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Fasziniert von junger Kunst

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Nachwuchsautor Salat von Honk, Spezialist für skurrile Geschichten, blätterte sichtlich angespannt in seinen Manuskripten. Nebenan, im zweiten Raum der städtischen Ausstellungsräume des Wasserschlosses, sang sich die Mannheimer Jazz- und Soul-Sängerin Marvi Paulsen ein. Noch war sie etwas nervös, stand vor leeren Stühlen, nur umgeben von meist großformatigen Gemälden und Skulpturen.
Auch im Dachgeschoss, wo die Künstlerin Eva Elisabeth Wallner ihre Kurzfilme vorführte, saßen gegen 20 Uhr erst wenige Gäste.


Späte Gäste

"Die meisten werden erst in einer Stunde kommen", meinte Honk, den seine Freunde unter dem Namen Chris kennen. Und er hatte Recht: Mit Einbruch der Dunkelheit bevölkerten etwa 50 kunstinteressierte Schüler, Studenten und einige wenige reifere Besucher das beleuchtete Schloss, um eine lange Nacht der jungen Kunst zu genießen. Die Idee dazu hatte Birgit Böhm vom Kulturamt: "Wir wollen jungen Künstlern eine Plattform bieten."

Den passenden Rahmen fand sie in der Ausstellung "Dazwischen – Junge Kunst aus Baden-Württemberg", die noch bis zum 2. Mai Werke von 40 jungen Absolventen der Kunstakademien Stuttgart und Mannheim zeigt. Als Mitstreiter gewann Böhm Kurator Reinhold Weinmann von der Galerie Grandel und den Studenten der Kulturpädagogik, Lukas Nedoma, derzeit Praktikant im Rathaus.


Unter die Haut

Das Konzept ging auf: Junge Menschen aus der gesamten Region ließen sich bis Mitternacht fesseln von junger Kunst und der Atmosphäre des alten Schlosses. Beeindruckend fanden viele die Ausstellungsführungen. Entspannt ließen sich andere von den märchenhaften Geschichten der Kurzfilmerin Wallner mitnehmen. "Die Braut, die träumt" war da etwa durch warmen Rotfilter zu sehen oder "Der Tod des tapferen Zinnsoldaten" – ein mit einfachen Mitteln gestalteter bizarrer Streifen.

Die meisten Besucher zog es jedoch zum steten Wechsel von ungewöhnlichen Lesungen und unter die Haut gehender Musik im ersten Stock. Neben Salat von Honk präsentierte der jungen Poet Omar Al-Laham aus Bad Wimpfen kritische Gedanken in akrobatischer, manchmal auch verspielter Wortkunst. Beide bestachen durch Stilsicherheit und provozierten manchmal mit handfesten Ausdrücken.


Visionär

Etwas Besonderes war der visionäre Blick des erst 19-jährigen von Honk in die Zukunft. Seine Schilderung der Stadt Synthetika etwa ließ sich bedrückend nachvollziehen. Ganz das Gefühl sprach dagegen das großartige Konzert der Jazz-, Soul- und Funksängerin Marvi Paulsen aus Karlsruhe an. Zu Gitarre und Ukulele präsentierte sie bekannte Songs und begeisterte mit warmer, sinnlicher Stimme. Kaum zu glauben, dass sie mit einer Gesangsausbildung erst beginnen will.





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