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Kameras filmten Unfallflucht

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Hätte sie je den Vorfall leugnen wollen, sie hätte keine Chance gehabt. Denn was sich am 21. Dezember gegen Mittag auf einem Parkplatz in der Künzelsauer Innenstadt ereignete, hatten zwei Videokameras festgehalten: Eine 20-Jährige aus dem Hohenlohekreis war mit dem BMW ihres Freundes beim Ausparken gegen ein Auto gestoßen, hatte sich zwar in einem Laden nach dessen Besitzer erkundigt, dann aber doch nicht Bescheid gegeben und war einfach wieder weggefahren.


Videos

Folgerichtig lautete die Anklage auf "unerlaubtes Entfernen vom Unfallort", sprich Unfallflucht. Dass der Fall überhaupt vor dem Künzelsauer Amtsgericht verhandelt wurde, lag an dem einmonatigen Fahrverbot, das Richter Roland Kipp daraufhin im März verhängt hatte: Dagegen hatte die Angestellte Einspruch eingelegt.

Nun sagte Kipp ihr in der Verhandlung: "Hätte ich damals schon die Videos gesehen, hätte es nicht nur einen Monat gegeben." In seinen Augen sei das Verhalten der jungen Frau als Vorsatz zu werten. "Und das bringt sechs Monate Fahrverbot ein – mindestens."


Späte Einsicht

Zwar hatte die 20-Jährige das Geschehene eingeräumt. "Ich war geschockt, es war mein erster Unfall und auch nicht mein Auto", erklärte sie ihr Verhalten. Dass zwei Kameras – eine filmte das Geschehen auf dem Parkplatz, die andere im Geschäft, in dem die Frau sich nach dem Autobesitzer erkundigte – alles aufgenommen hatten, stellte sich erst hinterher heraus.

Dadurch aber, erläuterte der Richter, sei zu erkennen, dass die Unfallfahrerin keineswegs geschockt gehandelt habe: "Dann wäre sie sofort weggefahren. Sie hat aber angehalten, ist ausgestiegen, hat nach dem Schaden geguckt und sich sogar nach dem Besitzer erkundigt." Dass sie nicht in dessen Laden ging, obwohl er ihr gezeigt wurde, erklärte sie so: "Ich habe niemanden darin gesehen und hatte Angst." Also sei sie heimgefahren – das sei, räumte sie ein, sicher falsch gewesen.


Gutachter

Als es dann in der Verhandlung nochmals darum ging, ob der Schaden am gegnerischen Fahrzeug – etwa 700 Euro – teilweise schon vorher vorhanden war, wurde Richter Kipp ungeduldig. Schließlich hatte die junge Frau zuvor die Hinzuziehung eines Gutachters abgelehnt.

Sollte sie jetzt doch darauf bestehen, werde er bis zum Abschluss des Verfahrens den Führerschein vorläufig einziehen, kündigte er an – das dürfte deutlich mehr als einen Monat dauern.
Das wirkte: Noch im Gerichtssaal übergab ihr Anwalt das Dokument in behördliche Verwahrung und zog den Einspruch gegen die Strafe zurück. So blieb es bei einem Monat Fahrverbot.





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