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Suche nach dem perfekten Zug

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Viele Bahnreisende im Jagsttal empfinden bessere Zugverbindungen als überfällig. Die jetzt veröffentlichten Pläne von Baden-Württemberg, der Deutschen Bahn und Bayern kommen deshalb gut an – wenngleich es einigen trotz allem zu lange dauert, bis sie wahr werden: Erst ab 2016 soll die Frankenbahn im Stundentakt fahren.


Den perfekten Zug gibt es nicht

"Das glauben wir erst, wenn es soweit ist", sagt eine 40-jährige Pendlerin aus Neudenau, die am Montagmorgen auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz in Heilbronn ist. "Wir haben schon öfter einen zusätzlichen Zug auf dieser Strecke bekommen", sagt sie, "und nach ein paar Wochen ist er wieder gestrichen worden." Die dürftigen Verbindungen hielten leider viele Menschen vom Bahnfahren ab.


Erste Veränderungen sieht die Bahn AG bereits zum Fahrplanwechsel 2010/11 vor. Wochentags soll es zwei weitere Zugpaare geben. Monika Landesvatter, die jeden Tag mit der Bahn von Möckmühl nach Heilbronn fährt, hält das für richtig. Es sei nicht immer einfach, den passenden Zug zu finden. Sie nehme oft den um 6.26 Uhr. "Aber der braucht halt ewig, und er ist extrem früh", sagt sie. Entscheide sie sich für den nächsten, sei die Gefahr groß, dass sie zu spät in Heilbronn ankomme. Der Zug sei fast nie pünktlich. "Mit dem kann man nicht rechnen", sagt die Monatskarten-Besitzerin.


Insgesamt seien Möckmühler aber gegenüber den Einwohnern der kleineren Orte auf der Strecke nach Heilbronn bevorzugt, weil sie den Regionalexpress nutzen könnten. Weil der nicht in jedem Ort hält, ist die Fahrzeit kürzer – was übrigens auch ein grundsätzliches Ziel der angekündigten Millioneninvestition ist. Die Fahrzeit auf der Strecke werde um bis zu zwölf Minuten reduziert.


Wie kommt man Nachts am besten nach Hause?

Ein Aspekt, der aus Sicht vieler Bahnreisenden bislang vernachlässigt wird, ist die Rückkehr in die kleineren Jagsttalorte aus Heilbronn. "Abends ist da tote Hose", sagt der 19-jährige Marcel Althans. Nur am Samstag und Sonntag gibt es einen Nachtbummelzug zurück (0.11 Uhr). Erstens sei das zu früh, finden er und seine Schulkameraden, die gerade auf dem Weg nach Möckmühl und Adelsheim sind. Und zweitens müsste es ein solches Angebot auch an anderen Tagen geben.


Es gebe sicherlich Verbesserungsmöglichkeiten, sagt Sven Röcker aus Möckmühl, der jeden Tag zum Studium nach Heilbronn fährt. Aber da er für ein Halbjahresticket nur 96 Euro zahle, habe er nichts zu meckern. "Und als Student bin ich ja auch flexibler als andere", sagt er. Den Unmut über die Mühsal abendlicher Heimfahrten aus Heilbronn könne er allerdings verstehen.


Eine weitere geplante Veränderung: An Wochenenden will die Bahn moderne Doppelstockwagen einsetzen, an Wochentagen vorerst nicht. Pendler sehen dieses Thema unterschiedlich. Während es manchen völlig gleichgültig ist, in was für einem Zug sie sitzen, fänden andere mehr Bequemlichkeit angebracht. "Doppelstockwagen wären schon besser als die alten Hutschachteln, die da rumgeigen", sagt ein Bahnreisender. Nicht nur, weil die Sitze in modernen Wagen nicht so sehr "versifft" seien, sondern weil es in diesen eine Klimaanlage gebe.


Frankenbahn-Pläne

Mit 17,4 Millionen Euro soll die Strecke zwischen Heilbronn und Würzburg so optimiert werden, dass ab Januar 2016 die Züge schneller werden und im Stundentakt fahren. Das gaben Verkehrsministerin Tanja Gönner und Landrat Detlef Piepenburg am Freitag in Heilbronn bekannt. Diese Nachricht hat unter vielen Bahnreisenden Freude ausgelöst und Hoffnungen geweckt – allerdings sind die geplanten Verbesserungen für viele noch weit weg.



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