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Seensucht im Zabergäu

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Vom Parkplatz geht es erst mal ein Stückchen hoch. "Wo ist der See," fragt ein älterer Herr, der Kühltasche und Klappstuhl schleppt. Gleich hat er es geschafft, am Naturparkzentrum Stromberg-Heuchelberg vorbei, schon liegt die Ehmetsklinge einem zu Füßen. An diesem Nachmittag ist es heiter bis wolkig bei 22 Grad. Für den durchschnittlichen Badegast scheint das nicht zu reichen, denn es ist wunderbar leer. Wo man an heißen Sommertagen nur das Bunt hunderter Badetücher und mitgebrachter Sonnenschirme sieht, fällt jetzt der Blick auf beruhigendes Grün. Hier und da liegt ein Pärchen auf der leicht abschüssigen Wiese, ein Dutzend Kinder johlt im Wasser, ein Tretboot zieht seine Bahn. Ebenso wie ein großer weißer Schwan, der dicht am Ufer entlang gleitet. Zwei kleine Mädchen betrachten ihn ehrfürchtig, bevor sie hoch zum Seekiosk loslaufen. "Net renna", ruft da die eine ihrer Freundin hinterher. "Sonscht kommt er raus und verfolgt dich." Tut er auch. Zumindest raus kommen. Aber die Mädchen lassen ihn kalt.
 
Der 2001 auf eine Fläche von 13,8 Hektar erweiterte Stausee bietet vor allem viel Natur drumherum, Wiesen, Wälder, Weinberge. Und er bietet pures Bade- und Schwimmerlebnis. Vom Ufer geht es direkt in den See, ein Leiter- oder Treppeneinstieg fehlt. Es geht flach hinein, das Wasser ist klar, man kann weit schwimmen. Und dabei in den weiten Zabergäuer Himmel staunen. Die Ehmetsklinge mag im Hochsommer trubelig sein, dennoch geht es hier angenehm unaufgeregt zu. Wenig lenkt vom Baden, Sonnen, Faulenzen ab.
 

Tretboot fahren und ins Wasser rutschen

Es gibt keinen Spielplatz, keine Tischtennisplatte, keine feste Schwimminsel und Fußballspielen ist wegen der Abschüssigkeit des Geländes nur oberhalb des Uferweges möglich. Dafür laufen die Enten zwischen den Handtücher spazieren, Libellen turteln über dem Wasser und wer partout noch eine andere Zerstreuung sucht, schlägt sich in die Büsche unterhalb des Wirtshauses am See. Dort hat Eckhardt Rauscher seinen Campingstuhl an einem kleinen Steg aufgebaut und wartet auf Kundschaft. Er vermietet Tretboote und die überaus beliebten Rutschtretboote, von denen man auf einer kleinen Rutsche ins Wasser sausen kann. Acht Euro kostet das die Stunde, fünf für eine halbe. An schönen Nachmittagen ist er im Sommer immer da. Die DLRG bewacht See, Badende und Bootfahrende am Wochenende und in den Schulferien.
 
Weil schwimmen und Bötchen fahren hungrig machen, ist der Kiosk beim Seewirtshaus auch an diesem eher bewölkten Tag umlagert. Das Personal ist super-freundlich, die Preise zivil. Den Freibad-Klassiker, Portion Currywurst mit Pommes, gibt es für 4,70 Euro – die Portion reicht fast für zwei. Eine Cola kostet zwei und das Käffchen gibt es für 1,90 Euro. Überraschung: Kuchen und Torte frisch vom Bäcker ist auch im Angebot. Da sitzt denn so manche Mama bei leckerem Kirschkuchen, lächelt liebevoll ihren Ketchup verschmierten Kindern zu und lässt den Blick von der großen Terrasse auf See und Gäu schweifen. Erholsam so ein Nachmittag am See. Da wird "Seensucht" nach Wiederholung geweckt.
             
[Zum Finterroter See in Wüstenrot]
[Zu den Tiroler Seen bei Forchtenberg]
[Zum Buchhorner See in Pfedelbach]
[Zum Breitenauer See bei Obersulm]
[Zum Mühlbacher See bei Eppingen]
[Zum Oberginsbacher See bei Krautheim]
[Zum Elsenzer See in Eppingen]
[Zum Stausee bei Mulfingen]
[Zum Neumühlsee bei Waldenburg]
[Zur Ehmetsklinge bei Zaberfeld]
                   

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