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Kuss vom 300-Kilo-Koloss

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Die meisten Kinder haben Hunde, Meerschweinchen, oder Katzen als Haustiere. Martin Lacey war von Löwen umgeben. Schon als kleiner Junge hatte er im Tierpark seines Vaters Umgang mit gefährlichen Raubtieren. Kein Wunder, dass er Dompteur wurde. Seit acht Jahren steht er täglich mit 13 Tieren in der Manege des Zirkus Krone. Einen Tag ohne seine haarigen Zöglinge kann sich der 32-Jährige gar nicht mehr vorstellen.

"Das ist keine Arbeit, das ist mein Leben", sagt der gebürtige Engländer, der seine Tiere liebevoll als seine Kinder bezeichnet. Princess, Diamond oder King Tonga. So heißen drei der 20 Löwen.


Viel Ruhe

Es ist zehn Uhr. Die Sonne scheint und die Raubtiere räkeln sich noch faul auf dem Rücken. "Viele Leute wissen nicht, dass Löwen täglich 18 bis 20 Stunden Ruhe brauchen", sagt Lacey. Der Tag für den Familienvater, der noch bis Mittwoch, 21. April, zweimal täglich in Heilbronn auftritt, hat um 7 Uhr begonnen und endet um Mitternacht. Auch nachts schaut er nach dem Rechten. Nur er kennt seine Raubkatzen und ihre Gewohnheiten genau.


Respekt im Umgang

Lacey schließt die Käfigtür auf und geht hinein zu den Tieren. Die beachten ihren Gast kaum. Er gehört dazu. Löwe Prince Benedikt bekommt einen Klaps und rappelt sich müde auf. "Er war schon beim Papst zu Gast, daher der Name", erklärt der gebürtige Oxforder stolz und gibt ihm einen dicken Kuss ins sandfarbene Gesicht.

Angst hat Lacey keine: "Aber ich habe Respekt." Diesen zeigt der Raubtierbändiger auch im Umgang mit seinen Manegenstars. Eine halbe Stunde Training täglich reiche deshalb aus: "Das hält die Tiere mental fit", weiß Lacey. In seinem Programm möchte er beide Seiten des Löwen zeigen: Die gefährliche und auch die sanfte.


Feinschmecker

Der weiße Löwe King Tonga ist ganz alleine. Er thront auf einem Podest und blickt auf den gegenüberliegenden Käfig, in dem die beiden weiblichen weißen Löwen seitlich auf dem hellen Sägemehl liegen. Der rund 300 Kilogramm schwere Koloss King Tonga ist kein Herdentier wie seine Artgenossen. Als junges Tier durfte er mit ins Restaurant und im Bett von Lacey schlafen.

Mittlerweile ist aus dem Tiere ein echter Gourmet geworden, auf dessen Speiseplan regelmäßig argentinisches Rindfleisch stehen muss. Das ist teuer. "Chicken ist aber auch noch okay", sagt Lacey mit einem Lächeln.
Der Dompteur möchte seine aktuelle Tiernummer immer wieder verbessern. Als nächstes wünschst er sich aber etwas ganz anderes: King Tonga soll Papa werden. Die weiße Löwin dazu gibt es schon.


[Martina und Marina haben einen Clown getroffen]


[Hinter den Kulissen]


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