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Friseur-Innung: Käthchen-Cup

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"Ich bin Friseurin mit Leidenschaft", sagt Christina Heisig aus Bad Rappenau. Am Sonntagnachmittag ist sie in der Heilbronner Zigarre unter ihresgleichen: Es ist Tag der Friseure, veranstaltet von der Innung. "Ich bin nicht hier, weil mit sonst langweilig wäre", sagt Heisig mit strengem Blick. Sie will nicht mit leeren Händen nach Hause kommen.

Als Model hat sie ihre Freundin Milijana Dragojevic mitgebracht. Die Physiotherapeutin bekommt eine elegante Hochsteckfrisur verpasst. "Ich habe volles Vertrauen zu ihr", meint Dragojevic. Die beiden sind seit Kindertagen befreundet. "Christina ist die Beste." Ob das auch die Jury so sieht?



Spaß

29 Kolleginnen und ein Friseur kämpfen um den Käthchencup. Vorgaben gibt es nur wenige – Freestyle ist angesagt. "Es soll doch Spaß machen", sagt Obermeister Gerardo D'Ostuni. Er führt in Böckingen einen kleinen Salon und hat selbst schon viele Wettbewerbe bestritten. "Wenn alles vorgegeben ist, dann ist nur der kreativ, der die Vorgaben macht", erklärt er. "Wir wollen den Leuten die Möglichkeit geben zu zeigen, was in ihnen steckt." Stellvertreterin Petra Baumhackel aus Neudenau legt Wert darauf, dass sich die Mitglieder der Innung als Kollegen verstehen – und nicht als Konkurrenten. Und sie will für den Beruf werben: "Es ist schwer, Lehrlinge zu finden", klagt sie.
 
Obwohl einige erst wenige Wochen dabei sind, schnippeln sie auch fleißig mit – wenn auch nicht in der Meisterklasse. "Die Lehrlinge zeigen eine ganz gute Leistung", freut sich Gabriela Schröder, die an der Berufsschule unterrichtet und am Sonntag die Arbeit bewertet. 35 Minuten Zeit haben die Friseure pro Durchgang. Alle Hilfsmittel sind erlaubt, wenn die Haarkünstler auf dem Laufsteg die Schere auspacken. Das Publikum schaut ihnen genau auf die Finger: Abgucken kostet schließlich nichts.


 

Hahn im Korb

Felix Glänzer ist ziemlich aufgeregt – gleich kommt er an der Reihe. Der 22-Jährige aus Niederstetten ist der einzige Mann unter den Teilnehmern. "Meine Oma ist Friseurin", erklärt er seine Berufswahl. "Und wenn man es gern macht, dann kann man davon auch leben." Niederstetten muss überhaupt ein heißes Pflaster für Friseure sein, wenn man sich mit den Aktiven in der Zigarre unterhält.

"Wir kommen aus einem Kaff, aber es gibt fünf Friseure", erklärt eine Kollegin. Yvonne Dech ist ebenfalls von dort. Sie stylt ihr Model Katja Brand ziemlich frech. Ob das im hintersten Hohenlohe geht? "Aber klar", sagt die Mediengestalterin. "Es muss nur zu einem passen." Auch D'Ostuni ist angetan. "Farbe muss sein. Vor allem in den traurigen Wintermonaten."
 
Am Ende des Tages gibt es nur Gewinner, ist der Obermeister überzeugt: "Alle haben ihre Angst besiegt, und Erfahrung ist auch ein Gewinn." Und während Christina Heisig am Anfang überraschend wenig Bekannte in der Zigarre fand, dürfte sich das spätestens nach der After-Show-Party geändert haben.

 

Viele kleine Betriebe

203 Mitgliedsbetriebe hat die Friseur-Innung Heilbronn-Öhringen zurzeit. Die meisten beschäftigen zwischen fünf und zehn Mitarbeiter. Auch bundesweit zählt das Gewerbe zu den beschäftigungsintensivsten Branchen: 64 000 Firmen haben etwa 245 000 Mitarbeiter. 800 bis 1000 Euro netto verdient eine Gesellin. Dass das knapp ist, wissen auch die Chefs. Höhere Löhne bedeuteten aber höhere Preise für die Kunden, sagt Petra Baumhackel.




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