die so genannte late season der Leichtathleten eingestiegen. Nach einem Einladungswettkampf in Hechingen, wo sie als Weitsprung-Siegerin mit 5,96 Meter glänzt, stehen für Laura Raquel Müller seit dem Wochenende mit dem Meeting „fast arms, fast legs“ in Wetzlar 12,11 (Vorlauf) und 12,17 Sekunden als Vierte im Finale über 100 Meter und 25,37 Sekunden (Dritte) über die doppelte Distanz.

Zahlenkombinationen, deren Analyse der deutschen Meisterin U 16 erstmal schwer fällt. Der ersten Enttäuschung folgt die Erkenntnis, zufrieden zu sein. „Der Rost muss noch etwas ab“, sagt Müllers Vater und Trainer Wolfgang lachend. Seine Tochter meint: „Für mich sind Zeiten wichtig, aber ich darf nicht so böse mit mir sein, das ist mein erster Wettkampf gewesen.“ Wer sechs Zehntel schneller läuft als beim Saisonauftakt vor einem Jahr, hat keinen Grund zu hadern.

Die Ansprüche steigen 

Doch die Ansprüche der Laura Raquel Müller sind gestiegen. Die Hohenloherin weiß um ihr Talent und ihre überdurchschnittliche Fähigkeit zu sprinten. Obendrein: Wer bei jedem Start als deutsche Meisterin und nationale Rekordhalterin angekündigt wird, möchte abliefern – und beweisen, dass die 11,74 Sekunden aus dem Juli 2019 die Folge ihres kontinuierlichen Trainings und kein Zufallsprodukt gewesen sind.

Laura Raquel Müller liebäugelt auch beim bestens besetzten Meeting in Wetzlar mit einer Zeit unter zwölf Sekunden, doch in den vergangenen Wochen und Monaten ist auch ihre Vorbereitung aufgrund der besonderen Corona-Zeit geprägt von Kompromissen und Alternativen. Ehe sie als Bundeskader-Athletin ihren Sonderstatus nutzen darf und ihr der Zugang zum Stadion erlaubt wird, hält sich die von der Sporthilfe Unterland unterstützte und zur Aufsteigerin des Jahres ausgezeichnete Laura Raquel Müller mit Bergaufläufen in den Weinbergen fit. Oder aber sie stößt die Kugel und wirft den Speer mit freundlicher Genehmigung der Fürstenfamilie auf deren Wiesen („Da hinterlasse ich schon ein paar Krater“). Auch bei Tempoläufen im Wald von Friedrichsruhe ist die Mehrkämpferin zu beobachten gewesen.

Training mit Wirkung 

Das Training zeigt Wirkung, wenngleich Wolfgang Müller nach der Rückkehr aus Wetzlar sagt: „Jetzt wissen wir, was Laura bis zu den Titelkämpfen zu tun hat. Sie muss sich noch ein bisschen quälen.“ Wissend, dass die Schnelligkeit mit den Wettkämpfen kommt.

Mit den Leistungen von Hechingen, Wetzlar und den 3850 Punkten der Mehrkampf-Meisterschaften des vergangenen Jahres hat die Fünftplatzierte im Siebenkampf allerdings schon in vier Disziplinen die Norm für die deutschen Jugendmeisterschaften U 18 Anfang September im Frankenstadion und zuvor in Vaterstetten unterboten.

Druck macht ihr nichts aus

Allein bei dem Gedanken daran strahlt Laura Raquel Müller. „Ich freue mich so krass darauf und finde das echt toll“, sagt die Verrenbergerin über die Verlegung der Meisterschaften von Ulm ins Unterland. Nicht nur, weil dann auch ihre Oma mal zuschauen kann.

Heute steht aber erst noch die mündliche Prüfung in Deutsch an der Realschule an. „Da habe ich schon ein bissel Muffensausen“, sagt Laura Raquel Müller ganz offen. Doch Drucksituationen ist die Hohenloherin inzwischen gewohnt. Und nach der letzten Prüfung konzentriert sich die Vielseitige bis zum Wechsel an das Wirtschaftsgymnasium nach Öhringen im September ganz auf ihre große Leidenschaft, die Leichtathletik.

 

 

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