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Abiball und Feierboykott

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Ab Donnerstag schwitzen die Gymnasiasten über den Klausuren. Wie wird ihr Abitur wohl werden? Matheglück und Matheangst, Deutschüberraschungen und Heidenrespekt vor dem Mündlichen, Ballfieber und Feierboykott: Gemischte Gefühle steigen mit der Erinnerung ans eigene Abitur auf.

Anstrengend fand er es. Vor allem in Mathematik. Der Heilbronner Dekan Otto Friedrich (57, Abi 1972 im Albert-Schweitzer-Gymnasium Neckarsulm) bekennt fröhlich: "Da war ich nie der Star, ich wusste nicht, was mich ereilt."


Entspannt

Der lateinische Text kam ihm dafür recht bekannt vor, den hatten sie schon mal übersetzt: "Eine Ahnung war noch da." Im Ganzen sei’s recht entspannt gewesen, der Druck nicht so groß wie heute, "kein Kampf um Zehntel, kein Numerus clausus. Ich wusste, was ich wollte." Theologie studieren.

Der Abiball in Neckarsulm war damals ein großes Ereignis, erzählt Friedrich: "Da ist man zu Kohfink und hat sich neu eingekleidet." Das wäre Susanne Ruof (48, Abi 1981, Mörike-Gymnasium Ludwigsburg) niemals eingefallen. Ihr Jahrgang hat solch bürgerlicher Kleiderordnung getrotzt. "Wir haben nicht einmal unsere Zeugnisse abgeholt, sind einfach nicht hingegangen."


Abitur beerdigen

In Chemie, erinnert sie sich, katapultierte gutes Wissen ihren ganzen Leistungskurs ins Mündliche. Der Lehrer hatte einfach viel zu viel verlangt. Lachend blickt die Direktorin des Seminars für Didaktik und Lehrerbildung in Heilbronn zurück: "Hätte er uns die letzten zwei Jahre humaner behandelt, wären wir besser dran gewesen."

In bester Erinnerung hat Ruof dagegen, wie sie das Abitur zu Grabe trugen. Das ließen sich auch die Boykotteure alles Feierlichen nicht nehmen: In einem Sarg transportierten sie allen Schulballast, der sich in Heften und Ordner angesammelt hatte, und verbrannten ihn.

Hildegard Huppke (94, Abi 1934 Karlsgymnasium Heilbronn), die Gründerin des Hauses der Familie, weiß nur noch, dass sie alle schreckliche Angst vor dem Mündlichen hatten. Und: Am Vorabend des Matheabiturs paukte ein Mitschüler mit ihr. Das Glück war ihnen hold: In kleiner Variation kam tags darauf genau diese Aufgabe dran.


Pferdemarkt

Das Mündliche ist Helmut Rüger (63, Abi 1966 Robert-Mayer-Gymnasium), dem Leiter des Mönchsee-Gymnasiums, noch sehr präsent. Nicht etwa, weil er in Biologie und Geschichte antreten musste. Nein. Es war Pferdemarkt. "Da haben wir zur Feier des Tages eine Wurst gegessen und sind vor dem Bananenbubi gestanden."


Abitur 2010

Mit dem Deutschaufsatz beginnt am Donnerstag, 15. April, 8 Uhr, das Abitur 2010. Im ganzen Land sind es 34 000 Prüflinge an allgemeinbildenden, 14 300 an beruflichen Gymnasien. Stadt und Landkreis Heilbronn haben laut Regierungspräsidium dieses Jahr 1717 Abiturienten, 463 von ihnen legen ihre Reifeprüfung an einer Berufsschule ab. 2009 waren es 1655 Abiturienten gewesen – ohne Privatschulen.



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